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An allen acht tödlichen Unfällen waren Senioren beteiligt

Kröpeliner-Tor-Vorstadt An allen acht tödlichen Unfällen waren Senioren beteiligt

Polizei und Stadt legten Zahlen für 2016 vor / Mehr Tote, aber weniger Verletzte

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Acht Verkehrstote hat es im vergangenen Jahr auf Rostocks Straßen gegeben. Immer beteiligt: Menschen, die älter als 65 Jahre waren. Sechs kamen ums Leben, in mehreren Fällen waren sie zudem die Verursacher des Unfalls. Diese Entwicklung bereitet Michael Ebert, Chef der Polizeiinspektion und Senator Holger Matthäus (Grüne) Sorgen.

 

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Ich möchte nicht wieder acht Tote haben.Michael Ebert Leiter Polizeiinspektion

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„Ältere sind zunehmend gefährdet, aber auch zunehmend Gefährder“, sagte Matthäus gestern bei der Vorstellung der Rostocker Verkehrsunfallstatistik 2016. Die Zahl der Unfälle ist mit 6084 (2015:

6170), relativ konstant, schätzt Michael Ebert ein. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden. Während die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten leicht sank, starben acht Menschen – im Jahr davor war es nur einer. „Das hat uns massiv betroffen“, sagt Rostocks Polizeichef Ebert.

„Unter den Verunglückten haben die ab 65-Jährigen einen immer größeren Anteil“, hat Michael Ebert die neue Risikogruppe identifiziert. Gleiches gelte inzwischen auch für die Verursacher von Verkehrsunfällen. „Bei älteren Menschen lässt die Achtsamkeit nach“, stellt Polizeioberkommissarin Annegret Witza fest. Seit zwei Jahren treten pensionierte Beamte als Seniorenberater in der Stadt auf, auch um Präventionsarbeit zu leisten. Dazu gibt es Überlegungen, wie ältere Menschen gezielt über ihre Fähigkeiten, sich im Verkehr zu bewegen, informiert werden können.

Nicht nur jüngere Verkehrsteilnehmer seien gefordert, sich auf Senioren einzustellen, auch die Älteren selbst sind gefragt, betont Ebert. „Sie müssen auch kritisch mit sich selbst umgehen“, und sich fragen, ob sie noch Autofahren müssten. „Manche Senioren muss man auch zu ihrem Glück zwingen“, so Ebert. „Ich möchte in diesem Jahr nicht wieder acht Verkehrstote haben.“

Generelles Ziel in Rostock sei es Unfälle zu vermeiden“, betont Holger Matthäus, auch Leiter der städtischen Verkehrsunfallkommission. Hauptverursacher wie auch die größte Gruppe der Verunglückten stellten die Autoinsassen (327) gefolgt von Radfahrern (266) und Fußgängern (82). Hauptursache für Zusammenstöße bleibt Unachtsamkeit, wenngleich seltener als 2015, vor überhöhter Geschwindigkeit und Missachten der Vorfahrt.

Stadt und Polizei haben aktuell 25 Unfallschwerpunkte im gesamten Stadtgebiet ausgemacht und sie versuchen zu reagieren. „Manchmal reichen kleine bauliche Veränderungen oder Markierungen aus“, sagt Mike Wiedow vom Amt für Verkehrsanlagen. So veränderte die Stadt beispielsweise die Ampelschaltung an der Schule in Evershagen, so dass die Schüler sicherer zum Bus und Bahn kommen. Die Zahl der Unfälle sank, berichtet Wiedow. Mit der Rostocker Straßenbahn AG werde auch über Veränderungen an den Haltestellen gesprochen. Michael Ebert hebt hervor, dass auch regelmäßige Verkehrskontrollen helfen, die Unfallzahlen zu senken. Vor allem dem Thema Radfahren werde sich die Polizei intensiver widmen.

Thomas Niebuhr

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