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Rostock 650-Millionen-Kabel verbindet MV mit Schweden
Mecklenburg Rostock 650-Millionen-Kabel verbindet MV mit Schweden
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06:55 19.06.2018
Projektleiter Clemens Unger von Netzbetreiber 50 Hertz zeigt, wie das Stromkabel aussieht, das unter der Erde in Rohren verlegt wird. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Brückenschlag nach Skandinavien: Ein neues Stromkabel durch die Ostsee soll künftig die Strommärkte in Mecklenburg-Vorpommern und Schweden eng miteinander verknüpfen. Die rund 300 Kilometer lange „Hansa Powerbridge“ wird unterirdisch verlaufen und auf deutscher Seite von Güstrow über das Fischland bis nach Schweden führen.

Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 650 Millionen Euro. Die Hälfte übernimmt der deutsche Netzbetreiber 50 Hertz, die andere das schwedische Unternehmen Svenska kraftnät. Baubeginn soll 2023 sein.

Ziel: ein europäischer Strommarkt

„Das Projekt ist ein wichtiger Schritt hin zu einem einzigen europäischen Strommarkt“, sagt Christian Brehm, bei 50 Hertz für die Öffentlichkeitsbeteiligung zuständig. Das Unternehmen betreibt das Höchstspannungs-Stromnetz im Norden und Osten Deutschlands.

Die „Hansa Powerbridge“ soll vor allem überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in MV zu schwedischen Pumpwerken transportieren, so Brehm. Dort werde der Strom gespeichert und bei Bedarf zurückgeholt. Dies sichere auch die Stabilität des Netzes.

Der Süden braucht Strom

„Die Netze sind überlastet, weil wir mehr erneuerbare Energie erzeugen, als wir vor Ort verbrauchen“, sagt Brehm. Ziel sei es aber weiter, den Strom zügig nach Süddeutschland zu bekommen. „Bayern und Baden-Württemberg haben große Bedarfe. Da muss der Strom hin“, so Brehm.

In Dummerstorf (Landkreis Rostock) hat 50 Hertz am Montag bei einem Info-Markt den aktuellen Planungsstand vorgestellt. Im Zuge des Projektes soll auf deutscher Seite ein 75 Kilometer langes Erdkabel unterirdisch verlegt werden.

Im August werden die Bewohner in Güstrow, Lüssow, Broderstorf (alle Landkreis Rostock), Ribnitz-Damgarten und Dierhagen (beide Vorpommern-Rügen) über das Vorhaben informiert. Im Jahr 2026 soll die Leitung fertig sein.

André Wornowski

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