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Rostock Ärztekammer Kammer prüft Chefarzt-Verträge
Mecklenburg Rostock Ärztekammer Kammer prüft Chefarzt-Verträge
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20:00 26.09.2018
Ärztekammerpräsident Andreas Crusius fordert dazu auf, sich dem Kommerz im Gesundheitswesen zu widersetzen. Quelle: Ehlers Elke
Rostock

Nach dem Eklat um den Ex-Vorstandsvorsitzenden der Rostocker Unimedizin befasst sich auch die Landes-Ärztekammer mit Problemen an Mecklenburg-Vorpommerns größtem Klinikum. Wie deren Präsident, Andreas Crusius im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG  sagte, geht die Kammer „Vorwürfen wegen unärztlichen Verhaltens und Nötigung von Schwestern und Ärzten“ nach.

Arbeitsverträge sollen gegen Berufsordnung verstoßen

Die Untersuchungen richteten sich nicht allein gegen den Ex-Vorstandschef Christian Schmidt, der nach seiner Beurlaubung im Juni jetzt als Ärztlicher Vorstand arbeitet, sondern „gegen die Führungsriege der Unimedizin“. Laut Crusius geht es um Arbeitsverträge von Chefärzten und leitenden Oberärzten, bei denen ein Teil der Vergütung an „Leistungssteigerungen“ durch mehr Operationen oder Behandlungen gekoppelt sei. Die Kammer sieht darin einen Verstoß gegen die ärztliche Berufsordnung, der „möglicherweise auch strafrechtliche Relevanz“ habe.

Bei zwei Medizinern aus MV hätten die von Bundesärztekammer und Deutscher Krankenhausgesellschaft eingesetzten Prüfer Anhaltspunkte ermittelt, nach denen Passagen in Arbeitsverträgen „mit ärztlichen Berufspflichten nicht vereinbar sind“.

Kritik an Gewinnmaximierung

Der Rostocker Mediziner, selbst Oberarzt im Uniklinikum, kritisiert auch den auf „Gewinnmaximierung“ ausgerichteten ökonomischen Druck auf die Mitarbeiter. Beschäftigte im Gesundheitswesen dürften „nicht zur Gewinnmaximierung verpflichtet werden - genauso wenig wie Polizei, Justiz und Feuerwehr“, fordert Crusius

Wissenschaftsministerin Birgit Hesse (SPD) hat eine unabhängige Kommission berufen,  die mögliche Fehlentwicklungen in den Unikliniken in Rostock und Greifswald untersuchen soll und innerhalb der nächsten anderthalb Jahre Vorschläge zur strategischen Neuausrichtung unterbreiten soll. Mitglieder der „Kommission Universitätsmedizin 2020“, die von dem Rostocker Arzt und früheren Bundestagsabgeordneten Harald Terpe (Grüne) geleitet wird, stellt die Ministerin morgen in Schwerin vor.

Ehlers Elke

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