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Angeklagter schweigt zu Missbrauchsvorwurf

Stadtmitte Angeklagter schweigt zu Missbrauchsvorwurf

Seit gestern muss sich der 43-jährige Thomas D. vor dem Landgericht Rostock verantworten.

Stadtmitte. Weil er seinen Neffen mehrfach sexuell missbraucht haben soll, muss sich ein 43 Jahre alter Kapitän aus Rostock seit gestern vor dem Landgericht Rostock verantworten.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zur Last, das Kind in 48 Fällen im Zeitraum 2007 bis 2012 missbraucht zu haben. Seit Oktober befindet sich Thomas D. Untersuchungshaft.

Der Angeklagte schwieg auch gestern vor Gericht zu den Vorwürfen. Schon in der Haft und bei der Polizei hatte er keine Angaben zu den Anschuldigungen machen wollen. Auch ein Hinweis des Gerichts, mit einer Aussage dem mutmaßlichen Opfer und der Familie die sehr intimen Fragen vor Gericht zu ersparen, änderte daran nichts. Stattdessen versuchte der Anwalt des Angeklagten bei Prozessbeginn die Zuständigkeit des Gerichts in Zweifel zu ziehen. Begründung: Die Anzeige gegen D. wurde in Potsdam aufgegeben.

In Potsdam lebt das mutmaßliche Opfer, ein Neffe des Angeklagten, bei seiner Mutter, der Schwester von D. Kurz nach dem Tod des Vaters des damals 11-jährigen Jungen soll es zu ersten Übergriffen gekommen sein. Der heute 16- Jährige sei von Thomas D. im Sommer 2007 das erste Mal sexuell missbraucht worden, nur wenige Tage nach der Beerdigung, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Der Junge lebte damals mit seiner Mutter noch in Schwerin.

In den Folgejahren soll es weitere sexuelle Übergriffen gegeben haben, denn das Opfer war während der Schulferien immer wieder bei seinem Onkel zu Gast in Rostock, da der Seemann hier ein Haus besitzt. Laut Staatsanwaltschaft nutzte dieser die Lage aus und verging sich sowohl aktiv als auch passiv an dem Kind. Mit Geschenken und Zugeständnissen, wie langem Fernsehen, soll D. versucht haben, sich den Jungen gefügig zu halten. Den Antrag bezüglich der Zuständigkeit wies das Gericht zurück, denn 39 der 48 vorgeworfenen Übergriffe haben laut Anklage in Rostock stattgefunden. Doch auch in Potsdam und Schwerin soll sich der 43-Angeklagte an dem Kind vergangen haben.

Nach der Anklageverlesung, zu der die Verteidigung vergeblich versucht hatte, die Öffentlichkeit auszuschließen, wurden die weiteren Zeugen ohne Prozessbeobachter vernommen. Die Intimsphäre des Opfers soll so geschützt werden. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Karsten Wilke

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