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Rostock Bilder für die Ewigkeit: OZ-Fotograf wird 70
Mecklenburg Rostock Bilder für die Ewigkeit: OZ-Fotograf wird 70
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00:00 19.04.2013
Sanitz

„Ich habe diese fotografische Ader wohl von meinem Vater“, sinniert Rainer Schulz. Die Akkuratesse der Aufnahmen, die Ästhetik der Fotos. Nicht zu vergleichen mit den Arbeiten der Presseleute, die der junge Schulz als „Flüchtigkeitsfotografen“ bezeichnete. Und siehe da! Im Mai 1965 wurde Rainer Schulz Fotograf bei der OSTSEE-ZEITUNG. Gleich mit wichtigen Themen: Baubeginn fürs Neubaugebiet in Lütten Klein, Gründungsversammlung des FC Hansa. Schulz mit Fotos für die Ewigkeit.

1966 begann er in Leipzig ein Studium für Journalismus, Fachrichtung Bildjournalismus. Jeden Sonnabend in Rostock bis in den Nachmittag die geballte Theorie. „Wenn Hansa ein wichtiges Spiel hatte, waren wir, Dieter Staack (später OZ-Sportchef) und ich, weg“, erinnert sich der Fotograf.

War er unterwegs, dann suchte Rainer Schulz Kontakt zu den Menschen. Ihn interessierte alles. Vom Bauer über den Fischer bis hin zu den hemdsärmeligen Arbeitern. „Auf der Warnowwerft war ich bekannt wie ein bunter Hund“, sagt er schmunzelnd.

Nicht nur dort. Denn Schulz hatte die Kameras auch auf den Sport gerichtet. Fußball? Na klar. Handball? Da kommt er ins Schwärmen. Empors große Jahre mit Meisterschaften und Europapokal hat er begleitet. „Feiern inklusive“, lässt er tief blicken. Boxer, Ruderer, Leichtathleten. „Marita Koch kenne ich schon, da war die 13 Jahre jung“, sagt Schulz nicht ohne Stolz.

Ab 1990 bis 2004 war Rainer Schulz Foto-Chef der OZ. Als er, ausstaffiert mit diversen Ehrungen (Kulturpreis des Bezirkes Rostock für die Bildredaktion 1974, Journalistenpreis 1983), nach 41 Jahren seinen Abschied nahm, liefen die geballte Sportprominenz und wichtige Leute aus der Politik zusammen. Anekdoten schwarz-weiß und in Farbe. Namen, Erlebnisse ohne Ende. Schulz mittendrin.

Ehefrau auch. „Ohne Annerose hätte ich gar nicht so erfolgreich arbeiten können.“ Harte Zeiten mit ihm? „Jawohl“, sagt sie. Ach ja? Doch dagegen stehen zwei wohl geratene Töchter und Enkelkinder dazu, sowie im nächsten Jahr die Goldene Hochzeit. An Feiern wird es im Hause Schulz in Sanitz nicht fehlen. Ein Gast ist immer dabei: Der Fotoapparat.

Andreas Golz

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