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Rostock Bildungscampus als Zukunftsgarant
Mecklenburg Rostock Bildungscampus als Zukunftsgarant
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00:22 04.05.2018
Auch ein Memory ist zum Thema programmiert. Quelle: Foto: Falkenberg
Graal-Müritz

Was ist Graal-Müritz für Sie?

Andrea Conteduca: Graal-Müritz ist mein zu Hause. Hier bin ich aufgewachsen. Es fühlt sich gut an, hier zu leben und zu arbeiten.

Wo sehen Sie die guten Seiten des Ostseeheilbades?

Unser Ort ist in eine wunderschöne Natur eingebettet. Als Angestellte im Tourismussektor erlebe ich tagtäglich, dass sich daran Gäste wie Hiesige erfreuen. Wir leben in einem starken und anziehenden Ort. Das lässt viel Gutes für die Zukunft erwarten. Allerdings ist dieses Pfund auch mit einer großen Verantwortung verbunden – wir müssen pfleglich damit umgehen, stets den Einklang zwischen Natur und den Belangen der Menschen vor Ort im Auge behalten.

Wo bemerken Sie Defizite?

Wir brauchen mehr Bürgerbeteiligung und -Information – im Alltag wie in Fragen, die die Zukunft der Gemeinde, also unter anderem das Bauen und die Infrastruktur, betreffen. Ich denke da aktuell an die Gestaltung des Seebrückenvorplatzes. Nur mit den Einwohnern kann da etwas entstehen, was auch den Graal-Müritzerinnen und Graal-Müritzern gefällt. Als Bürgermeisterin werde ich deshalb Foren schaffen, um der Bürgerschaft Möglichkeiten zu bieten, sich einzubringen. Ganz klar: Der Tourismus ist für uns „Kerngeschäft“, an dem viele Arbeitsplätze im Beherbergungs-Gewerbe, in der Gastronomie, im Handel, im Dienstleistungsbereich, im Handwerk hängen. Das bestimmt auch manche Alltagssorgen im Ort, also müssen Gewerbetreibende, Geschäftsinhaberinnen und -inhaber, Unternehmerinnen und Unternehmer, muss die Bürgerschaft insgesamt auf kommunale Entscheidungen und Dienstleistungen deutlich Einfluss nehmen können. Das betrifft übrigens auch ein solch scheinbar kleines Problem wie die Frage, wie ältere Bürgerinnen und Bürger von Müritz nach Graal zum Einkaufen kommen können oder zu einer Veranstaltung ins Haus des Gastes.

Wenn Sie als Bürgermeisterin ins Rathaus ziehen, was wollen Sie als erstes im Ort anpacken?

Wir brauchen mehr Wohnraum, damit junge Leute nicht abwandern müssen und zugleich viele, die im Ort arbeiten, auch hier im Ort leben können. Ich setze mich dafür ein, dass in den nächsten Jahren mindestens 70 Wohnungen zu bezahlbaren Mieten entstehen. Wir brauchen mehr Investitionen in die Kultur, beispielsweise sollte ein Literatursaal für die Bibliothek entstehen. Solche Investitionen stärken die Attraktivität von Graal- Müritz für Einwohner wie für Gäste.

Worauf dürfen sich die Graal-Müritzer in den nächsten Jahren freuen, was wollen sie ändern, fördern, beibehalten?

Als Gemeindevertreterin erlebe ich ein gutes Verhältnis zwischen Bürgermeister und Kommunalpolitikern. Das möchte ich unbedingt beibehalten. Ich werde eine Bürgermeisterin sein, die im Ort lebt und tagtäglich vor Ort unterwegs ist, die niemanden wegschickt oder sich für nicht zuständig erklärt. Mein dringendes Anliegen ist es, der Jugend auch in der Freizeit mehr Raum zu bieten – und das im wortwörtlichem Sinne: Wir müssen endlich Räumlichkeiten für die Jugend schaffen! Zugleich müssen wir spürbar in die Bildung investieren. Ich werde helfen, das Entstehen eines Bildungscampus voran zu bringen, einen gemeinsamen Ort für Grundschule, Greenhouse School, Hort und die Schulsozialarbeit. Auch so machen wir Graal-Müritz zukunftsfest.

Spielerisch zur gesunden Ernährung

Mit flinken Fingern fährt Charlott (8) über den Bildschirm und ordnet die angegebenen Lebensmittel in die Ernährungspyramide ein. Die Kleineren der Kindertagesstätte „Blankenhäger Spatzen“, wie Lotta oder Frid (beide 3), schauen noch zu und lernen schon viel über gesunde Ernährung.

„Wir als eine von 20 Kitas des ASB Regionalverbandes Warnow- Trebeltal wurden durch einen Vortrag der Universität zu Diabetes in jungen Jahren auf die Entwicklung eines Projektes aufmerksam“, sagt Nadine Kremer, Leiterin der Kita. Zwei Kitas, die Blankenhäger und außerdem die Ahrenshäger „Pusteblume“, sind Erprober und Mitentwickler des interaktiven Spiels, dass vom Unternehmen Wirtschafts- und Technikakademie (WTA) erarbeitet wird und im Interesse der gesunden Ernährung von der EU und vom Land mit 150000 Euro gefördert wird. Nach Fertigstellung des Projektes wird jede Einrichtung einen Bildschirm und das Programm zur Verfügung haben und mit den Kindern von drei bis zehn Jahren damit lernen und spielen können. „Bei uns ist die Erprobungsphase abgeschlossen. Nun sind die Ahrenshäger am Erkunden“, sagt Nadine Kremer. Die Erzieherinnen Andrea Streuffert und Katrin Uhlenbrock von der „Pusteblume“ haben in Blankenhagen hospitiert. Auch sie werden das fertige Projekt an die 18 anderen ASB-Kitas weitervermitteln. Ende Oktober soll es so weit sein. Was ist es, was das Spiel so spannend für Mayla, Emma und die Anderen macht? Nadine Kremer fasst es zusammen:

