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Rostock Allende-Klinik: Kein Hochhaus für Lütten Klein
Mecklenburg Rostock Allende-Klinik: Kein Hochhaus für Lütten Klein
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06:28 31.08.2018
So sollte das geplante Hochhaus in Lütten Klein aussehen: Nun ist das Projekt zu den Akten gelegt worden. Quelle: Inros Lackner Se
Rostock

Das geplante Hochhaus auf dem Areal der ehemaligen AllendeKlinik ist vom Tisch. „Wir haben das Projekt zu den Akten gelegt – und das Grundstück verkauft“, besätigte Volker Fritz, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Union jetzt auf OZ-Anfrage. Was nun aus dem Gelände direkt neben dem Warnow- Park wird, ist offen. Einen neuen Eigentümer gibt es aber bereits: Das Immobilien-Unternehmen Semmelhaack aus Elmshorn in Schleswig-Holstein hat die Brache erworben.

Jahrelange Stillstand mitten im Stadtteil

Über kaum ein anderen Grundstück ist in den vergangenen Jahren im Nordwesten so viel diskutiert worden, wie über das alte Klinik-Gelände. Bereits seit 2005 stand das Gebäude leer, die WG Union hatte das Areal 2011 gekauft. Doch dann tat sich lange Zeit nichts – bis im Sommer 2017 plötzlich die Jugend die gefährlichste Ruine der Hansestadt für sich entdeckte. Jugendgruppen aus ganz Rostock nutzen das baufällige Gebäude als Treffpunkt. Bis zu 120 junge Rostocker trafen sich an manchen Tagen in der alten Klinik. Doch beim Treffen blieb es nicht: Drogenhandel, Gewalttaten und Attacken gegen Passanten: Mehr als 20 Anzeigen gingen binnen weniger Wochen bei der Polizei ein. Die Ordnungshüter verstärkten ihre Streifen, der Eigentümer riegelte das Areal mit Zäunen und einem Wachdienst ab. Im September 2017 machten schließlich die Abriss-Bagger die Ruine platt. Ursprünglich wollte die WG Union dort Wohnhäuser bauen, entschied sich dann aber für ein Hochhaus. Das Argument: Auf wenig Grundfläche sollten viele Wohnungen entstehen. Das Planungsbüro Inros Lackner erarbeitete Entwürfe, der Ortsbeirat sagte „Ja“ zu dem 40-Millionen-Euro- Projekt, die WG Union plante mit Baustart 2020 und Bausenator Holger Matthäus (Grüne) hoffte bereits auf ein Vorzeige-Projekt, um Hochhäuser an der Warnow „salonfähig“ zu machen. Doch nun kommt es ganz anders.

„Andere Projekte haben Priorität“

„Wir standen vor der Frage, ob wir das Areal behalten und möglicherweise jahrelang nicht anfassen – oder ob wir es an jemanden verkaufen, der schneller als wir dort bauen kann“, sagt WG Union-Chef Fritz. Am Ende entschied sich der Vorstand für den Verkauf: „Wir haben derzeit einfach sehr viele Projekte in der Warteschleife, das alte Allende-Areal ist in der Priorität immer weiter nach hinten gerutscht.“ An der Tychsenstraße in der Südstadt, an der Bering-Straße in Dierkow, an der Allende-Straße in Toitenwinkel und auch an der Grubenstraße in der Innenstadt plant die WG Union derzeit Neubauten: „Insgesamt reden wir über mehr als 150 neue Wohnungen, die Rostock dringend benötigt“, so Fritz. Für diese Vorhaben gäbe es bereits komplett fertige und abgestimmte Planungen, zum Teil sogar bereits Baugenehmigungen. „Da können wir sofort loslegen. Für das Hochhaus hätten wir noch Zeit gebraucht – und Kraft, die wir derzeit nicht haben.“ Einen letzten Gefallen habe man der Stadt mit dem Allende-Areal aber tun wollen: „Wir haben es an eine Immobilien-Firma verkauft – und nicht an ein Handelsunternehmen.“ Aldi und andere Investoren hätten bei der WG auch angefragt, wollten statt Wohnungen neue Supermärkte im Herzen Lütten Kleines bauen. „Mit der Firma Semmelhaack haben wir aber einen Käufer gefunden, der Wohnraum schaffen will.“

Semmelhaack plant 200 Wohnungen

Hartmut Thede, Projektleiter bei Semmelhaack, bestätigt den Kauf: „Wir befinden uns in Gesprächen mit der Stadtplanung und planen auf dieser Fläche ausschließlich Geschosswohnungsbau, eine gewerbliche Nutzung ist nicht geplant.“ Bis zu 200 Wohnungen soll auf dem Areal entstehen – 45 bis 80 Quadratmeter groß. Ein Teil der Wohnungen soll extra für ältere Rostocker bestimmt sein. Thede: „Wir wollen mit der Deutschen Seniorenstiftgesellschaft DSG Senioren- und Servicewohnen anbieten.“ Semmelhaack sei überzeugt, dass der Standort mit seiner Nähe zu Handel, Freizeiteinrichtungen, Dienstleistungsangeboten und auch den guten Verbindung in die Innenstadt und nach Warnemünde hervorragend angenommen werde. Und noch ganz wichtig: „Alle Wohnungen kommen als Mietwohnungen auf den Markt und verbleiben dauerhaft im Bestand der Theodor Semmelhaack Familienstiftung.“ Soll heißen: Der private Investor sieht Lütten Klein nicht als Spekulationsobjekt.

WG Union will Lücken im Nordosten bebauen

Der Fokus der WG Union richtet sich indes nun auf den Nordosten: „Außer uns und Semmelhaack hat dort zuletzt niemand investiert“, sagt Volker Fritz. Dabei gäbe es eine enorme Nachfrage in Dierkow, Toitenwinkel und Gehlsdorf: „Es gibt viele ältere Menschen, die aus dem Umland – aus Bentwisch etwa – wieder in die Stadt ziehen und auf dem Ostufer bleiben wollen.“ In den 2000er Jahren seien im Nordosten viele Wohnblöcke abgerissen worden. „Uns gehören dort noch einige große Grundstück. Und dort hätten wir auch sofort Baurecht, könnten schnell altersgerechte Wohnungen schaffen.“

Andreas Meyer

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