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Rostock Ab April: Steintor wird Nadelöhr
Mecklenburg Rostock Ab April: Steintor wird Nadelöhr
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00:00 14.02.2018
Die am meisten befahrene Kreuzung des Landes: Am Rostocker Steintor startet nach Ostern der seit Jahren geplante Umbau. Quelle: Foto: Frank Söllner, Jens Wagner
Stadtmitte

Bis Ostern bleibt es an der am meisten befahrenen Kreuzung des Landes noch beim „ganz normalen Wahnsinn“. Danach aber wird es rund um das Steintor richtig eng: Am 3. April wollen Eurawasser und die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) mit dem seit Jahren geplanten Umbau der Kreuzung starten. Für Autofahrer heißt das: Mindestens eineinhalb Jahre lang müssen sie sich auf Staus, Behinderungen und Wartezeiten einstellen. Denn stadteinwärts wird während der Bauzeit nur noch eine Spur zur Verfügung stehen. Nach OZ-Informationen werden die Bauarbeiten zudem fast eine Dreiviertel Million Euro teurer als geplant. Der Sinn der Maßnahme bleibt umstritten.

Umbau der Kreuzung beginnt nach Ostern / Baukosten steigen um fast 700000 Euro

Wir wollen den Verkehrsfluss verbessern, die Kreuzung sicherer machen.

Sigrid Hecht Geschäftsführerin RGS

Kreuzung soll sicherer werden

Bereits seit 2011 arbeiten die Planer der Hansestadt und der RGS an den Plänen für die „neue“ SteintorKreuzung. Auslöser war ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem eine damals 39 Jahre alte Frau von einem Auto erfasst und getötet worden war. Obwohl die Kreuzung laut Statistiken der Polizei nicht zu den Unfallschwerpunkten in der Hansestadt zählt – 2015 ereigneten sich laut Zahlen der Polizei gerade einmal zwölf der 5000 Verkehrsunfälle in Rostock am Steintor – und obwohl sich auch keine weiteren schweren Unglücke in dem Bereich ereignet haben, sieht die Hansestadt Handlungsbedarf: Bis zu 30000 Fahrzeuge am Tag und zusätzlich 60 Busse und Straßenbahnen pro Stunde passieren den Bereich. Allzu oft komme es zu „Beinahe-Zusammenstößen“.

Nun soll die Haltestelle der Straßenbahn AG (RSAG) an der Richard-Wagner- Straße verlegt werden – hin zur Industrie- und Handelskammer (IHK) auf der anderen Seite der Steintor-Kreuzung. Von der Ernst-Barlach-Straße soll ein behindertengerechter Zuweg in die Östliche Altstadt gebaut werden. Wichtiger aber noch: Von der Bahnhofstraße sollen Autos künftig auch in Richtung Steintor abbiegen können. Dafür sollen neue Ampeln her. Und: Der Bereich vor der IHK wird ebenfalls mit neuen Überwegen sowie Lichtzeichen für Radler und Fußgänger versehen. „Wir wollen einen besseren Verkehrsfluss auf der Straße und mehr Sicherheit für die Fußgänger – unter anderem die Schüler der Jenaplan-Schule – schaffen“, sagt RGS-Chef in Sigrid Hecht.

Bau musste verschoben werden

Ursprünglich hatte das Rathaus geplant, bereits im Jahr 2017 mit dem Umbau zu beginnen. Doch daraus wurde nichts: Auf die damalige Ausschreibung hatte sich nur eine einzige Firma beworben – und deren Angebot lag auch noch weit über dem Kosten-Limit der kommunalen Kämmerer. Im zweiten Anlauf hat es nun aber geklappt, sagt RGS-Sprecherin Annekatrin Haker. Immerhin drei Firmen hätten dieses Mal Angebote abgegeben. Einziger Wermutstropfen: Der Umbau wird deutlich teurer für die öffentliche Hand als ursprünglich geplant. Statt drei Millionen Euro werden Stadt und RGS nun 3,7 Millionen Euro ausgeben müssen. Und in diesen Kosten ist die behindertengerechte Zuwegung zur Altstadt noch nicht mal enthalten. Die soll nämlich erst Ende 2018, in einem separaten Verfahren, vergeben werden.

Und: Noch ein Vorhaben hat die RGS aus den Ursprungsplanungen gestrichen. Im Bereich der Lindenstraße ist nach wie vor ein Fußgängerüberweg – samt neuen, zusätzlichen Ampeln – vorgesehen. Dieses Areal liege allerdings nicht im sogenannten „Sanierungsgebiet“, deshalb sei die Stadt selbst und nicht die RGS zuständig. Und die hat noch nichts in puncto neue Ampeln geplant, sagt Hacker: „Eine zeitgleiche Umsetzung ist nicht vorgesehen.“

An der Barlach-Straße geht’s los

Am 3. April rücken die Bautrupps nun zunächst an der Barlach-Straße an – auf den Spuren, die stadtauswärts in Richtung Brinckmansdorf und Mühlendamm führen. Den Anfang macht zudem nicht die RGS sondern Eurawasser: Der Wasserversorger nutzt die Gelegenheit, um im Bereich Steintor neue Leitungen zu verlegen und alte zu sanieren. So entsteht sieben Meter unter der Fahrbahn zum Beispiel ein neuer Sammler für Regenwasser. Erst Ende 2019, so RGS-Sprecher Hacker, sollen sämtliche Arbeiten an der Kreuzung beendet sein. „Für den Straßenverkehr werden während der Bauarbeiten stets mindestens zwei Fahrstreifen stadtauswärts und eine Spur stadteinwärts zur Verfügung stehen.“

Dass nun ausgerechnet rund um die großen Feste zum Rostocker Stadtjubiläum Staus drohen, hatte den Planern bereits 2017 Ärger mit dem Einzelhandel und den Gastgebern der Hansestadt eingebracht: „Wozu richten wir denn all die Feste und Veranstaltungen zum Stadtjubiläum aus? Natürlich auch, um mehr Urlauber und Tagestouristen nach Rostock zu locken“, hatte Peter Magdanz, der Rostocker Citymanager, bereits im Juni gesagt. Und weiter: „Natürlich sind wir nicht glücklich darüber, wenn ausgerechnet zum 800. Stadtgeburtstag im Verkehrsfunk dauernd von Staus und Behinderungen in Rostock die Rede sein wird.“ Das schrecke Gäste ab. Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte von der Stadt gefordert, den Umbau zu verschieben. Ohne Erfolg.

Andreas Meyer

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