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Rostock Altes Fährhaus: Hier gibt’s den Segelschein mit Übernachtung
Mecklenburg Rostock Altes Fährhaus: Hier gibt’s den Segelschein mit Übernachtung
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00:10 11.05.2018
Segellehrer Wolfram Voigt freut sich auf neue Kursteilnehmer in der Boots- und Segelschule „Baltic-Sport“ am Gehlsdorfer Ufer. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Gehlsdorf

Oben wird geschlafen, unten sind die Schulungs- und Prüfungsräume, draußen liegen die Boote direkt vor der Haustür: „Die Bedingungen sind ideal. Bei uns gibt es alles unter einem Dach“, sagt Dirk Jahnke, der mit seiner Boots- und Segelschule Baltic- Sport seit Juni 2017 auch das Hotel im Alten Fährhaus in Gehlsdorf betreibt. Um die Zukunft des ehrwürdigen Gebäudes hat es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen gegeben.

Boots- und Segelschule setzt am Gehlsdorfer Ufer auf neues Hotel-Konzept

Schon oft hätten ihn Kursteilnehmer gefragt, wo sie denn übernachten können, berichtet Jahnke. 70 Prozent seiner Segelschüler kämen von außerhalb – „teilweise aus ganz Deutschland“, so der 51-Jährige. Der Segellehrer hatte zunächst die Idee, 16 schwimmende Häuser auf der Warnow vor dem Gehlsdorfer Ufer zu errichten. Dann aber wurde ein neuer Betreiber für Hotel und Pension im Alten Fährhaus gesucht – Jahnke nutzte die Chance. „Wir wollen den Standort etablieren.“ Die schwimmenden Häuser bleiben eine Option zur Erweiterung.

Nach fast einem Jahr Betrieb zieht Jahnke ein positives Zwischenfazit: „Es geht in die richtige Richtung. Die Kursteilnehmer fühlen sich wohl und es werden mehr. Das zeigt mir, dass das Konzept gut ist.“ Im Alten Fährhaus gibt es das komplette Programm ab 800 Euro: Bootsführerschein mit Übernachtung und Verpflegung in einer Woche. „Gerade waren Münchner hier. Die hätten in Bayern den gleichen Preis für einen Kurs bezahlt, der sich über Monate hingezogen hätte. Ohne Übernachtung und Verpflegung“, sagt Jahnke.

Restaurant hat auch neue Betreiberin

Das Frühstück serviert das Restaurant im Alten Fährhaus. Auch hier gibt es eine neue Betreiberin: Andrea Löscher hat die Gaststätte zum 1. Mai neu eröffnet – zuvor war das Lokal seit dem 31.

Dezember geschlossen gewesen. Löscher setzt nun auf eine deutsch-bürgerliche Küche mit viel Fisch. „Wir wollen am Gehlsdorfer Ufer wieder Leben reinbringen. Neben uns gibt es hier ja nicht einmal einen Imbiss. Das ist schon traurig“, sagt die Betreiberin. Ihr gehört auch die Gaststätte „Am Yachthafen“ auf der anderen Seite der Warnow. „Leider wird das Haus dort bald abgerissen“, sagt Löscher, die sich im alten Fährhaus nun ein zweites Standbein geschaffen habe.

Alle Zimmer sind neu eingerichtet

Fünf Doppelzimmer, vier Einzelzimmer und eine Suite stehen im Obergeschoss des Alten Fährhauses zur Verfügung. Die Räume sind im Juni 2017 renoviert und komplett neu eingerichtet worden. „Einige Möbel mussten extra angefertigt werden, weil Standardgrößen teilweise nicht in die Zimmer passen“, sagt Jahnke. Auch normale Touristen können hier übernachten. Und im großen Saal des Hauses sind Familienfeiern möglich.

Verein ist froh

über Nachfolger

Das Alte Fährhaus ist 1893 errichtet worden. 1994 schloss die Stadt mit dem See- und Segelsportverein Rostock (SSV) einen Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück. Neben Hotel und Gaststätte beherbergt das unter Denkmalschutz stehende Objekt Vereinsräume. Auch gibt es eine Metallbaufirma für Boote auf dem Hinterhof. „Wir haben viel Energie aufgewendet, um gute Nachfolger für Gaststätte und Pension zu finden“, sagt SSV-Geschäftsführer Robert Kobus. Der Verein hat knapp 200 Mitglieder.

Möglicher Brückenbau trifft

auf Ablehnung

Ein großes Thema ist der mögliche Brückenbau vom Stadthafen zum Gehlsdorfer Ufer (OZ berichtete). „Ich finde es gut, dass wir über eine Anbindung sprechen“, sagt Hotelbetreiber Jahnke. Er halte eine Erweiterung der Fährverbindung jedoch für sinnvoller und auch wirtschaftlicher als einen Brückenbau. „Von den Baukosten könnte ein Fährbetrieb wohl zehn Jahre lang kostenlos angeboten werden“, schätzt Jahnke. Gleichzeitig würde das maritime Flair erhalten bleiben und der Ursprung des Alten Fährhauses.

Dringend erforderlich sei eine Ufersanierung. „Wir sprechen jetzt schon seit 15 Jahren darüber“, sagt Jahnke. Bereits bei der Bewerbung für Olympia 2012 sei davon die Rede gewesen, nun soll das Ganze mit der Bundesgartenschau 2025 umgesetzt werden (OZ berichtete).

André Wornowski

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