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Rostock Aktionstag: Jugendliche fordern mehr Räume in der Stadt
Mecklenburg Rostock Aktionstag: Jugendliche fordern mehr Räume in der Stadt
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00:00 10.09.2018
Lennard (11) und sein Papa Udo Wolf (51) spielen gemeinsam Tischkicker am Stadthafen. Quelle: Foto: Susanne Gidzinski (3) /ove Arscholl (1)
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Jugendliche brauchen Räume und Verständnis, um ihre Freizeit zu gestalten – das ist die Botschaft des vierten Aktionstages „Reclaim your streets“. Die Veranstaltung hat am Samstag im Stadthafen auf die schwierige Situation junger Menschen im öffentlichen Raum Rostocks aufmerksam gemacht.

Nachwuchs wird oft als störend wahrgenommen – hat aber auch Bedürfnisse

„Reclaim“ bedeutet so viel wie „zurückfordern“ – und genau das sollten Jugendliche am Samstagnachmittag auf der Haedgehalbinsel tun. „Die Innenstadt und der Stadthafen sind besonders attraktiv für junge Leute. Doch genau hier werden sie häufig als Störenfriede oder Müllverursacher betitelt", sagt Martin Brochier vom Fanprojekt Rostock. Dabei treffen diese Vorurteile oft nicht zu. „Kinder und Jugendliche haben eine ganz eigene Ausdrucksweise, welche oftmals missverstanden wird“, so Brochier. Das Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung in der Öffentlichkeit verbanne Jugendliche jedoch immer stärker ins gesellschaftliche Abseits und erschwere damit eine lebendige Jugendkultur.

Wie schon in den vorigen Jahren kamen nun beim Aktionstag Träger und Einrichtungen, Kinder und Jugendliche mit Politikern zusammen, um sich auszutauschen. „Immer öfter wird über die Lage von Jugendlichen diskutiert. Das zeigt, dass langsam ein Bewusstsein dafür geschaffen wird“, sagt Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Er betont: „Wir wollen herausfinden, was für Bedürfnisse die jungen Menschen haben – auch was die Wallanlagen und den Stadthafen anbelangt.“ Dies würde aber nur funktionieren, wenn kommuniziert werde. Die Jugendlichen müssten selbst aktiv werden und ihren Bedarf aufzeigen, so Bockhahn. „Bringt euch ein, nervt die Alten und lasst nicht nach“, lautet sein Appell an den Rostocker Nachwuchs.

Dass der Aktionstag dafür gut geeignet ist, meint Tokan Bürger. Der 21-Jährige war selbst im Jugendforum aktiv und sieht eine große Chance: „Hier können sich die Leute präsentieren und den Rahmen nutzen, um mit Politikern bei ausgelassener Stimmung zu plaudern.“ So stellte sich unter anderem Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski bei „cook and talk“ den Fragen der Besucher, während er ein Curry zubereitete.

Doch auch mit anderen Aktionen – wie Streetsoccer, einer Graffiti-Wand und dem Auftritt einer Nachwuchsband – wollten die Veranstalter erreichen, dass Kinder und Jugendliche als selbstverständlicher Teil des öffentlichen Raumes wahrgenommen werden.

Das vielseitige Programm machten Lennard (11) und seinen Vater neugierig. „Wir haben über die Veranstaltung im Internet gelesen und wollten einfach vorbeischauen“, sagt Udo Wolf. Der 51-Jährige war sich der aktuellen Herausforderung der Hansestadt nicht bewusst. Dennoch hält er es für wichtig, diese langfristig anzugehen: „Ich denke, das ist eine tolle Aktion, um auf die aktuelle Lage aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.“

Neben dem Aktionstag fand die Klak Fahrradkino-Tour statt. Hier gab es einen Kleidertausch von Greenpeace, Foodsharing und es wurden Schlüsselanhänger gebastelt. In den Abendstunden wurden Klimakurzfilme gezeigt. Das Besondere: Als Leinwand fungierte das Segel des Bildungsschiffs Lovis. „Wir wollen ein Bewusstsein für Umwelt und nachhaltigen Konsum schaffen, indem wir zeigen, dass es Anstrengung bedarf Strom zu produzieren“, sagt Schirin Shahed vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen Berlin. Aus diesem Grund durften sich die Zuschauer auf zehn Fahrrädern verausgaben und damit die 500 Watt erzeugen, die benötigt wurden, um die Filme auf die Leinwand zu projizieren.

Susanne Gidzinski

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