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Rostock Aus dem Volkstheater wird ein Opernhaus
Mecklenburg Rostock Aus dem Volkstheater wird ein Opernhaus
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06:54 02.02.2016
Davon soll es künftig mehr am Volkstheater geben: „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ ist die jüngste Opern-Inszenierung in Rostock. Quelle: Dorit Gätjen
Rostock

Das Schicksal des Volkstheaters ist besiegelt: Aus der Rostocker Vier-Sparten-Bühne soll spätestens bis zum Jahr 2018 ein reines Opernhaus werden. Das hat Rathaus-Chef Roland Methling (UFR) – als Oberbürgermeister zugleich einziger Gesellschafter der Theater GmbH – entschieden.

Methling hat Geschäftsführer Stefan Rosinski und Intendant Sewan Latchinian angewiesen, schnellstmöglich ein konkretes Konzept für das neue Opernhaus auszuarbeiten. Der Rathauschef bezeichnet das Votum als „Durchbruch“: „Das ist der einzige Weg, hochwertiges Theater und auch einen Neubau auf Kurs zu halten.“ Denn: Das Konzept „Opernhaus“, das von Stadtverwaltung und Theater-Geschäftsführung gemeinsam entwickelt wurde, erfülle alle Vorgaben der Landesregierung. Die Hansestadt sei überzeugt, dass sie aus Schwerin nun nicht nur die jährlichen Zuschüsse, sondern auch Fördermittel für den geplanten 50 Millionen Euro teuren Neubau des Theaters bekommen wird.

Methlings Entscheidung kommt dennoch überraschend: Zwar hatte sich der Aufsichtsrat des Theaters bereits für das Modell „Opernhaus“ entschieden, die Bürgerschaft wollte sich aber erst Mittwoch während einer Sondersitzung mit dem Thema befassen. Dieser Termin wurde noch am Abend abgesagt. „Rostock braucht schnell ein neues, finanzierbares Volkstheater mit Zukunft. Dafür haben wir jetzt ein klares Signal gesetzt“, so Methling gestern.

Die Entscheidung löste sowohl in der Kulturszene als auch in der Politik ein geteiles Echo aus – weil die Entscheidung schmerzhafte Einschnitte am Theater zur Folge hat: Das Musiktheater und auch das Orchester bleiben komplett erhalten, der Tanz- und auch der Schauspielsparte droht jedoch das Aus. „Der Gesellschafterbeschluss macht mir schmerzhaft klar, dass mein gesamtes, etwa dreijähriges Engagement sowie meine Visionen für eine Zukunft des Volkstheaters im Sinne seiner 121-jährigen Tradition auf einem großen gegenseitigen Missverständnis beruht haben könnten“, sagt Intendant Sewan Latchinian. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hingegen bezeichnet das Konzept „Opernhaus“ als „ernstzunehmende Variante“. „Die Landesregierung wird den Vorschlag konstruktiv prüfen.“



Andreas Meyer und Thomas Niebuhr

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