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Als Min Herzig der Apotheke wich

Warnemünde Als Min Herzig der Apotheke wich

Seit 50 Jahren hat die Detharding-Apotheke – nach vielen Wechseln – ihren Standort am Kirchenplatz

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Seit 30 Jahren ist Siglinde Lindauer in Warnemünde als Apothekerin tätig. Einige Arzneien werden selbst hergestellt.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. . 150 Jahre Apothekentradition in Warnemünde – die wird von der Detharding-Apotheke am Warnemünder Kirchenplatz repräsentiert. Und kaum einer hat sie besser erforscht als Inhaberin Siglinde Lindauer. In diesem Jahr kann die Apotheke auf ein besonderes Jubiläum zurückblicken – sie ist seit 50 Jahren an einem Platz im Seebad geblieben.

Das Unternehmen hat nämlich schon große Wanderungen im Seebad zurückgelegt. Zur Gründungszeit im Jahr 1853 war es in der Alexandrinenstraße 15 untergebracht, 1869 zog die Apotheke um an die Adresse Am Strom 72. Später, als diese Haus baupolizeilich gesperrt wurde, zog das Unternehmen in das ehemaligen Hotel Jantzen Am Strom 109/Ecke Alexandrinenstraße. „Das war allerdings nur ein Provisorium“, sagt Siglinde Lindauer, „und im Jahre 1968 schließlich ging es in das jetzigen Gebäude am Kirchenplatz.“

„Das ist schon eine Odyssee gewesen“, sagt Apothekerin Siglinde Lindauer, die über die Geschichte der Detharding-Apotheke auch schon Aufsätze verfasst hat. Den 50. Jahrestag dieses Umzuges will die Apotheke feiern, „ich denke nun schon darüber nach“, sagt Siglinde Landauer, die selbst seit 30 Jahren als Apothekerin in Warnemünde arbeitet und zu ihrem Wohnort eine feste Beziehung entwickelt hat.

Im Jahr 1988 kam sie nach Warnemünde und wurde 1989, im Alter von 33 Jahren, die neue Leiterin der staatlichen Apotheke im Seebad. Über den Bau des jetzigen Apothekengebäudes weiß Siglinde Lindauer noch vieles zu berichten. „Die Warnemünder waren damals froh, als die neue Apotheke gebaut wurde“, erzählt sie, „dazu wurde auch ein Stück vom Kirchengrundstück genommen, der Pastor musste sein Waschhaus hergeben und bekam dafür eine Garage.“ Mit dem Neubau, zu dem man sich im Jahre 1965 entschieden hatte, kam auch ein weiteres Problem. Die Fischfrau Min Herzing hatte vor dem Grundstück am Kirchenplatz ihren Fischstand. Aber auch dafür habe man damals eine Lösung gefunden: Ihr wurde eine überdachte Fläche in der Poststraße gegeben.

„Hier auf diesem Eckgrundstück war zuvor eigentlich nur eine Mauer“, berichtet Siglinde Lindauer, dann aber wuchs dort ein dreistöckiges Gebäude aus dem Boden, das heute das Bild des Kirchenplatzes noch maßgeblich prägt – immerhin bietet es auf auf drei Etagen 800 Quadratmeter Fläche. „Damals hatte wir einen richtigen kleinen Betrieb hier“, erinnert sich Siglinde Lindauer an ihre Arbeit in der Apotheke. „27 Menschen haben hier bis zur Wende gearbeitet“, sagt sie, „und wir waren hier auch eine Produktionsstätte, in der zum Beispiel Zäpfchen hergestellt wurden.“ Im Jahr 1990 kaufte dann Siglinde Lindauer die Apotheke von der Treuhandgesellschaft. Sie bewirtschaftet jetzt etwa 190 Quadratmeter. „Wir brauchen ja nicht mehr, wie das früher einmal war, ein Lager“, sagt die Apothekerin, die auch heute noch mit ihrer Mannschaft selbst Medikamente herstellt. „Aber das ist nicht mehr ganz so häufig“, bedauert sie. Wenn aber individuelle Mittel gewünscht sind, sei das jederzeit möglich – „wie auch in jeder anderen Apotheke“, sagt die Inhaberin.

Augentropfen, Hustensäfte oder verschiedene Salben – „vor allem machen wir das häufig für die Urlauber“, erzählt die Apothekerin, die mit ihrem Standort am Kirchenplatz zufrieden ist und nicht im geringsten daran denkt, noch einmal umzuziehen.

Wenn sie jetzt in der Detharding-Apotheke ihr 50. Standortjubiläum feiern, ist eines schon klar, für die ehemaligen Beschäftigten gibt es eine große Kaffeetafel.

Spende fürs Museum

Die Detharding-Apotheke hat eine Tradition: Gemeinsam mit ihren Kunden spendet sie für das Heimatmuseum des Seebades. Die Kunden geben für die jährlichen Apothekenkalender einen kleinen Obolus, der dann dem Museum zugute kommt. Sie können dabei zwischen drei unterschiedlichen Kalendern wählen. In diesem Jahr kamen 455 Euro zusammen. Diese Aktion läuft bereits seit 13 Jahren. Insgesamt ist dabei die Summe von 7103 Euro für zusammengekommen.

Michael Schißler

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