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Am Tag nach H5N8: Besucher halten zum Zoo

Barnstorfer Wald Am Tag nach H5N8: Besucher halten zum Zoo

Nach Schließung wegen Vogelgrippe hat der Tierpark seit gestern wieder geöffnet. Mitarbeiter sind froh und Gäste solidarisch.

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Besuchern steht der Zoo zumindest im Bereich des Darwineums wieder offen. Philipp Mahncke (29) und Sohn Anton (4) gehörten zu den ersten, die über eine Seuchematte in den Zoo gelangten. Fotos (3): Ove Arscholl

Barnstorfer Wald. Füße abtreten beim Zoobesuch. Seit gestern Morgen empfängt der Rostocker Tierpark wieder Gäste. Nur am Eingang Barnstorfer Ring und nur über Desinfektionsmatten. Dafür zum halben Eintrittspreis, denn es sind nur zwei Drittel des Geländes zugänglich, rund ums Darwineum. Die Folgen der Vogelgrippe sind noch spürbar.

Der Teil mit den meisten Vogelgehegen bliebe aus logistischen Gründen noch geschlossen. „Es gibt noch Nachkontrollen, es laufen Desinfektionen“, wirbt Zoodirektor Udo Nagel um Verständnis. Allen Mitarbeitern sei „ein großer Stein, ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen“, nachdem die Auswertung aller Proben von Vögeln und Futtermitteln keine weiteren Verdachtsfälle ergeben hat und der Zoo wieder aufmachen kann.

Philipp Mahncke (29) ist mit Sohn Anton Stammgast und froh, dass er mit dem Vierjährigen wieder seine Runde drehen kann. „Wir haben eine Jahreskarte und kommen oft, seit der Kleine geboren ist“, erzählt Mahncke. Rituale werden eingehalten: Eis kaufen und dann rein ins Vergnügen — nur eben über die Seuchenmatte.

Renate und Christian Witting sind extra aus Wismar angereist. Ihr Ziel ist das Darwineum, das sie noch nicht kennen. Das Vogelgrippe-Drama des Zoos haben sie in den Medien verfolgt. Nun freuen sie sich: „Der halbe Zoo zum halben Preis.“ Das gefällt auch zwei Berliner Familien, die in Linstow Urlaub machen und gestern den Zoo erkunden wollen. „Schön, dass Sie gekommen sind“, ruft ihnen der Zoodirektor zu. Es sind gestern mehr Besucher gekommen als im Schnitt an einem Wochentag im Januar, darunter Familien mit Kindern, ältere Menschen und Schulklassen. „Viele sagten, dass sie ihre Solidarität mit dem Zoo bekunden wollten“, erzählt Nagel sichtlich berührt.

Sechs lange Tage und Nächte liegen hinter den Mitarbeitern und vielen Helfern von Behörden und Tierklinik. Nachdem bei einem toten Weißstorch das hochansteckende Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen worden war, mussten mehr als 500 Proben genommen werden, von Vögeln, Futtermitteln, Einstreu. Insgesamt 60 wertvolle Tiere, darunter alle aus der Stelzvogelanlage, wurden getötet. „Mit einer Spritze durch unseren Zootierarzt“, erklärt Kuratorin Antje Zimmermann. Alle Pfleger seien „extrem mitgenommen“. „Wir hängen an jedem einzelnen Tier und müssen sie nun zum Töten einfangen“, sagt Zimmermann.

„Das ist sehr, sehr bitter.“ Und die Sorge um die anderen Vögel sei noch nicht vorbei. Sie wären noch „aufgestallt“ und könnten sich nicht so frei bewegen, wie sie es in den Gehegen gewohnt seien.

„Wir werden damit leben müssen“, sagt die Kuratorin. Denn wahrscheinlich haben Wildvögel das Virus in den Zoo getragen. „Somit ist das Virus überall“, erklärt der Zoodirektor.

Er sei froh, dass der Großteil des Vogelbestandes gerettet werden konnte. Dennoch gehe der Schaden in die Zehntausende. Nagel kündigte an, die Bestände wieder aufzufrischen „über Tausch oder Privatzüchter“. Nun hoffe er, dass zu Beginn der Winterferien der ganze Zoo wieder zugänglich sei.

 



Doris Kesselring

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