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Rostock Am Warnemünder Strand fallen täglich vier Tonnen Müll an
Mecklenburg Rostock Am Warnemünder Strand fallen täglich vier Tonnen Müll an
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16:58 09.04.2018
Wolf Wiechmann und Nicola Boll suchen am Strand nach Müll. Während der Strandmüll-Sammelaktionen wurden diesmal jede Menge Glasflaschen gefunden. Styroporkügelchen machen dennoch den größten Teil aus. Quelle: Susanna Knotz
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Rostock

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und ganz Mutige wagen schon den ersten Sprung ins Wasser. Obwohl es noch sehr frisch ist, sind die Ostseestrände seit diesem Wochenende gut besucht. Das bedeutet jedoch auch jede Menge Müll. In Warnemünde werden in der Hauptsaison täglich bis zu vier Tonnen Müll vom Strand und den Mülleimern geholt. Auch in der Nebensaison wird eine Tonne täglich meist nicht unterschritten.

Für den sauberen Strand in Warnemünde sorgt die Tourismuszentrale der Stadt Rostock und Warnemünde. Täglich werden die zahlreichen Mülleimer geleert und in der Hauptsaison wird jede Nacht der Sand am Strand nach Hinterlassenschaften durchpflügt. Die sollten dort jedoch gar nicht liegen.

„Das Wegwerfen, Liegenlassen und Vergraben von Müll ist verboten und kann geahndet werden“, sagt Beate Hlawa von der Tourismuszentrale Rostock. Dazu zählen nicht nur alle Arten von Plastik, sondern auch organischer Abfall wie Bananenschalen.

„An den Stränden werden – wie auch in der Stadt – Zigarettenabfälle besonders oft liegengelassen“, sagt Susanna Knotz vom BUND. Die Filter der Zigaretten enthalten einige giftige Substanzen. Besonders für Kleinkinder ist das verschlucken der Filter hochgefährlich. Doch auch die Natur kann dadurch Schaden nehmen, da sich das Nikotin in kürzester Zeit im Wasser auflöst und von den Fischen und Meeresbewohnern aufgenommen wird.

„Allein im Juli 2017 haben wir etwa 3000 Zigarettenkippen rund um die Seebrücke in Zingst gefunden“, sagt die Umweltschützerin. Um das zu vermeiden, können Raucher an fast allen Strandkorbverleihen, Imbissen und Kurverwaltungen im Land kostenlos Strandascher erhalten. Darin können Zigarettenstummel während des Strandbesuchs aufgehoben werden. Auch Plastik wird in großen Mengen an den Stränden gefunden.

„Ich nehme mir an den Strand immer eine Tüte mit in den ich den Müll packe“, sagt Christian Kuhn. Der 30- Jährige Soldat lebt seit seiner Geburt in Rostock. Auch Kerstin Bein nimmt ihren Müll immer mit. „Ich persönlich finde den Strand in Warnemünde sehr sauber und dass sollte so bleiben“, sagt die 52-Jährige. Sie selbst ist nur zu Besuch in Rostock.

Während es in Orten wie Warnemünde meist liegen gelassener Verpackungsmüll ist, finden sich an Naturstränden wie Torfbrücke oft Styroporkügelchen. Diese werden nicht von den Besuchern am Strand hinterlassen, sondern kommen vom Meer.

Mithilfe des Strandmüll-Spülsaummonitoring wird von dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie überprüft, wie viel und was für Müll sich an den Stränden befindet. Das geschieht in Zusammenarbeit mit einigen Umweltverbänden wie dem BUND und dem Nabu. Dabei werden 100 Meter lange Strandabschnitte genau abgesucht und der gefundene Müll ausgezählt.

„Bei den Strandmüll-Sammelaktionen sind immer helfende Hände gesucht.“ , erklärt Knotz. Oft mit bei solchen Aktionen ist Nicola Boll. Die 56-Jährige sucht nach den kleinen Plastikteilen zwischen den Muscheln. „In einem Feld aus 30 mal 30 Zentimetern finde ich oft schon eine handvoll kleiner Plastikteilen.“

Auch Wolf Wiechmann versucht, Müll am Strand zu vermeiden. „Hier in Deutschland haben wir noch sehr saubere Strände. Auf meinen Reisen sehe ich teilweise Strände, wo man den Sand unter dem Plastik kaum sieht“, sagt der 65-jährige.

Der Strand in Warnemünde trägt seit über 20 Jahren das Gütesiegel „Blaue Flagge“. Dieses steht für Sauberkeit und eine hohe Wasserqualität. „Um diese Qualität zu wahren verteilen wir kostenfreie Aschenbecher und stellen Infotafeln mit integriertem Aschenbecher auf“, sagt Hlawa

Kostenloser Strandascher

3000 Zigarettenfilter wurden in Zingst innerhalb einer Woche gefunden. Damit giftige Zigarettenfilter nicht in die Umwelt geraten, verteilen Strandkorbverleihe, Imbissbuden und auch die Kurverwaltung kostenlose Strandascher. Die kleinen Dosen werden auf Nachfrage ausghändigt. An Infotafeln in Warnemünde gibt es integrierte Ostsee-Ascher. Zigarettenfilter können von kleinen Kindern verschluckt werden, was hochgefährlich ist. Ebenso gelangen sie vom Strand aus ins Wasser, wo die Gifte von den Fischen aufgenommen werden.

Lara Lichtenthäler

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