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Rostock Baufirma zahlt nicht: Familie bangt um ihre Existenz
Mecklenburg Rostock Baufirma zahlt nicht: Familie bangt um ihre Existenz
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00:00 10.08.2018
Die Besitzer des Hauses in der Gemeinde Dummerstorf konnten es nur durch die Anhäufung immenser Schulden bauen lassen. Quelle: Foto: Christina Milbrandt
Dummerstorf

Der Traum vom eigenen Haus – für ein Ehepaar aus Rostock wurde er zum Horrorszenario. Wegen eines Rechtsstreits mit einer Baufirma konnte das Haus in der Gemeinde Dummerstorf nur durch Anhäufung immenser Schulden fertiggestellt werden. Angefangen hat alles 2015. Das Ehepaar beauftragte die Immobau GmbH mit dem Hausbau. Nachdem die Bodenplatte hergestellt war, kam es jedoch zur Auflösung des Vertrages. Der Grund: Eine andere Baufirma, die Baltic Bau GmbH, machte Provisionsansprüche geltend gegenüber Immobau, da das Ehepaar erst über dieses Unternehmen den Kontakt zu Immobau erhielt. „Wir sind aus allen Wolken gefallen, da wir nach deren Empfehlung dachten, dass die Firmen zusammengehören“, erzählt die 43-jährige Ehefrau.

Letztlich wurde der Vertrag mit Immobau in gegenseitigem Einvernehmen gekündigt und ein neuer mit der Baltic Bau GmH geschlossen. Die bis dahin angefallenen Kosten sollte das Ehepaar aber tragen.

Daraus resultierte ein Streit, der bis heute anhält. Es seien Leistungen in Rechnung gestellt worden, die nicht erfolgt seien, sagt das Ehepaar. Zudem sei keine prüfbare Abrechnung erfolgt und keine Revisionsunterlagen übergeben. Die von ihnen Beschuldigten, darunter unter anderem der Bauleiter, streiten das ab. Bis zur Auflösung des Vertrages seien Planungen erfolgt, hinzu kämen das Baugenehmigungsverfahren, Ausschreibungen für die beteiligten Firmen und Schadensersatz, der an die Firmen gezahlt werden musste, die engagiert wurden, sagen sie.

Das Ehepaar zog vor Gericht – und gewann in erster und in zweiter Instanz. Das Problem: Die 18000 Euro, die ihnen zustehen, sind bis heute nicht geflossen. „Meine Befürchtung ist, dass die Verantwortlichen das Geld untereinander aufgeteilt haben“, sagt der Ehemann. Der Anwalt von Bauleiter Reinhard M., Steffen Pröhl, betont jedoch: Das Urteil sei rechtskräftig, aber seine Mandanten, zu denen neben Reinhard M. auch der damalige Finanzberater Andreas S. gehört, stünden nicht in der Verantwortung, da sie als Unabhängige in das Bauprojekt involviert waren. „Zur Rechenschaft zu ziehen ist in diesem Fall einzig die Baufirma selbst“, sagt Pröhl.

Das will die Familie aber nicht so stehenlassen. Eine Prüfung der Schufaeinträge von Immobau aus dem Jahr 2016 weist Reinhard M. und Andreas S. als Gesellschafter zu diesem Zeitpunkt aus. Der Auszug liegt der OZ vor. Reinhard M. war vor zwei Jahren schon einmal in einen spektakulären Konflikt um ein Bauprojekt verwickelt: Er soll einem Subunternehmer 10000 Euro geschuldet haben, der Streit uferte in eine blutige Gewalttat aus. M. wurde in seinem Haus niedergestochen. Der Täter sitzt im Gefängnis.

An Immobau selbst kommen die Kläger nicht heran. „Der Geschäftsführer ist nicht auffindbar. Mit dem hatten wir auch nichts zu tun, sondern immer nur mit den Gesellschaftern“, sagt die 43-jährige Klägerin. Tatsächlich sind alle Telefonnummern, unter denen die Firma in Rostock lief, abgeschaltet. Auch in Broderstorf, wo die GmbH zum Zeitpunkt des Geschäftes mit dem Ehepaar saß, ist mittlerweile eine andere Firma anzutreffen.

Eine verzweifelte Lage für die Neu-Dummerstorfer, die noch einen neuen Kredit aufnehmen mussten, um das Haus überhaupt fertigstellen zu können. Bislang haben die beiden nichts unversucht gelassen, haben sogar einmal die Adresse des damaligen Geschäftsführers aufgesucht. „Aber das war ein ganz heruntergekommenes Haus, wo wir niemanden angetroffen haben.“ Kurios: Mittlerweile gibt es einen neuen Geschäftsführer, der unter der gleichen Adresse geführt wird. Ob sie ihr Geld je wiedersehen werden, ist fraglich.

Christina Milbrandt

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