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Rostock Abschied von Klinikdirektor Wolfgang Schneider
Mecklenburg Rostock Abschied von Klinikdirektor Wolfgang Schneider
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00:09 10.04.2018
Prof. Dr. Dr. Wolfgang Schneider ist stolz über die Entwicklung des Klinikgeländes in Rostock-Gehlsdorf. Quelle: Foto: Pauline Rabe
Gehlsdorf

„Was ich am meisten vermissen werde? Das herzliche Miteinander mit den Kollegen“, sagt Professor Wolfgang Schneider und lässt seinen Blick über das Klinikgelände schweifen. 23 Jahre ist her, seit er die Leitung der damals neu gegründeten Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin in Rostock-Gehlsdorf übernahm. Am Mittwoch um 11 Uhr wird er nun mit einem Symposium zum Thema „Psychotherapie im Wandel der Zeit und Gesellschaft“ in den Ruhestand verabschiedet.

Schneider wusste schon früh, was er später einmal werden würde. Als er jedoch keinen Studienplatz für Medizin bekam, widmete er zunächst ein Jahr der Anglistik und den Politikwissenschaften. „Ich wollte einfach aus Wolfsburg heraus nach Frankfurt“, erinnert sich der heutige   Professor für Psychosomatik und Psychotherapie zurück. Nach diesem Exkurs folgten dann das Studium der Psychologie und anschließend der Medizin. „Eine schöne Kombination, die ich nie bereut habe.“ Nach Stellen in Bochum und Lübeck zog es Schneider schließlich nach Rostock. „Ich erfuhr damals über eine Ausschreibung von der Stelle und hatte durch meine Eltern eine gewisse Affinität gegenüber dem Osten. Trotzdem war es anfangs nicht immer leicht für mich.“ Seitdem hat sich vieles getan.

„Ich habe Rostock nicht nur lieben gelernt, auch das Klinikgelände in Gehlsdorf hat sich stark entwickelt“, erzählt Schneider. 1995 begann alles in einer Baracke. Heute ist die Klinik sowohl ambulant als auch stationär gut ausgestattet. Seit 2012 verfügt sie zudem über eine Tagesklinik in Bahnhofsnähe. „Dieses Konzept befürworte ich sehr. Natürlich kommt es immer auf die Ausprägung der Erkrankung und auf die Stabilität des Umfeldes an, aber so wird der Patient nicht aus seinem alltäglichen Leben herausgerissen.“ In den kommenden Monaten soll deshalb noch eine zweite Tagesklinik mit Fokus auf demenzielle Erkrankungen eingerichtet werden.

Über seine Impulse für die Klinik hinaus, hat Schneider die Psychosomatik und Psychotherapie als eigenständiges Fach in Mecklenburg-Vorpommern vorangebracht. Als Wissenschaftler hat er sich dabei nicht nur mit der Diagnostikforschung hervorgetan. Mit der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) erlangte der Professor zudem internationale Anerkennung. „Mir wird vieles fehlen, besonders aber die soziale Resonanz.“ Gerne habe Schneider Symposien mit der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert oder Workshops zu den Auswirkungen der sozialen Situation auf die Befindlichkeit von Menschen gegeben. Sein letzter Forschungsschwerpunkt war die Medikalisierung. Dabei geht es unter anderem um den Zusammenhang zwischen gestiegenen Anforderungen und Belastungen der Arbeitswelt und dem Auftreten psychischer Erkrankungen.

Ganz Schluss ist für Schneider aber noch nicht: „Ich werde weiterhin Weiterbildungen zur Sensibilisierung von Ärzten geben.“ Auch sein Engagement in der Psychotherapieausbildung wird er nicht aufgeben. Und was steht sonst noch so an? „Endlich mehr Zeit mit meinen Liebsten, meinem Hund und für Reisen aufbringen“, erzählt Schneider voller Vorfreude. Das sei in den vergangenen Jahren doch etwas zu kurz gekommen. Einen Nachfolger für die Direktorenstelle gibt es derzeit noch nicht. Bis klar ist, wer es wird, hält Leitender Oberarzt Karsten Hake die Stellung.

Direktor seit Gründung

Die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin der Universitätsmedizin Rostock wurde 1995 gegründet.

18 Betten misst die Kapazität ihrer Station, die sich zusammen mit anderen Kliniken auf dem Gelände des Zentrums für Nervenheilkunde in Rostock-Gehlsdorf befindet.

23 Jahre war Professor Wolfgang Schneider Direktor der Einrichtung. Zuvor war er als Leitender Oberarzt an der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin an der Ruhr-Universität Bochum tätig.

Pauline Rabe

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