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Rostock Springertag: Ohne Ehrenamtler kein Wettkampf
Mecklenburg Rostock Springertag: Ohne Ehrenamtler kein Wettkampf
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05:30 14.02.2019
Hannes Lindner (29) holt für den Springertag die Flaggen der teilnehmenden Nationen aus dem Lager. Nach langer Zeit ist auch Japan mal wieder in Rostock vertreten. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Tief unten in den Katakomben der Neptunschwimmhalle präsentiert Hannes Lindner seine Flaggen. Für jedes Teilnehmerland des 64. Internationalen Springertages wird eine in der Halle aufgehängt. Eine zweite recken die Sportler beim Einlaufen zum Auftakt des Wettbewerbs in die Höhe. Sogar alte Fahnen sind noch in den Regalen, von Ländern, die es gar nicht mehr gibt, wie die der DDR. „Auch heute müssen wir darauf achten, immer die aktuelle Landesflagge hier zu haben. Manchmal ändern sich diese oder es kommen neue dazu“, sagt Lindner. Der 29-Jährige arbeitet ehrenamtlich beim Springertag in der Schwimmhalle.

Er ist Übungsleiter, Ansprechpartner – und Flaggenbeauftragter. „Da wächst man rein“, meint Lindner, der schon seit 11 Jahren freiwillig mit anpackt. Genauso lange wie er früher im Leistungssport als Springer aktiv war. „Jeder Ehrenamtler hat hier sein Spezialgebiet, für das er zuständig ist“, erklärt der Veranstaltungskaufmann. Für die Organisation des Wettbewerbs, der am Donnerstag startet und erstmals vier statt drei Tage dauert, hat er sich eine Woche Urlaub genommen.

Knapp 100 ehrenamtliche Helfer

Das müssten die meisten der fast 100 freiwilligen Helfer, meint Andreas Kriehn, Organisationsleiter des Springertages. Mehr als 100 Sportler nehmen am Wettbewerb teil. Insgesamt sind Vertreter aus 28 Ländern dabei. Da sei ein eingespieltes Organisationsteam gefragt, weiß Kriehn. „Durch unsere jahrelange Erfahrung funktionieren die Mechanismen mittlerweile gut. Jeder weiß, was er zu tun hat.“

Über allem stehe der Wunsch, es den Sportlern und ihren Teams in Rostock so angenehm wie möglich zu machen. Dafür werden die Helfer für verschiedene Arbeitsbereiche eingeteilt. Einige kümmern sich um den Transport der Mannschaften von den Flughäfen Hamburg und Berlin, andere um die Buchungen der Zimmer im Intercity Hotel. Dazu Kriehn: „Einige Sportler haben Extrawünsche, was die Hotelzimmer angeht. Auch das versuchen wir zu berücksichtigen.“

Zudem müsste rund um die Uhr für das leibliche und seelische Wohl der Sportler gesorgt sein, betont Rainer Milles, Präsident des Internationalen Springertages Rostock. Ersteres übernehmen Cateringservice und Ehrenamtler. Möglichkeiten zur Unterhaltung und Entspannung gebe es auch zu Genüge, meint er. So könnten Sportler bei einer Massage sich die Muskeln lockern lassen oder sich auf dem Trampolin in Sprungstimmung bringen. Hin und wieder würden auch Ausflüge in die Region organisiert. Besonders beliebt sei auch der Abschlussabend. „Da kommen alle noch einmal zusammen und feiern“, erzählt Milles. „Mehr als drei alkoholische Getränke pro Person gibt es aber nicht.“

20 000 Euro von der Stadt

Die Motivation hinter dem ehrenamtlichen Engagement beschreibt am besten Olaf Schmidt. Früher begleitete er seinen Sohn zu den Wettkämpfen in die Neptunschwimmhalle, half hier und da bei der Organisation. Der Sohn springt mittlerweile seit Jahren nicht mehr vom Brett. Schmidt jedoch ist als Technikbetreuer für den Springertag geblieben. Er kümmert sich um die Beleuchtung der Halle, die Zahlen auf der Anzeigetafel, die musikalische Untermalung und alles andere, was sich mit dem Computer steuern lässt. „Mir macht die Arbeit hier Spaß. Außerdem gibt es momentan noch keinen anderen, der das macht“, so Schmidt.

Das scheinbar Einzige, was beim Springertag ohne die freiwilligen Helfer funktioniert, ist die Regulierung der Wassertemperatur. Angenehme 28 Grad Celsius im Schwimmbecken und 30 Grad Celsius Lufttemperatur verhinderten, dass sich die Sportler einen Schnupfen holen, erklärt Präsident Milles. Auch der Chlorgehalt werde je nach Verschmutzungsgrad automatisch angepasst. Für die Kosten, die rund um den Springertag entstehen, steuere die Stadt jedes Mal etwa 20 000 Euro bei. „Das zeigt den Stellenwert, den die Veranstaltung für Rostock hat.“

Flemming Goldbecher

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