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Rostock Bildschöne Muse: Künstler zeigen ihr Rostock
Mecklenburg Rostock Bildschöne Muse: Künstler zeigen ihr Rostock
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08:16 17.04.2018
Kuratorin Elke Neumann und Mathias Beier vom 800-Jahr-Büro betrachten das Bild „Übergabe der Stadt Rostock“. Das Ölgemälde von Heinz Wodzicka wurde zuletzt bei der Kunsthallen-Eröffnung ausgestellt. Nun ist es Teil der Schau „Stadtbild HRO“. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Hansaviertel

Rapper Marteria hat ihr ein Liebeslied geschrieben, Grafiker Feliks Büttner bannte sie auf Papier, Johannes Müller verewigte ihre schönsten Seiten in Öl:

Rostock war und ist die Muse vieler Künstler, hat Bildhauer wie Fotografen zu Meisterwerken inspiriert. Wie Maler, Musiker und andere Kreative die Hansestadt sahen und sehen, zeigt eine neue Ausstellung, die heute Abend eröffnet wird. Unter dem Titel „Stadtbild HRO“ stellt die Kunsthalle anlässlich des 800. Stadtgeburtstags fast 80 Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Drucke von mehr als 30 Künstlern aus.

Das Lieblingsexponat von Kuratorin Elke Neumann ist farbintensiv und von großem Format: Ein Gemälde des Malers Johannes Müller (1935-2012) setzt die Marienkirche mit kubistischen Elementen in Szene.

„Müller nimmt, was da ist und entwickelt es weiter, abstrahiert es. Das gefällt mir sehr“, schwärmt Neumann. Schräg gegenüber präsentiert sich Rostock von einer anderen Seite: Für „Utopia“ hat Juraj Starovecký Teile markanter Plattenbauten zu einer Foto-Collage zusammengefügt. Die Leihgabe hat es Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann angetan. „Vielleicht gelingt es uns, es zu kaufen.“

Die meisten Bilder der neuen Ausstellung sind hingegen längst Teil der Kunsthallensammlung, auch das älteste aller Exponate: „Warnowfischer“ von Egon Tschirner stammt aus dem Jahr 1923 und zeigt auf knapp zwei Quadratmetern Holz vier Seebären, die über mit Ölfarbe gemalte Wellen hinaus auf’s Meer rudern. Arbeiten zu jenen Menschen, die das Lebensgefühl in Rostock formten, stellt „Stadtbild HRO“

malerische Einblicke in die Vergangenheit, wirklichkeitsgetreue Ansichten oder verfremdete Stadtsilhouetten gegenüber. Dabei folgt die Schau bewusst keiner Chronologie. „Das wäre für den Betrachter wenig spannend“, erklärt Elke Neumann. „Stattdessen zerfällt die Ausstellung in Farbflächen.“ Jedem Künstler hat sie ein Farbfeld zugeordnet, auf dem dessen Arbeiten präsentiert werden. So könnten Besucher sowohl den Wandel Rostocks als auch den des jeweiligen Kunstschaffenden ablesen, sagt die Kuratorin.

Dabei gibt es auch ein Stück zu entdecken, das bisher erst ein einziges Mal in der Kunsthalle präsentiert worden ist: „Übergabe der Stadt Rostock (Dimitrewski und Lübke – der 1. sowjetische Panzer 1945 in Rostock)“, ein Ölgemälde von Heinz Wodzicka, wurde seit der Kunsthalleneröffnung im Jahr 1969 nie wieder gezeigt. Nun hängt es neben Videoinstallationen, Fotos und Lithografien.

Bis 3. Juni können Kunstliebhaber die Ausstellung „Stadtbild HRO“ besuchen. Wer nicht allein durch die Epochen wandeln will, kann sich bei verschiedenen Führungen von Kunstkennern die Exponate erklären lassen.

Die Schau ist zeitgleich der Beginn einer neuen Partnerschaft: Die Wohnungsgenossenschaft Schiffahrt-Hafen (WGSH) will die Kunsthalle in den kommenden drei Jahren finanziell und werbewirksam unterstützen.

Bildergalerie: www.ostsee-zeitung.de

Rostock durch die Künstlerbrille

Die Ausstellung „Stadtbild HRO“ wird heute um 18 Uhr eröffnet. Sie ist bis 3. Juni zu sehen. Der Eintritt kostet 4 Euro (ermäßigt 2 Euro). Die Kunsthalle ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint ein Postkartenbuch (9,50 Euro).

Kuratorenführung zur Schau: 22.4. und 3.6., jeweils 14 Uhr Öffentliche Führung: 17. und 24.4.; 8., 5. und 22.5., jeweils um 15 Uhr

Antje Bernstein

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