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Rostock Abgesagtes Hansa-Spiel in Halle wird zum Politikum
Mecklenburg Rostock Abgesagtes Hansa-Spiel in Halle wird zum Politikum
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18:48 27.09.2018
Stimmung ist garantiert beim Ost-Klassiker Hansa Rostock gegen Halle in der 3. Fußballliga. An diesem Sonnabend aber fällt das Spiel in Halle aus, da zu wenige Polizisten einsatzbereit sind. Quelle: Kloock
Rostock

Die kurzfristige Absage des Drittliga-Fußballspiels des FC Hansa Rostock morgen beim Halleschen FC schlägt hohe Wellen. Denn eine Ursache für die Verschiebung des Ost-Klassikers ist der aktuelle Staatsbesuch des türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, in Berlin. Da Bundesländer ihre Polizisten dorthin schicken, bleibt kein Personal für das Hochrisikospiel auf dem grünen Rasen in Halle. Bei Parteien in MV löste dies gestern einen teils schmutzigen Schlagabtausch aus.

Verwirrung pur gestern in der Fußballwelt. Nachdem das Innenministerium von Sachsen-Anhalt die Absage des Spiel verkündete, der Deutsche Fußballbund (DFB) aber vorerst korrigierte, blieben Fans nur schulterzuckend zurück. Das Ministerium verwies auf Risiken. Es gebe eine „angespannte Kräftesituation der Polizei in ganz Deutschland“, so Sprecher Stefan Brodtrück. Als Beispiele nennt er den Besuch Erdogans, Einsätze im Hambacher Forst und 78 Liga-Fußballspiele. Dies führe dazu, „dass nicht genügend polizeiliche Einsatzkräfte zur Verfügung stehen“. Darüber hinaus gebe es in Sachsen-Anhalt drei Demonstrationen: in Köthen, Wittenberg und Magdeburg. Diese hätten für die Polizei „Vorrang“, da sie laut Grundgesetz geschützt werden müssten. Folge: Man habe die Stadt gebeten, „das Fußballspiel abzusagen“. Die entsprechende Untersagungsverfügung der Stadt Halle ging aber erst gestern Nachmittag beim DFB ein, wie der am Abend bestätigte. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Hansa-Vorstandschef Robert Marien wusste bis zum Nachmittag auch nichts Genaues: „Der Verein ist informiert worden, dass das Spiel zu 99,9 Prozent abgesagt wird. Eine schriftliche Verfügung liegt aber noch nicht vor.“ Wegen Vorgaben der Sicherheitsbehörden waren zuletzt ohnehin einige Fußballspiele verlegt worden.

In der Landespolitik schlagen die Wellen hoch. „Es ist eine Schande, dass ein Fußballspiel wegen des Besuches eines türkischen Despoten abgesagt werden muss“, wettert Thomas de Jesus Fernandes (AfD). „Schlimm genug, einer Person wie Erdogan eine Plattform für seine Propaganda zu bieten. Dies aber noch auf dem Rücken der Fußballfans auszutragen, ist niemanden mehr zu vermitteln.“ Hansa-Fans müssten dadurch Verluste für gebuchte Anreise und Übernachtung hinnehmen. Tilo Gundlack (SPD) unterstellt „eine Lügenkampagne der AfD“. Nicht Erdogan, sondern die drei Demos seien ursächlich für die Absage. Demos von Rechtsextremen, so Gundlack. Die Lage bei der Polizei sei generell angespannt, sagt Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Für die Demos vergangenes Wochenende in Rostock habe er persönlich zum Hörer greifen müssen, um Beamte anderer Länder zu erhalten. „Wir kommen an unsere Einsatzgrenzen“, so Caffier.

Pubantz Frank

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