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Rostock Bahn-Pendler in MV brauchen ab Montag starke Nerven
Mecklenburg Rostock Bahn-Pendler in MV brauchen ab Montag starke Nerven
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19:05 03.01.2018
Quelle: Jens Büttner
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Rostock

Bahn-Pendler in MV müssen von der kommenden Woche an viel Zeit einplanen: Die Deutsche Bahn wird ab Montag auf mehreren Strecken Züge ausfallen lassen. Am Knotenpunkt Bad Kleinen bei Schwerin ist wegen umfangreicher Bauarbeiten über drei Monate lang eine Vollsperrung geplant. Vom 8. Januar bis 14. April geht bei der Bahn zwischen Schwerin und Bad Kleinen nichts mehr. Läuft der Zugverkehr derzeit noch eingleisig, sei dann eine komplette Sperrung nötig. Grund: Eine Moorstelle müsse dort beseitigt werden, so Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Daher rolle dort kein Zug mehr. Der Intercity (IC) von Hamburg ende in Schwerin, bis Bad Kleinen werde ein Schienenersatzverkehr Richtung Rostock eingerichtet, der Takt des Regionalexpresses 1 (RE1) ab Bad Kleinen verdoppelt. Zusätzlich sollen pro Fahrt zwei Direktbusse bis Rostock rollen. Fahrzeit laut Bahn: rund 90 Minuten. Zwischen Wismar und Schwerin, wo die Züge von RE 2 und Regionalbahn 17 ausfallen, sei es ein Express-Bus. Auswirkungen habe die Baustelle bei Schwerin bis nach Stralsund, denn die IC-Züge zwischen Rostock und Stralsund sollen entfallen, Fahrgäste müssen auf den Regionalverkehr umsteigen. Betroffen sind Tausende Pendler und andere Zugreisende: allein zwischen Rostock und Schwerin täglich rund 5000, Richtung Hamburg insgesamt 10000. Auf der Strecke Rostock-Stralsund seien jeden Tag rund 2700 Fahrgäste betroffen, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Laut Deutscher Bahn verlängert sich etwa die Fahrt von Rostock nach Hamburg im Regionalexpress um eine auf dreieinhalb Stunden, auf der Strecke Wismar-Schwerin von 30 Minuten auf mehr als eine Stunde.

Unzufrieden ist der Fahrgastverband Pro Bahn in MV mit den Lösungen. Die Belastungen für Pendler hätten geringer gehalten werden können, sagt Sprecher Marcel Drews. Er fordert zum Beispiel eine Streckenführung für Züge nach Hamburg über Lübeck. Geht nicht, kontert Bahnsprecher Ahlert. Denn die Strecke sei nicht elektrifiziert. Drews legt nach: „Die Bahn könnte auch Dieselloks einsetzen.“ Fraglich sei auch, ob die Ersatzbusse im Winter auf glatten Straßen reibungslos rollen. „Für die Bahnkunden werden die Fahrzeiten so oder so länger.“ Und: Er bleibe dabei, so Drews, die Strecke Bad Kleinen-Schwerin müsste nicht komplett gesperrt werden. Nach Meinung von befragten Fachleuten wären die Bauarbeiten auch bei eingleisigem Zugverkehr möglich. „Die Bahn wählt wohl nur die für sie günstigste Variante“, sagt Drews.

Frank Pubantz

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