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Rostock Backfisch Junior kauft neues Schiff
Mecklenburg Rostock Backfisch Junior kauft neues Schiff
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00:01 02.12.2017
Noch gehört die „Stelling“ zum Bild des Alten Stroms, aber ihre Nachfolgerin ist schon im Bau. Quelle: Fotos: Michael Schissler
Warnemünde

Der Alte Strom im Seebad und die lange Kette der Schiffe – das macht die Atmosphäre des Stadtteils aus und ist der Anziehungspunkt für die Touristen im Sommer wie im Winter. „Deswegen kommen die Gäste“, sagt denn auch Rostocks Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Den Mann allerdings beschleichen langsam Befürchtungen, dass es in dem Hafen, der wie ein Freilichtmuseum wirkt, negative Änderungen geben könnte. „Wie sieht es demnächst mit den Fischern aus, wenn sie keine Nachfolger finden?“, fragt Ruhnke, der viel Wert darauf legt, dass die Mischung der Wasserfahrzeuge auf dem Alten Strom als Touristenattraktion erhalten bleibt.

„Stelling“ wird abgewrackt / Angst um touristisches Flair / Besitzerwechsel zeichnen sich ab

Tatsächlich kommt einiges in der Szene der Eigner, deren Schiffe am Alten Strom liegen, in Bewegung. Mittlerweile hat ein Schiff den Besitzer gewechselt, ein weiteres steht zum Verkauf. Richtig darüber sprechen möchte derzeit noch niemand, so lange die Geschäfte nicht endgültig abgeschlossen sind.

Allein Guido Rössler, Inhaber der Firma Backfisch Junior, macht öffentlich, was er in der kommenden Zeit plant. Er will sein Imbissschiff „Stelling“ abwracken lassen und durch ein neues ersetzen.

Insofern sorgt das Unternehmen schon einmal dafür, dass er weiterhin interessante Schiffe am Alten Strom zu sehen gibt.

„Die Stelling“, sagt Guido Rössler, „hat früher einmal dem Fischereikutterverein Jugend zur See gehört“. Das Schiff habe einen Maschinenschaden gehabt, die Reparatur habe sich für den Verein nicht gerechnet. Als Verkaufskutter allerdings tat das alte Schiff dem Unternehmen noch gute Dienste. Allerdings hat die Backfisch Junior GmbH noch 150000 Euro investieren müssen, bevor es an der Kaikante und damit im Tourismus eingesetzt werden konnte. Während der Nutzungszeit liefen die Kosten weiter. „Man kann sagen, dass alle vier Jahre 20000 Euro für die Unterhaltung fällig sind“, sagt Sabine Rössler, die ihren Sohn im Geschäft zur Hand geht.

„Die Stelling ist ein reines Holzschiff“, sagt Guido Rössler, „und irgendwann ist das Holz einfach mürbe.“ Nun muss das Schiff abgewrackt werden. „Das kostet rund 25000 Euro“, taxiert der Unternehmer, „denn das ist komplett Sondermüll.“ Allerdings ist dieser Zeitpunkt noch nicht erreicht. Die „Stelling“ wird Ende 2018, Anfang 2019 aus dem Alten Strom verschwinden. „Bis dahin soll das neue Schiff fertig sein“, sagt Guido Rössler. Diesmal hat er sich für ein Stahlschiff entschieden: „Das habe ich im Internet gefunden.“ Welchen Namen das Schiff zuvor trug, kann Rössler nicht sagen, nur: „Es ist 1969 in Dessau gebaut worden und ist ein 17 Meter langer Stahlkutter.“ Das Schiff sei in der Fischerei in der Ostsee im Einsatz gewesen, „und hatte seit der Wende bei der Schiffswerft in Barth seinen Standort“. Der Kutter hatte bereits drei Vorbesitzer, die das Schiff wieder flottmachen wollten.

„Ich starte den vierten Versuch, und der wird auch klappen“, sagt Rössler. Ohne Geld geht das aber nicht. „150000 Euro werden die Umbauarbeiten zu einem Imbisskutter kosten“, sagt der Unternehmer. „Schließlich müssen dort die entsprechenden gastronomischen Elemente rein und beispielsweise die gesamte Elektroanlage“, so Rössler. Weiter müssten die Aufbauten montiert werden und das Deck begradigt werden. „Für solche Summe richten andere sich ganze Ladenlokale ein“, sagt Rössler, der weiß, dass er auf dem Schiff teure Verkaufsflächen hat. „Aber“, sagt Sabine Rössler, „wir wollen weiterhin an der Kulisse am Alten Strom beteiligt sein.“

So sieht es auch Guido Rössler, der nicht nur seine Imbissschiffe – das neue wird übrigens „Rollmops“ heißen – unterhält. Er ist auch an der Angel- und Seetouristik GmbH beteiligt, die ebenfalls alte Schiffe am Strom hat.

Michael Schißler

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