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Rostock Ministerium: Flächen mit Gen-Raps müssen zwei Jahre kontrolliert werden
Mecklenburg Rostock Ministerium: Flächen mit Gen-Raps müssen zwei Jahre kontrolliert werden
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21:19 15.04.2019
In wenigen Tagen blüht – wie hier bei Laage – wieder der Raps. An zwei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern wurde gentechnisch verunreinigtes Saatgut eingesetzt. (Symbolfoto) Quelle: Frank Söllner
Schwerin

Die Flächen im Landkreis Rostock, auf denen im vorigen Herbst gentechnisch verunreinigtes Rapssaatgut aus Frankreich eingesetzt wurde, müssen mindestens zwei Jahre „intensiv kontrolliert“ werden. Verantwortlich dafür sei das Rostocker Landsamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit, teilte das Schweriner Agrarministerium am Montag mit. Bei Sortenversuchen hatte die Euralis Saaten GmbH auf 1800 Quadratmetern Raps ausgesät, der Spuren einer in der Europäischen Union verbotenen Sorte enthielt. Es handelte sich um zwei Standorte mit insgesamt 90 jeweils 20 Quadratmeter große Parzellen.

Auch Agrarminister Till Backhaus (SPD) reagiert jetzt auf den Fall, den die OSTSEE-ZEITUNG (OZ v.13.4.) öffentlich gemacht hatte. „Ich bedauere zutiefst, dass das verunreinigte Saatgut nach Mecklenburg-Vorpommern gefunden hat“, meinte Backhaus, der den Einsatz grüner Gentechnik ablehnt. Allerdings könnten in einem „globalisierten Wirtschaftssystems mit weit verzweigten Warenströmen“ solche Fälle „immer wieder vorkommen“. Sie müssten „schnell aufgedeckt und in Ordnung gebracht werden“, um Risiken für Verbraucher und Umwelt auszuschließen. Nachdem die Bayer-Crop Science über den zu Versuchszwecken angebauten Raps informiert hatte, seien die Pflanzen am 22. März vernichtet worden.

Raps im Boden 20 Jahre keimfähig

Das Schweriner Ministerium hatten – anders als andere Bundesländer – aber nicht darüber informiert. Gentechnik-Gegner bezeichneten dies als „Skandal“. Backhaus meinte, das Ministerium habe „den Fall nicht verschwiegen, sondern sich darauf konzentriert, das betroffene Saatgut von der Fläche zu kriegen und das weitere Vorgehen abzustimmen“. Vorgeschrieben ist jetzt, dass auf den Parzellen nun monatlich kontrolliert werden, ob Rapspflanzen wieder nachwachsen. Auch diese müssten vernichtet werden. Rapssaatgut ist im Boden bis zu 20 Jahren keimfähig.

Auch 20 Partien ausländischen Mais-Saatguts hatte das Rostocker Landesamt im Februar kontrolliert. Die Proben enthielten keine Rückstände gentechnisch veränderter Sorten.

Vergangenheit: Gen-Versuche mit Kartoffeln, Mais, Getreide

Offiziell werden in MV bereits seit acht Jahren keine genveränderten Pflanzen mehr angebaut. Zuvor wurde mit Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Weizen, Gerste und Petunien. Der Gen-Mais-Anbau wurde auch großflächig in mehreren Agrarbetrieben erprobt.

Mit der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ wurde bis 2010 im Agrobiotechnikum Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) experimentiert. Die Nachkontrolle der Anbaufläche wurde 2012 beendet, doch erst im fünften Jahr nach Abschluss der Kontrolle wurde der Acker vollständig wieder freigegeben.

Dass Spuren von Genraps mit dem Konstrukt „GT 73“ in Frankreich bei Saatgut-Kontrollen gefunden wurden, die sich bis nach Argentinien zurückverfolgen ließen, ist bereits seit November 2018 bekannt. Durch Saatgut-Importe aus Frankreich waren in Deutschland zunächst 84 Agrarbetriebe in zehn Bundesländern betroffen. Im März wurden die Verunreinigungen bei den Sortenversuchen aufgedeckt. Verunreinigungen mit gentechnisch verändertem Raps hatte es in MV zuletzt 2015 gegeben. Damals hatte das französische Züchterhaus R.A.G.T. bei Demmin unbeabsichtigt Versuche mit verunreinigtem Saatgut gemacht.

Auskünfte zur Verfolgung und Ahnung von Ordnungswidrigkeiten nach Gentechnikgesetz gibt das Land auf der Internetseite www.lallf.de.

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Elke Ehlers

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