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Rostock Alarmstufe Rot in der Rostocker Heide
Mecklenburg Rostock Alarmstufe Rot in der Rostocker Heide
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00:00 27.07.2018
Forstamtsleiter Jörg Harmuth (links) und Revierförster Stefan Schlüter im knochentrockenen Kiefernwald. Quelle: Foto: Andreas Meyer
Wiethagen/Bad Doberan

Irgendwo im Nirgendwo zwischen GraalMüritz und Rövershagen riecht es nach finnischer Sauna. Der Duft von ätherischen Ölen liegt in der Rostocker Heide-Luft. „Das sind unsere Kiefern“, sagt Jörg Harmuth, der Leiter des Stadtforstamtes. Der wunderbare Geruch – für den Oberforstrat kommt er einer Warnung der Natur gleich: Wochenlange Hitze und Trockenheit – auch im Stadtforst macht sich die Dürre bemerkbar. Erst vor wenigen Tag wurde in der Heide die Waldbrand-Alarmstufe 4 ausgerufen. Die zweithöchste. „Das hatten wir seit Jahren nicht mehr“, so Harmuth.

6000

Hektar ist die

Rostocker Heide groß und damit der größte

geschlossene Küstenwald in Deutschland. Seit 1252 ist sie im

Besitz der Hansestadt.

Theoretisch könnte er jetzt den Wald sperren lassen, das Radfahren und Spazierengehen zwischen den Bäumen und auf den Wegen verbieten. „Das wollen wir aber gar nicht. Jeder Fußgänger und jeder Radfahrer ist für uns im Fall der Fälle ein wichtiger Feuermelder“, so der Amtsleiter. Stattdessen hat das Stadtforstamt einen Bereitschaftsdienst eingerichtet. Rund um die Uhr sind die Förster nun unterwegs – um Feuer rechtzeitig zu entdecken und zu löschen. „Die letzten Brände hatten wir 2017. An drei Stellen. Und jedes Mal war sehr schnell klar, dass jemand versucht hatte, zu zündeln“, so Harmuth. Eine noch größere Gefahr sei aber „Fahrlässigkeit“: „Wenn jemand seine Zigarettenkippe in den Wald wirft oder achtlos am Waldrand – am Strand bei Stolper Ort zum Beispiel – grillt.“

Harmuth bleibt trotz der Gefahr gelassen: „Die größten Sorgen machen wir uns um die KiefernBestände. Wenn es dort richtig anfängt zu brennen, dürfte kaum noch was zu retten sein.“ In den Laubwäldern hingegen sei das Risiko deutlich geringer: „Da haben wir oft Farne am Boden. Die müssen erstmal brennen.“ Und außerdem: Mit den Feuerwehren der Umgebung und auch dem Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt hätten die Förster zuletzt mehrfach für den Notfall geübt: „Wir sind gut vorbereitet, haben in der Umgebung große Tanklöschfahrzeuge. Auch die Hobby-Flieger aus Purkshof unterstützen uns – als Luftaufklärer.“

Welche Warnstufe in der Heide gilt, wird übrigens in Bad Doberan festgelegt: Vom 1. März bis 31. Oktober wird im Forstamt Bad Doberan jeden Tag die Gefahrenstufe für den Bereich der Forstämter Bad Doberan, Billenhagen und der Stadt Rostock ermittelt. Dafür werden die Daten der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes genutzt und die Niederschlagsmesser in den Forstrevieren ausgewertet, erläutert Amtsleiter Hartmut Pencz. Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und der Vegetationszustand spielten dabei eine Rolle.

Der Bereich zwischen Rerik und Ribnitz-Damgarten zähle zur Gefahrenklasse C (am wenigsten Gefahr), da es hier mehr Niederschläge und eine höhere Luftfeuchtigkeit gebe als im südlichen Teil des Landes. „Das letzte Niederschlagsereignis war am 11. Juli“, sagt Hartmut Pencz und kann die Daten aus einer Tabelle im Computer ablesen. Es seien 15 Liter pro Quadratmeter im Schnitt gefallen.

Noch ein weiterer Punkt bereitet den Förstern aber Sorgen: „Die allermeisten Bäume werden die Hitze verkraften. Das ist ja nicht die erste Hitzewelle, die die Heide erlebt“, so Rostocks oberster Waldhüter Harmuth. Nur: Die Jungbäume, die im Herbst oder im Frühjahr gesetzt wurden, werden diesen Sommer wohl nicht überleben. „Bis zu 90 Prozent könnten Totalausfälle sein“, so Reviersförster Stefan Schlüter.

Anja Levien und Andreas Meyer

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