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Rostock Auch bei Flut endlich trockene Füße
Mecklenburg Rostock Auch bei Flut endlich trockene Füße
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02:25 29.01.2014
Drei Tage lang war das Dorf 2011 geflutet. Quelle: Thomas Sternberg
Lambrechtshagen

Es hat alles etwas länger gedauert, doch nun ist die Rotbäk gezähmt, die Renaturierung des kleinen Bachlaufes abgeschlossen. Auch wenn die Rotbäk nur ein Bach ist, kann sie bei stärkerem Regen zum reißenden Gewässer werden. 2011 flutete sie größere Teile von Lambrechtshagen über mehrere Tage. „Wir sind froh, dass die umfangreichen Bauarbeiten nun vorbei sind“, sagt Bürgermeister Gerhard Matthies. Der Abschluss der Arbeiten soll besonders begangen werden, denn schließlich hat allein die Gemeinde rund 350 000 Euro investiert. Auf der neuen Brücke in der Ortsmitte von Lambrechtshagen, quasi vis-à-vis der Dorfkirche, gibt es am 30. März um 10 Uhr eine Andacht mit Pastorin Peggy Rotter. Danach dürfen sich Interessierte einer Führung anschließen. An den verschiedenen Orten der insgesamt rund 7,7 Kilometer langen Strecke wird ihnen erklärt, was und warum dort etwas in den vergangenen Jahren geschehen ist.

„Wir sind gerade vor dem Frost fertig geworden, das Wasser läuft“, sagt Marco Schreiber, Geschäftsführer vom Wasser- und Bodenverband Hellbach-Conventer Niederung. Der Bodenverband war der Bauherr der Maßnahme. Lediglich im Bereich Vorweden müsse noch nachgearbeitet werden.

In knapp 2,5 Jahren wurden 2,7 Millionen Euro verbaut. 2,35 Millionen Euro sind Förder- und Landesmittel. Den Rest haben die Gemeinde und ein wenig auch der Landkreis Rostock beigesteuert. Der alte Bach war mehrfach kollabiert, zuletzt 2011. Ursache ist die Verrohrung des Gewässers. Sie war in der DDR vor allem für die Entwässerung der Äcker gedacht. Durch die starke Bebauung mit neuen Wohngebieten war das System jedoch überlastet. Auch die gesamte Regenentwässerung des Ostseeparks in Sievershagen landet letztlich in der Rotbäk. So wurde zu den tief liegenden Rohren, sie nehmen auch weiter Wasser auf, darüber der alte Bachlauf in seiner fast ursprünglichen gewundenen Form teilweise komplett neu angelegt.

Vor allem in Lambrechtshagen wurde gebuddelt. „Wir haben die große Pumpstation komplett ab- und zwei kleinere neu gebaut, außerdem mussten dort alle Gas-, Elektro- und Wasserleitungen verlegt werden“, informiert Marco Schreiber. Die Brücke eingangs der Dorfstraße wurde erneuert und am Kirchensteg führt jetzt eine Fußgängerbrücke über den kleinen Wasserlauf.

In ein paar Jahren sollen sich in der Rotbäk und an ihren Ufern auch wieder Stichlinge, Fischotter und Eisvögel tummeln.

Bach bekommt sein altes Bett zurück
Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union trat 2000 in Kraft. Ihr Ziel ist die Förderung einer nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen. So hat die Rotbäk im ersten Abschnitt von Bartenshagen bis zur Ortsmitte von Lambrechtshagen auf 4,8 Kilometern ihre Schlängelform zurückerhalten. Im zweiten Abschnitt von Lambrechtshagen bis nach Vorweden erhielt die Rotbäk noch einmal auf 2,6 Kilometern ihre naturnahe Form.

Zur Verrohrung unter der Erde kam der Graben, der Bachlauf darüber. Außerdem wurden Stürze, Brücken und Rohrdurchlässe zurückgebaut oder optimiert, damit die Wasseraufnahme größer wird.
Unnatürliche Böschungen wurden beseitigt und durch Bäume und Sträucher auf der Südseite ersetzt, um eine Beschattung zu erreichen. Eingefügt wurden Störelemente, damit sich Wasserlauf- und Uferstrukturen neu entwickeln können.



Thomas Sternberg