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Rostock Archäologisches Landesmuseum: Bau soll 2021 beginnen
Mecklenburg Rostock Archäologisches Landesmuseum: Bau soll 2021 beginnen
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06:02 05.11.2018
Das älteste Schlachtfeld der Welt: Die Fundstücke aus dem Tollensetal bei Altentreptow sollen einer der Höhepunkte des Archäologischen Landesmuseums werden. Quelle: Frank Söllner
Rostock

Wie die Slawen und Wikinger über die Ostsee segeln, sein eigenes Großsteingrab bauen oder sich als bronzezeitliche Fürstin verkleiden: Das neue Archäologische Landesmuseum im Rostocker Stadthafen soll Erlebnisraum und Anziehungspunkt für alle Bevölkerungsgruppen werden. „Die Besucher sollen auf eine ganztägige Entdeckungstour gehen können“, sagt Hans-Jörg Karlsen. Der Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Uni Rostock ist der künftige Leiter des Museums.

Gemeinsam mit Landesarchäologe Detlef Jantzen hat Karlsen am Sonnabend auf einer Tagung in der Hansestadt erste Ideen zum Ausstellungskonzept vorgestellt. Neueste Technologien und Medien sollen zum Einsatz kommen. „Wir könnten mittelalterliche Häfen virtuell wieder auferstehen lassen“, sagt Karlsen. Er betont: „Wir wollen Räume schaffen, in denen Besucher sich nicht nur etwas anschauen, sondern auch etwas tun können.“

Vorbild ist dänisches Museum

Im kommenden Jahr wird es zunächst einen großen Architektenwettbewerb geben, so dass 2021 der Bau des Archäologischen Landesmuseums beginnen kann. Das teilen Landeskulturministerin Birgit Hesse (SPD) und Finanzminister Matthias Brodkorb (SPD) auf OZ-Anfrage mit. „Danach heißt es Daumendrücken: Läuft alles nach Plan, könnten wir pünktlich zur Bundesgartenschau 2025 fertig sein. Allerdings ist das nicht sicher“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Als Projektsteuerer arbeitet die Felsner Consult GmbH aus Berlin.

Vorbild für das Landesmuseum ist das Moesgaard Museum im dänischen Aarhus, das Politiker und Fachleute aus Mecklenburg-Vorpommern im August besucht haben. „Das war schon beeindruckend“, sagen Hesse und Brodkorb rückblickend. Sie könnten jedem nur empfehlen, es sich selbst einmal anzusehen. „Wie dort Landesgeschichte an Jung und Alt vermittelt wird, in äußerst imposanter aber immer auch zweckmäßiger Architektur, das ist vorbildhaft“, so die Ministerin und der Minister weiter.

5000 Quadratmeter Nutzfläche

Wollte es die Landesregierung den Dänen gleichtun, seien jedoch mehr als die bisher angedachten 40 Millionen Euro notwendig. „Endgültig entschieden ist hier noch nichts, und auch die Verhandlungen mit der Hansestadt über eine Kostenbeteiligung laufen noch“, teilen Hesse und Brodkorb mit. Zum Vergleich: Die Kosten für Gebäude und Dauerausstellung in Aarhus beliefen sich auf rund 70 Millionen Euro. Das dortige Museum wurde 2014 eröffnet. Es beherbergt mehrere Ausstellungen auf rund 4000 Quadratmetern, einen Hörsaal mit 220 Plätzen, einen Shop und eine Cafeteria.

Im Archäologischen Landesmuseum am Rostocker Stadthafen soll eine Nutzfläche von 5000 Quadratmetern zur Verfügung stehen, informiert Kristina Süße, Abteilungsleiterin für Kultur und Sport in Hesses Ministerium. Die chronologisch gegliederte Dauerausstellung im neuen Museum werde sich über 2000 Quadratmeter erstrecken.

Spielplatz für Kinder

500 Quadratmeter sind allein für Kinder vorgesehen, die sowohl drinnen als auch draußen Spaß haben sollen. Angedacht ist ein großer Spielplatz. Hesse und Brodkorb sind Angebote für Kinder und Familien besonders wichtig, wie sie betonen: „Wir würden uns freuen, wenn das Landesmuseum im Herzen Rostocks hilft, noch mehr Menschen für die Geschichte unseres Landes zu begeistern und zwar in moderner, erfrischender Weise.“

Sonderausstellungen zu aktuellen Themen aus Forschung und Gesellschaft werden auf 800 Quadratmeter gezeigt. 500 Quadratmeter sind für Tagungen und Konferenzen eingeplant. Hinzu kommen Cafeteria, Shop, Lagerräume und Büros. Durch das kostenfreie und offene Foyer sollen Besucher angelockt werden, die hier den „Fund des Monats“ bestaunen können, so die Idee von Landesarchäologe Jantzen.

Einzigartige Funde aus MV

Carsten Schmoldt, Sprecher der Initiative pro Archäologisches Landesmuseum (Ipal), ist begeistert: „Mein Herz schlägt höher. Ich bin bisher von 3000 Quadratmetern als Nutzfläche ausgegangen. 5000 hören sich toll an“, sagt er. Seit Jahren kämpft die Initiative für das Museum. Schließlich habe MV viel zu bieten: „Wir haben fantastische Funde mit Weltbedeutung“, betont Johannes Kalbe, der ebenfalls Sprecher von Ipal ist.

Diese Exponate sollen zu den Höhepunkten des neuen Archäologischen Landesmuseums gehören.

Höhepunkt der Dauerausstellung sollen die Fundstücke vom Tollensetal sein – dem ältesten Schlachtfeld der Welt, wie der künftige Museumsleiter Karlsen sagt. Hinzu kommen einzigartige Funde aus der Bronzezeit sowie Wracks, versunkene Siedlungen und Häfen. Auch die Slawen spielen eine zentrale Rolle – ihre Götter, Fürsten und Handelsplätze.

Kurios: Ein Großteil der Exponate des Vorbildmuseums in Aarhus sind Leihgaben aus MV, darunter der „Kultwagen von Peckatel“, eine Grabbeigabe aus der Bronzezeit. „In Dänemark können die Funde im Moment adäquat gezeigt werden“, sagt Kalbe. Ab 2025 soll das dann auch in Rostock möglich sein.

André Wornowski

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