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Rostock Britisches Filmteam zurück in Rostock
Mecklenburg Rostock Britisches Filmteam zurück in Rostock
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20:54 24.10.2018
Es ist das einzige britische Filmteam, dass in der DDR filmen durfte. Das Amber Kollektiv hat rund 30 Jahre nach ihren ersten Dreharbeiten in Rostock am Mittwoch ihren zweiten Film im Warnemünder Dock Inn vorgestellt. Auf dem Bild von rechts: Kurator und „Tourmanager“ Jan Sobotka, Kameramann Peter Roberts, Christoph Krause vom Dock Inn, Regisseurin Ellin Hare und Fotografin Sirkka Liisa Konttinen. Quelle: Johanna Hegermann
Rostock

Ellin Hare und ihr Filmteam haben eine ganz besondere Beziehung zu Warnemünde. Das erste Mal waren sie hier vor mehr als 30 Jahren. Als erstes und einziges britisches Team durften sie in der ehemaligen DDR eine Dokumentation filmen. Nach 25 Jahren haben sie eine Neuauflage mit den Protagonisten von damals gedreht. Losgelassen hat Warnemünde sie danach nie. Am Mittwoch haben sie ihren zweiten Film von 2014 im Dock Inn gezeigt.

„Der Filmabend samt Diskussion ist unser Beitrag zum Stadtjubiläum“, erklärt Christoph Krause vom Container-Hotel. Der Film sei ein Teil der Geschichte Rostocks. Für Krause ist es auch ein wunderbares Zeitzeugnis. „Die Dokumentation ist unkommentiert und urteilt nicht über die Menschen, sondern zeigt einfach, wie es war. Ein wichtiger Film für Rostock.“

„Warnemünde hat sich verändert.“

„Wir sind jetzt fast da, wo wir damals gedreht haben“, sagt Kathrin Vanovitch, die für die Übersetzung des Films zuständig war. „Es ist nicht wiederzuerkennen“, meint auch Ellin Hare. Gerade in den vergangenen drei Jahren sei viel in Warnemünde passiert. „Es ist, als wäre man in ein anderes Jahrhundert katapultiert worden“, sagt die Regisseurin. Auch dem Kameramann Peter Roberts ist die Veränderung aufgefallen. „Das Bild von Warnemünde hat sich entwickelt – es sieht jetzt aus wie viele Orte in der Welt.“ Früher seien der Fischereibetrieb und die Werft das soziale Zentrum gewesen. Heute gebe es hier auch die typischen Geschäfte und Ketten. „Aber es ist auch ein sehr schöner Ort mit seinen Fischerbooten“, ergänzt Hare.

Als das Amber Film & Foto Kollektiv New Castle 1987 zum ersten Mal nach Rostock fuhr, wussten die Filmer nicht, was sie erwartet. Es war ein Austausch-Projekt zwischen dem Kollektiv und der Defa. Während ein Filmteam der Deutschen Film AG nach Nordengland reiste, suchten sich Amber Films hier einen Drehort. „Sie haben sich bewusst für Rostock entschieden“, erzählt Jan Sobotnak von Dok2Media. Wegen des internationalen Hafens der DDR fiel die Entscheidung auf die Hansestadt.

In zwei Wochen abgefilmt

Mit einem Van sind sie damals von England in die ehemalige DDR gefahren. „Als wir über die Grenze gefahren sind, haben sich die Straßen gleich geändert“, erinnert sich Peter Roberts. Es habe auch keine Werbung mehr an jeder Ecke gegeben. „Wir mochten das eigentlich ganz gern. Es war wie in den 1950er Jahren in England“, sagt Ellin Hare. Die Rostocker seien überrascht gewesen, das britische Filmteam zu treffen. „Sie wussten nicht, wie sie reagieren sollten. Aber sie waren extrem freundlich.“ Es sei ganz einfach gewesen, eine Verbindung zu den Warnemündern herzustellen. Selbst wenn man nicht die gleiche Sprache gesprochen hat. „Das Wesen der Menschen ist hier und in Nordengland ähnlich. Das liegt an der See und an den Arbeitswelten“, erklärt auch Jan Sobotka. Nach gerade einmal zwei Wochen war der Film abgedreht. Was sie damals nicht wussten, das Projekt in Warnemünde war noch nicht abgeschlossen.

1984 war das Amber Film-Kollektiv das erste Mal in Warnemünde. 2014 drehten sie hier erneut. Entstanden sind zwei Dokumentationen, die das Leben der Rostocker in zwei Systemen zeigen.

Nach 25 Jahren: „From us to me“

2014 kamen sie wieder in das Ostseebad, um mit den Protagonisten erneut ins Gespräch zu kommen. Es entstand die Dokumentation „From us to me“. „Sie wollten wissen, wie es den Menschen ergangen ist und wie sie zu ihren Äußerungen von damals stehen“, erklärt Sobotka. Wieder dauerte es nur wenige Wochen, bis der zweite Film im Kasten war. Seitdem besuchen die Engländer regelmäßig Rostock. Auch um den Film hier zu zeigen. „Die Zuschauer haben sehr emotional auf den Film reagiert. Viele fühlen sich hier vergessen. Der Fakt, dass wir mit dem Film Interesse zeigen, scheint für sie ein großes Ding zu sein“, sagt Kathrin Vanovitch. Das Filmteam hätte die Ohren und Augen offengehalten und nicht Klischees verbreitet.

Auch Simone Pawlitz war von Anfang an Teil des Projekts. Bei den ersten Dreharbeiten 1987 war sie gerade einmal 21 Jahre alt und arbeitete als Kranfahrerin auf dem Kabelkran. „Wir wussten gar nicht genau, was man sagen darf und was nicht“, erinnert sie sich zurück. „Es war ein ganz anderes Leben, aber es war unser Leben“, sagt die heutige Unternehmerin. Das Team habe die Kamera einfach laufen lassen und habe so wahrheitsgetreue Bilder eingefangen. Spätestens nach dem zweiten Film habe man Kontakt gehalten.

Doku als Zeitzeugnis

Alle sind sich einig, der Film habe auch heute noch Relevanz. „Es ist das Leben der Menschen hier. Es ist ihre Geschichte“, sagt Peter Roberts. Sie hätten über die einzelnen Protagonisten die größere Geschichte der Region erzählt. „Wir müssen von dieser Geschichte für die Zukunft lernen und uns damit beschäftigen, was schlecht, aber auch was gut war“, betont Ellin Hare.

Johanna Hegermann

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