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Rostock Stundenlange Sperrungen: Bombe hält Rostock in Atem
Mecklenburg Rostock Stundenlange Sperrungen: Bombe hält Rostock in Atem
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06:29 30.08.2018
Nichts ging mehr auf der B103. Quelle: Andreas Meyer
Rostock-Evershagen

Auf der Baustelle für die neue B-103-Querung bei Evershagen hatten Arbeiter gegen 17 Uhr eine britische Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. „Die Bombe wird schon heiß. Wir müssen sie vor Ort entschärfen – durch eine gezielte Sprengung“, so ein Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes gegenüber der OZ.

Der Verkehr kam zum Erliegen

Im Umkreis von mehr mehreren Hundert Metern mussten sämtliche Straßen gesperrt werden – auch die Stadtautobahn, die Marieneher Straße und der Schmarler Damm. Der RSAG stellte den Straßenbahn-Verkehr ein. Die Kleingarten-Anlagen in der Nähe wurden geräumt. Beamte der Bereitschaftspolizei und aus benachbarten Polizeirevieren zogen von Laube zu Laube. Per Lautsprecher-Durchsagen wurden die Anwohner aufgefordert, sich aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. „Wir sind mit mehr als 70 Beamten im Einsatz“, so Polizeisprecherin Dörte Lembke. Für den Notfall hielten sich die Berufsfeuerwehr und der Rettungsdienst bereit.

Haupt-Gasleitung in unmittelbarer Nähe

Die Entschärfung verzögerte sich dennoch über Stunden. Problem: In unmittelbarer Nähe des Fundortes verlaufen zwei Gas-Fernleitungen des Netzbetreibers Ontras – darunter auch eine Hauptleitung, die das Fernwärme-Kraftwerk in Marienehe und Zehntausende Haushalte versorgt. Die Leitungen mussten zunächst vom Netz genommen werden. Erst nach 23 Uhr gab es dann Entwarnung.

Für die Sprengung wurde rund um die Bombe, die etwa die Größe eines Feuerlöschers hatte und mit Kautschuk-Benzin-Gemisch gefüllt war, ein eineinhalb Meter tiefes Loch gegraben. Lob vom Munitionsbergungsdienst aus Mellenthin auf Usedom gab es für die Bauarbeiter: „Sie haben die Baustelle sofort geräumt, richtig gehandelt.“

Die Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Mittwochabend umgehend unschädlich gemacht.

Immer wieder werden Blindgänger gefunden

Der Fund von Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Rostock nicht ungewöhnlich: „Überall, wo wir neue Baustellen beginnen, befassen wir uns mit dem Thema. Diese Hinterlassenschaften werden uns noch Jahre beschäftigen“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die gestern entdeckte Bombe habe vermutlich den früheren Heinkel- Flugzeugwerken in Marienehe gegolten. Die Hansestadt war im April 1942 erstmals bombardiert worden.

Von Andreas Meyer