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Bauern: Ernte gut, Stimmung schlecht

BAD DOBERAN Bauern: Ernte gut, Stimmung schlecht

Die Getreideernte ist beendet. Die Bauern im Altlandkreis Bad Doberan, dem Einzugsgebiet des Bauernverbandes Bad Doberan, sind zufrieden, wie Geschäftsführer Detlef Lindemann sagt.

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Dunkle Wolken mit Symbolcharakter: Trotz der Erträge auf Vorjahresniveau ist die Stimmung der Bauern eher getrübt.

Quelle: Klaus Walter

Bad Doberan. Die Getreideernte ist beendet. Die Bauern im Altlandkreis Bad Doberan, dem Einzugsgebiet des Bauernverbandes Bad Doberan, sind zufrieden, wie Geschäftsführer Detlef Lindemann sagt. Trotz widriger Bedingungen — ein später Start im kalten Frühjahr und eine lange Trockenperiode im Sommer — haben die Erträge das Vorjahresniveau erreicht.

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Verbraucher geben vor, was und wie die Landwirtschaft produziert.“ Detlef Lindemann, Bauernverband Doberan

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Gerste und Raps brachten Lindemann zufolge gute oder zufriedenstellende Erträge, ein paar qualitative Abstriche gebe es beim Weizen. Zwar sei mehr geerntet worden als erwartet, doch die Mengen haben Verlust beim Erlös nicht wettmachen können. Ernte, Bodenbearbeitung und Aussaat fürs nächste Jahr seien aber ohne größere Probleme gelaufen. Lindemann: „Nur die Trockenheit war nicht optimal.“

Die Tierproduzenten hätten mehr Probleme. Der Aufwuchs im Grünland sei infolge der Trockenheit nur gering gewesen, das bedeute weniger Menge und Qualität beim Futter für den Winter. Der Milchpreis sei mit 36 Cent je Liter derzeit stabil, reiche aber immer noch nicht aus.

Der „positiven Lage“ stehe ein Problem im Ansehen des Berufes gegenüber. Immer öfter müssten sich Landwirte gegen Angriffe wehren, die in der modernen Landwirtschaft keine Grundlage hätten, so Lindemann. Massentierhaltung, Gewässerverschmutzung, Tierquälerei seien Schlagworte der Diskussion, die fast kampagnenhaft gegen Bauern geführt werde.

Die konventionelle Landwirtschaft dürfe nicht verteufelt werden, argumentiert Lindemann. „Nährstoffeinträge in Gewässer — das alles wird einzig und allein der Landwirtschaft zugerechnet, nicht aber den Menschen, die in derselben Umwelt leben.“ Dabei seien Düngemittel teuer, keiner könne es sich schon rein finanziell leisten, mehr als nötig auf den Acker zu streuen. „Böden werden ständig untersucht, die verfügbaren Nährstoffe ermittelt, und es darf nur soviel gedüngt werden, wie die Pflanzen aufnehmen können“, erläutert der Verbandsgeschäftsführer.

Der Verband setze auf Transparenz. Jeder Kritiker könne sich in den Betrieben jederzeit über die Arbeit auf den Feldern oder die Haltung von Tieren informieren. Leider täten das ausgerechnet Kritiker nicht oder viel zu wenig. „Letztlich geben die Kunden in den Geschäften vor, was und wie die Landwirtschaft produziert“, sagt Lindemann. „Wenn billig produziertes Fleisch nicht mehr gekauft würde, dann wird es auch nicht mehr produziert.“

 

Klaus Walter

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