Mittagsmenüs werden zusammengestellt – was ist gesund, was nicht. Mit Blick voraus zur neu entstehenden Lehrküche „Uns Kök“ in Bentwisch wird es die Verbindung zu den Köchen geben. Wo wächst was, wo ist zu viel Zucker enthalten, was gehört zusammen? Neben der Lebensmittelpyramide gibt es Memory, Puzzle, Quiz und auch Malprogramme, alles im Interesse der gesunden Ernährung. „Wir werden auch die Eltern mit einbeziehen“, sagt Nadine Kremer. J. Falkenberg

Wir-Gefühl fördern und Räume für die Jugend

Was ist Graal-Müritz für Sie?

Dr. Benita Chelvier: Heimat und mein Leben. Unser Ort ist einzigartig. Kein mondäner Badeort, sondern besonderes Kleinod. Graal-Müritz hat tolle Einwohner, nette Gäste, ist manchmal nicht einfach, aber aller Anstrengung wert. Ich bin Graal-Müritzerin mit ganzem Herzen.

Wo sehen Sie die guten Seiten des Ostseeheilbades?

Es verfügt über eine hervorragende gemeindliche und touristische Infrastruktur. Wir haben alles vor Ort, was man zum Leben, Wohnen und Urlaub machen braucht, von der Kinderkrippe, über Kindergarten, Grund- und weiterführende Schule, zahlreiche Einkaufstätten und Freizeitmöglichkeiten sowie unser Aquadrom als Sportzentrum mit Schwimmbad. In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine kontinuierliche Entschuldung der Gemeinde.

Wo bemerken Sie Defizite?

In einem Fremdenverkehrsort sollten gemeindliche und touristische Entwicklungen im Gleichklang erfolgen. Bezahlbarer Wohnraum muss erhalten bleiben und Zweckentfremdung verhindert werden. Eine planmäßige Sanierung gemeindlicher Gebäude ist erforderlich. Die Verkehrsinfrastruktur hat Potential. Ich werde prüfen, ob die Tuki Bahn auch für den innerörtlichen Verkehr eingesetzt werden kann.

Die Radwegeführung durch den Ort ist verbesserungswürdig, Geschwindigkeitsreduzierungen des Straßenverkehrs sind auszuweiten. Der Seebrückenvorplatz und seine Umgebung müssen endlich ihrer Bedeutung als Ortsmittelpunkt gerecht werden. Mein Ziel ist, unsere Einwohner wieder mehr in die Entwicklungen einzubeziehen. Ich werde den Menschen auch dort das Gespräch anbieten, wo sie sind. Investoren sollen über unseren Ort, seine Besonderheiten und Regeln informiert sein und diese beachten.

Wenn Sie als Bürgermeisterin ins Rathaus ziehen, was wollen Sie als erstes im Ort anpacken?

Räumlichkeiten für unsere Jugendlichen, die mit dem Umzug des Hortes in die Förderschule frei werden, sind zu sichern und auszubauen. Ich werde einen Arbeitskreis aller pädagogischen Einrichtungen ins Leben rufen. Das Gerätehaus der Feuerwehr muss modernisiert werden. Für den Seebrückenvorplatz sind verbindliche Gestaltungskriterien zu erarbeiten und für den Bereich „ehemaliges Landschulheim“

ist die Entwicklung fortzusetzen. Ich werde prüfen, ob für künftigen sozialen Wohnungsbau auch Fördermittel des Bundes zum Einsatz kommen können und will dazu mit Investoren sprechen. Wir brauchen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Wir brauchen mehr Einwohner mit Hauptwohnsitz in Graal-Müritz.

Worauf dürfen sich die Graal-Müritzer freuen, was wollen Sie ändern, fördern, beibehalten?

Sie dürfen sich auf eine Bürgermeisterin freuen, die im Ort wohnt, sich vor Ort überzeugt, der sie jeden Tag begegnen können. Als Leiterin der Verwaltung möchte ich, dass die Menschen nicht vor verschlossenen Türen stehen. Ich werde das „Wir“-Gefühl fördern, denn wir alle, ob jung oder alt, Einheimische oder Gast, sind Graal-Müritz. Beibehalten möchte ich die respekt- und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung, denn diese ist das oberste Willensbildungs- und Beschlussorgan. Als Bürgermeisterin werde ich bleiben wie ich bin, wie mich die Graal-Müritzer kennen:

ruhig, sachlich, empathisch, unvoreingenommen.

Zwei Frauen wollen ins Rathaus

3700 Einwohner waren am 22. April zur Wahl eines neuen Bürgermeisters aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,5 Prozent, allerdings gab es für keinen der vier Kandidaten eine absolute Mehrheit. Die meisten Stimmen (44,3 Prozent) bekam Dr. Benita Chelvier (CDU), Andrea Conteduca (Linke) erhielt 28,8 Prozent. Nun stellen sich beide der Stichwahl und im Vorfeld den Fragen der OZ zu Problemen und Vorhaben.

Doris Deutsch

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