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Auf sanfte Tour: Pferde rücken Holz

Wiethagen Auf sanfte Tour: Pferde rücken Holz

Rösser arbeiten im nassen Wald ohne Schäden für junge Bäume und den Boden

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Bodenschonend rückt Klaus Pasternok mit der Haflingerstute Rosi Holz in die Nähe des Waldweges.

Quelle: Fotos: Michael Schissler

Wiethagen. Forstwirtschaftlich ist die etwa 8,1 Hektar große Fläche der Revierförsterei Wiethagen, die zum Stadtforst Rostock gehört, für Revierförster Sven Ahrens interessant: „Ahorn, Ulmen, Buchen, Hainbuchen, Eschen und ein bisschen Nadelholz wachsen hier.“ Nur der Untergrund ist problematisch: Er ist weich und nass. 20 bis 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche steht das Wasser. Schwere Maschinen kann und will das Stadtforstamt da nicht einsetzen. „Wir wollen den Wald nicht flächig befahren“, sagt Jörg Harmuth, Leiter des Stadtforstamtes. „Der Boden verdichtet sich und die jungen Bäume, die hier wachsen, werden in Mitleidenschaft gezogen.“ Deswegen haben sich die Rostocker Förster an alte Arbeitsmethoden erinnert: Sie lassen jetzt das Holz von Pferden in die Nähe des Hauptwegs rücken, von dem aus es dann mit leichter Technik geborgen werden kann.

OZ-Bild

Rösser arbeiten im nassen Wald ohne Schäden für junge Bäume und den Boden

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„Wir haben sofort zugegriffen, als wir davon hörten, dass das Land Mecklenburg die Pferderücker bis zu 600 Festmeter mit vier Euro pro Festmeter fördert“, erläuterte Harmuth. Daraufhin hat das Stadtforstamt sofort Marko Jakubzyk aus Buchholz bei Ziesendorf engagiert, der nun mit seinen beiden Pferden das zum Teil recht wertvolles Holz aus dem Wiethäger Revier zieht. Er und sein Mitarbeiter Klaus Pasternok waren dann auch gestern mit dem Tinker Finola und der Haflingerstute Rosi in dem Waldabschnitt im Einsatz. „Für die 600 Festmeter brauchen wir etwa drei Monate“, sagt Jakubzyk, „allerdings sind wir nicht jeden Tag im Wald.“ Wenn alles gut läuft, „schaffen wir 20 Festmeter pro Tag, pro Mann und pro Pferd“, sagt Jakubzyk, der als Zimmerermeister eine besondere Liebe zum Holz und zum Wald hat. „Zuerst habe ich nur mein eigenes Kaminholz mit dem Pferd aus dem Wald geholt, dann habe ich einen Nebenerwerb daraus gemacht.“ Mit Nostalgie allerdings habe die Waldarbeit mit den Pferden nichts zu tun. „Erst nach Jahren merkt man, welche Vorteile das für den Wald hat.“ Das können Harmuth und Ahrens nur bestätigen. Das Wurzelwerk der Bäume wird weit weniger angegriffen als beim Einsatz von Harvestern.Das Arbeiten mit den Pferden braucht auch etwas Gefühl. „Man muss sie an diese Arbeit gewöhnen“, sagt Marko Jakubzyk, „und wir dürfen sie auch nicht überanstrengen, denn sie sollen ja wieder mit uns in den Forst.“

Michael Schißler

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