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Rostock Bewegte Kindheitserinnerungen eines jüdischen Jungen
Mecklenburg Rostock Bewegte Kindheitserinnerungen eines jüdischen Jungen
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02:05 29.09.2014
Schauspieler Fabian Ranglack mit Puppe. Quelle: Andreas Golz
Stadthafen

„Engel mit nur einem Flügel“ heißt die neueste mobile Theaterproduktion der Compagnie de Comédie, die sie in Kooperation mit dem Verein Musework den Schulen der Region anbietet.

Ein Lied Konrad Beikirchers inspirierte die Autoren Franz Josef Fendt und Robert Kiekhöfer zu dem Theaterstück. Der Song handelt von der Deportation eines jüdischen Vaters und seines Sohnes, der auf überraschende Weise gerettet wird. In dem Theaterstück erzählt nun Robert Goldstein von seiner Kindheit und Jugend und seinen Erlebnissen als jüdischer Junge in Deutschland und Frankreich.

„Wir müssen uns mit diesem düsteren Teil unserer Geschichte immer wieder auseinandersetzen und ihn immer wieder neu in Erinnerung bringen“, sagt Regisseurin Sonja Hilberger. Sie hat das Stück inszeniert.

Compagnie-Prinzipalin Martina Witte erklärt: „Wir haben den renommierten Puppenspieler Ulli Schlott mit ins Boot geholt. Er hat für uns die Puppe gefertigt und berät uns künstlerisch.“ Zum ersten Mal biete das Theater diese Mischform, Schauspieler und Puppe, in einem Theaterstück auf. „Das ist eine große Herausforderung für mich“, sagt Schauspieler Fabian Ranglack, der mit einer Puppe auf der Bühne, im Klassenraum oder in der Aula stehen wird.

„Die komplexe Thematik Ausgrenzung, Flucht und Diffamierung in jeder Form ist tagesaktuell“, sagt Martina Witte. Parallelen zu politischen Geschehnissen der Gegenwart seien leicht zu übertragen.

Insofern entspreche das Theaterstück dem Zeitgeschehen.

Was es für Lehrer und Schüler gleichermaßen interessant macht? Die Geschichte wird greifbar und nachvollziehbar erzählt. „Wir gehen nicht mit der riesigen moralischen Keule drauf, sondern wollen mit Sensibilität diesen schwierigen Stoff zugänglich machen“, sagt Regisseurin Sonja Hilberger. Andreas Golz

Tipp: Kostenlose Voraufführung am kommenden Mittwoch, um 18 Uhr, in der Bühne 602



OZ