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Rostock A-Rosa-Reederei nimmt Kurs auf Portugal
Mecklenburg Rostock A-Rosa-Reederei nimmt Kurs auf Portugal
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05:06 14.05.2018
Klein, aber fein: So soll der neue A-Rosa-Kreuzliner aussehen, der für die Reisen auf dem Douro (Portugal) eingesetzt wird. Quelle: Arosa
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Rostock

Lange hielt sich die A-Rosa Flussschiff GmbH mit Auskünften über die Erweiterung ihrer Flotte zurück, jetzt wird es konkret: Die Reederei hat ein neues schwimmendes Hotel in Auftrag gegeben. Mit knapp 80 Metern und Platz für 126 Passagiere wird es deutlich kleiner sein als alle bisherigen A-Rosa-Schiffe. Und: Es entsteht nicht auf der Warnemünder Neptun Werft, sondern in Portugal. Elf Flusskreuzliner hatte A-Rosa seit 2002 in Warnemünde bauen lassen, zuletzt 2014 die A-Rosa Flora.

Abkehr von der Neptun Werft?

Kehrt das Rostocker Unternehmen damit ihrer „Hauswerft“ den Rücken? „Keineswegs“, meint A-Rosa-Chef Jörg Eichler. Die Vergabe nach Portugal ergebe sich „allein aus dem Fahrtgebiet“ des neuen Schiffes. Im Norden Portugals soll es unterwegs sein. Auf dem Douro, dem mit fast 900 Kilometern drittlängsten Fluss der iberischen Halbinsel, nimmt der deutsche Marktführer bei Premium-Flussreisen 2019 neue Routen ins Programm: „In einer reizvollen Region mit hohen Weinbergen, man fährt dort fast wie in den Fjorden“, schwärmt der A-Rosa-Chef, der seit fünf Jahren an der Firmenspitze steht. Start- und Zielhafen wird Porto an der Atlantikküste sein.

Douro nur für kleine Schiffe befahrbar

„Portugal ist eine Destination, die bei deutschen Urlaubern stark im Kommen ist“, betont Eichler. Für den Douro seien Kreuzliner in den Ausmaßen der bisherigen A-Rosa-Schiffe aber eine Nummer zu groß. Von seiner Mündung bis in die Grenzregion nach Spanien sei der Fluss auf 210 Kilometern befahrbar, jedoch nur für Schiffe mit maximal 83 Metern Länge. Die West Sea-Werft nördlich von Porto habe Erfahrung mit Schiffen für dieses Fahrtgebiet und biete „ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, meint Eichler. Zu den Kosten für den Neubau wollte er sich allerdings nicht äußern.

Die Route für die siebentägigen Touren steht fest: Aus Portugals zweitgrößter Stadt geht es Richtung Osten in Portwein-Anbaugebiete wie Pinhão und Régua bis ins spanische Vega de Terron und zurück, insgesamt 28 Mal bis in den November hinein. „Auf den vier Decks werden die Gäste Vieles finden, was sie von unseren anderen Schiffen kennen“, berichtet Eichler. Der Swimmingpool auf dem Sonnendeck gehöre dazu, außerdem Sauna, Wellnessbereich und ein kleiner Fitnessraum. „Wir bieten schließlich Reisen im Premium-Segment. Das unterscheidet uns von anderen Anbietern auf dieser Destination.“

Ziel für 2018: 85 000 Passagiere

Neben der neuen Route behält A-Rosa ihre bisherigen Ziele auf Rhein, Donau, Mosel, Main, Rhône und Seine bei. Rund 85 000 Passagiere werden 2018 erwartet. Da die Schiffe bereits zu rund 90 Prozent ausgelastet sind, wird spürbares Wachstum bei den Passagierzahlen erst nach Indienststellung des neuen Schiffes wieder möglich sein. „Unsere Ausrichtung auf Städte- und Naturreisen sowie die Hinwendung zu Familienreisen und einem jüngeren Publikum setzen wir fort“, betont Geschäftsführer Eichler. Dafür hatte die Reederei im Vorjahr angekündigt, ein „Mehr-Generationen-Schiff“ entwickeln zu wollen. Eichler sprach von einer „neuen Generation von Flussschiffen, einer Revolution im Schiffbau“. Der Zeitplan habe sich aber durch den Gesellschafterwechsel „etwas verschoben“.

Britischer Finanzinvestor seit Januar Eigentümer

Seit Januar gehört die Reederei mehrheitlich dem britischen Finanzinvestor Duke Street. Vorheriger Mehrheitsgesellschafter war die Waterland-Investmentgesellschaft mit Wurzeln in den Niederlanden, die A-Rosa 2009 von der Deutschen Seereederei (DSR) übernommen hatte. „Wir sind nicht nur in den vergangenen Jahren stark gewachsen, wir werden es auch künftig tun“, meint der A-Rosa-Chef, der selbst Gesellschafter ist. Denn einen kleinen Teil der Gesellschafteranteile hält das Management. „Das Mehr-Generationen-Schiff kommt“, versichert der 51-Jährige. In etwa einem halben Jahr sollen „Endplanung und Spezifikation“ abgeschlossen sein. Fest stehe bereits, dass der Neubau auf dem Rhein eingesetzt wird.

Und wo wird das Schiff gebaut? „Unser Wunschpartner ist die Neptun Werft“, betont Eichler. „Wenn Neptun in absehbarer Zeit Kapazitäten frei hat.“ Derzeit ist der zur Meyer Gruppe Papenburg (Niedersachsen) gehörende Schiffbaubetrieb stark in die Produktion von Schiffsteilen für Hochsee-Kreuzliner sowie von Flusskreuzlinern für die Schweizer Viking-Reederei eingebunden.

Flotte wächst auf 12 Schiffe

80 Meter lang und 11,4 Meter breit ist der neue Kreuzliner, den die A-Rosa Flussschiff GmbH bei einer Werft in Portugal bauen lässt. Es bietet Platz für 126 Passagiere.

Das zwölfte Schiff ist damit der „Zwerg“ der Flotte. Die anderen schwimmenden Hotels mit Rose und Kussmund am Bug, die derzeit auf Rhein, Main, Mosel, Donau, Seine oder Rhône unterwegs sind, sind zwischen 125 und 135 Meter lang und für etwa 170 bis knapp 250 Gäste ausgelegt.

Ehlers Elke

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