Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Alle unter einem Dach
Mecklenburg Rostock Alle unter einem Dach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 14.07.2018
Schwaan

An der Prof.-Franz-Bunke-Schule in Schwaan herrscht ab jetzt Ausnahmezustand. Grund dafür ist der Bau des „Campus der Generationen“. Die Vorbereitung der Baustelle hat in dieser Woche begonnen, in den kommenden Wochen wird die alte Aula der Schule abgerissen. Sie weicht einem modernen Bau, der in Zukunft nicht nur als Veranstaltungssaal genutzt werden soll, sondern auch eine Mensa, den Jugendclub, die Bibliothek, den Seniorenclub und den offenen Treff beherbergen wird. Das Prinzip dieses Mehrgenerationenhauses wird in der Stadt schon jetzt gelebt, die Projekte und Veranstaltungen der beteiligten Einrichtungen werden gefördert. Unter einem Dach vereint sind die Akteure voraussichtlich 2020.

So soll das Mehrgenerationenhaus auf dem Gelände der Regionalschule in Schwaan aussehen. GRAFIK: AIB BAUPLANUNG
„„Damit der Fortschritt kommen kann, muss Altes eben auch mal weichen.“ Mathias Schauer (UWS), Bürgermeister Schwaan

Geplant wird das Mammutprojekt bereits seit vier Jahren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Unterstützt wird der Neubau mit knapp 3 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Landesbauminister Christian Pegel (SPD) übergab jüngst den entsprechenden Zuwendungsbescheid. Der Eigenanteil der Stadt liegt gegenwärtig bei etwa 1,6 Millionen Euro.

Während der Arbeiten müssen Schüler und Lehrer einige Einschränkungen in Kauf nehmen. So ist der Schulhof zum Teil abgesperrt. Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) macht sich deswegen keine Sorgen.

„Die Pausengestaltung kann trotzdem abgedeckt werden“, sagt er. Den Blick hat der Verwaltungschef der Warnowstadt ganz klar auf die Vorteile gerichtet, die das Mehrgenerationenhaus für die gesamte Stadt bringen wird. „Der Saal wird Platz für bis zu 600 Leute bieten. Dieses Angebot wird dann auch die entsprechende Nachfrage mit sich bringen“, ist sich Schauer sicher. Allein für die Einrichtungen, die im Campus untergebracht sein werden, berge der Saal großes Potenzial. So könne die Bibliothek den zusätzlichen Raum zum Beispiel für Veranstaltungen, wie Lesungen, nutzen, sagt Schauer.

Viel Kritik musste der Bürgermeister jüngst wegen der gestiegenen Kosten für das Gesamtprojekt einstecken. So hatte der Eigenanteil der Stadt ursprünglich bei einer Million Euro gelegen. Die Steigerung warf bei einigen Stadtvertretern auch die Frage danach auf, ob die Stadt überhaupt in der Lage sei, die Unterhaltungskosten des Mehrgenerationenhauses zu stemmen. Auch diesbezüglich ist Schauer optimistisch. „Es ist ja ein Neubau. Schon allein durch die energieeffiziente Heizung sparen wir einiges an Kosten ein“, betont er, räumt aber auch ein, dass die Erhöhung der Baukosten für die Stadt unerwartet kam. Grund seien die gestiegenen Kosten für die ausführenden Firmen gewesen.

Der Streit um die Finanzierung wurde schließlich beigelegt, am Ende gaben alle Fraktionen dem Campus ihre Stimme. Sehr zur Freude von Jörg Quandt. Der Leiter des Schwaaner Jugendclubs „JotCee“ freut sich jetzt schon darauf, mit seinen Schützlingen in die neuen Räume zu ziehen. „Wir alle sind begeistert, dass wir diese neuen Möglichkeiten mit nutzen können“, sagt Quandt, der auch den Standort des Mehrgenerationenhauses als großen Vorteil sieht. Durch die räumliche Nähe zur Schule – derzeit ist der Jugendclub weitab vom Stadtzentrum zu finden – fänden sicher noch mehr Jugendliche den Weg in die Einrichtung. „Die Altersgruppe 12 bis 16 wird dann sicher verstärkt bei uns auftauchen“, so Quandt.

Damit das und mehr Realität werden kann, muss aber erst einmal Platz für den Campus geschaffen werden. Am Montag beginnt der Abriss der alten Aula. Viele Schwaaner würden Erinnerungen an Veranstaltungen dort haben, sagt Schauer. Er selbst wurde dort eingeschult. Aber: „Damit der Fortschritt kommen kann, muss Altes eben auch mal weichen“, sagt der Bürgermeister.

Der Ursprung der Campus-Idee

Seinen Anfang nahm der Campus mit einem Schülerprojekt. Im Sozialkundeunterricht sollten Schüler der 8. Klasse Ideen für die Verbesserung der Bedingungen an der Schule sammeln. Einen Raum zu finden, in dem alle Schüler und Lehrer essen können, war das anfängliche Ziel. Die Jugendlichen fingen die Meinungen der Bürger ein, drehten Videos und bauten eine Internetseite. Bald stand nicht mehr nur die Mensa im Fokus. Denn viele Schwaaner äußerten den Wunsch nach einem Mehrgenerationenhaus. Ein erstes Modell entwickelten zwei Studenten im Rahmen ihrer Masterarbeit.

Christina Milbrandt

Beim Event auf der Hanse Sail am 12. August können Leser Preise gewinnen

14.07.2018

Auf der Warnemünder Woche wird Leistungssport betrieben und nicht nur gefeiert. Ein Erlebnisbericht.

14.07.2018

Weil Bauland fehlt, werden nun selbst schwierige Altlasten angepackt

14.07.2018