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Rostock Begegnungsstätte feiert 20-jähriges Jubiläum
Mecklenburg Rostock Begegnungsstätte feiert 20-jähriges Jubiläum
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20 Jahre Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne psychische Probleme in Groß Klein: Die Mitgründer Arno Peters (links) und Stefan Paulaeck, Leiterin Katharina Klemmer (links) und Mitarbeiterin Doreen Neumann. Quelle: Gerald Kleine Wördemann
Rostock

30 Leute kommen im Schnitt pro Tag in die Begegnungsstätte „TreffBunt 38“, benannt nach der Hausnummer in der Alten Warnemünder Chaussee im Rostocker Stadtteil Groß Klein. „Hier gibt es ganz viele Geschichten zu erzählen“, sagt Torsten Benz, Chef der GGP-Gruppe, dem Träger der Einrichtungen. Geschichten spielten eine große Rolle am Mittwoch. Die Begegnungsstätte „für Menschen mit und ohne psychische Probleme“ feierte ihr 20-jähriges Bestehen.

„In der DDR-Zeit wurde das Thema Psychiatrie unter den Teppich gekehrt“, erklärt Arno Peters. Der Mitgründer der Einrichtung hat selbst seit 40 Jahren mit psychischen Beeinträchtigungen zu tun. In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung fehlte in Rostock eine Möglichkeit für Betroffene, sich außerhalb von Kliniken und Therapien auszutauschen und die häufige Einsamkeit zu durchbrechen. 1998 gründete eine Gruppe um Peters deshalb die Begegnungsstätte, zunächst am Schiffbauerring. Inzwischen wird der Treff dauerhaft von der Stadt finanziert – als einzige Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Leserinnen und Leser der OSTSEE-ZEITUNG leisteten bei der Gründung große Unterstützung. Im Rahmen der OZ-Weihnachtsaktion spendeten sie knapp 80 000 D-Mark (40 903 Euro) für den Treff. Mittlerweile nutzen Betroffene aus ganz Rostock die Angebote. 2016 zog die Begegnungsstätte in das neue Teilhabezentrum in Groß Klein um. Zum Jubiläumsfest kamen viele Freunde, aktuelle und ehemalige Besucher, es gab Programm mit Musik, Basar und Theater.

Acht geringfügig beschäftigte Mitarbeiter – allesamt selbst Erkrankte – organisieren zusammen mit der Leiterin Katharina Klemmer den Tagesbetrieb. „Ich kann hier sein, wie ich bin, das ist doch was“, lobten Besucher in einem Schauspielstück. „Man hat eine Perspektive“, sagt Doreen Neumann, eine der Mitarbeiterinnen. Seit 1990 ist sie aufgrund einer Gehirnschädigung Rentnerin. Daheim auf dem Sofa fiel ihr die Decke auf den Kopf. Der Treff habe ihrem Leben eine neue Perspektive gegeben. „Das hier ist mein zweites Zuhause geworden“, sagt sie.

Gerald Kleine Wördemann

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