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Rostock Angehende Baufachkräfte schlafen jetzt noch besser
Mecklenburg Rostock Angehende Baufachkräfte schlafen jetzt noch besser
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00:00 31.08.2018
Ausgeruht: Laura Duwe (19) lernt Maurer und Bauingenieur im Zuge einer dualen Ausbildung. Sie hat eine Wohnung und braucht kein Internatszimmer.
Reutershagen

Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit sind die ersten Auszubildenden in das neue Internat bei Abc-Bau in den Fritz-Triddelfitz-Weg eingezogen. Der Anbau kostete 3,3 Millionen Euro und bietet 32 Zweibett-Zimmer, jeweils vier Bewohner teilen sich ein Bad. Bau-Auzubis aus ganz Mecklenburg-Vorpommern absolvieren hier ihre überbetriebliche Ausbildung.

Ausbildungszentrum Abc-Bau nimmt neues Internat mit 64 Betten in Betrieb

„Ist sehr schön geworden“, lobt Internatsleiterin Veronika Bauers die blitzeblanken, neuen Zimmer. Bis zu drei Wochen lang müssen es die Nachwuchsmaurer, -fliesenleger und -zimmerer darin aushalten – so lange dauern die Lehrgänge höchstenfalls. Unterkunft, Verpflegung und Fahrkosten übernimmt der Bauverband. Den künftigen Bewohnern gefällts offenbar auch. „Ich hätte lieber dort ein Zimmer bekommen“, erzählt ein Betonbauer-Azubi, der im alten Internatsteil wohnt.

Was manche überraschen dürfte: Die jungen Leute gehen erstaunlich pfleglich mit Mobilar und Ausstattung um. „In den alten Zimmern sehen alle Möbel noch aus wie neu“, sagt Veronika Bauers. Immerhin haben die schon 18 Jahre auf dem Buckel. Das klappt nicht ohne ihr Zutun. Im Info-Kasten am Eingang mahnt beispielsweise ein Schild: „Deine Mutter ist hier nicht angestellt. Räume hinter dir auf!“

Der zweite Satz durchgehend in Großbuchstaben. Solche Maßnahmen allein reichen aber nicht. Hin und wieder müsse sie auch mal ein paar deutliche Worte sagen, so die Internatschefin. „Ein neues Haus macht einen neuen Menschen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) frei nach Goethe gestern bei der Eröffnungsfeier. Demnach müsse es hier heißen: „Ein neues Haus macht 64 Fachkräfte.“ Ginge es nach den Baufirmen im Land, dürften es noch viel mehr sein.

Knapp 600 Auszubildende beschäftigt die Baubranche im Nordosten zurzeit. Mitte der 1990er Jahre waren es 5000. Immerhin: Seit 2015 steigt die Zahl wieder an. Aber das reicht nicht aus, um die rasant wachsenden Lücken zu füllen, warnt Bauverband-Präsident Rainer Bauer: „Wir bräuchten jedes Jahr 400 neue Auszubildende.“ Es kommen aber lediglich halb so viele. Gleichzeitig gehen jährlich 500

altgediente Fachkräfte in Rente. Viele Beschäftigte sind älter als 55 Jahre, die Rente rückt in Sichtweite.

Aber der Bauverband kann auch Lichtblicke vermelden. Viele Facharbeiter, die MV den Rücken kehrten, weil sie im Westen deutlich mehr verdienten, kommen inzwischen zurück. Die Lohnkluft ist kleiner geworden. Nicht zuletzt durch die Tarifrunde in diesem Jahr, die den landesweit 15400 Beschäftigten ein Lohnplus von 6,5 Prozent brachte. Bauer: „Für zwei Euro mehr in der Stunde lohnt es sich nicht, nach Hamburg zu fahren.“

Gerald Kleine Wördemann

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