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Rostock Bis zu 1995 Euro Pflegezuschuss – wichtige Fragen und hilfreiche Antworten zu den Themen Pflege und Erbe
Mecklenburg Rostock Bis zu 1995 Euro Pflegezuschuss – wichtige Fragen und hilfreiche Antworten zu den Themen Pflege und Erbe
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22:01 04.05.2018
Fragen und Antworten zum Thema Pflege und Erbe Quelle: Fotolia
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Rostock

Die Themen „Erben und vererben sowie Pflege von Angehörigen“ bereitet vielen OZ-Lesern Kopfzerbrechen. Das wurde bei den drei Ratgeber-Foren in der vergangenen Woche in Rostock, Grevesmühlen und Greifswald deutlich. Die Infoveranstaltungen führte die OSTSEE-ZEITUNG gemeinsam mit der Notarkammer MV, den Pflegestützpunkten des Landes, der AOK Nordost und der Verbraucherzentrale MV durch. Insgesamt rund 400 Leser nutzten die Chance, sich bei den Pflege-Profis, Notaren und Verbraucherschützern zu informieren. Hier einige wichtige Fragen und Antworten.

Ich möchte trotz der der Pflege meiner Mutter noch berufstätig sein. Wie kann ich die Pflege und Betreuung meiner Mutter während dieser Zeit absichern?

Wenn Sie als Pflegeperson beispielsweise wegen anderer Aufgaben Zeiten überbrücken müssen, kann die Betreuung in einer Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege eine gute Lösung sein. Die Pflegekasse beteiligt sich in solchen Fällen an den Kosten der Pflege und der medizinischen Behandlungskosten sowie an den Transportkosten.

Die Höhe der teilstationären Pflege pro Monat beträgt ab 01.01.2017:

Pflegegrad 2: 689 Euro

Pflegegrad 3: 1298 Euro

Pflegegrad 4: 1612 Euro

Pflegegrad 5: 1995 Euro

Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 haben die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat zu nutzen.

Was passiert mit meinem Rentenanspruch, wenn ich meine Mutter pflege und dafür meine Berufstätigkeit aufgebe?

Wenn Sie Ihre Mutter pflegen und dafür beispielsweise Ihre Vollzeitstelle aufgeben, kann die Pflegekasse für Sie die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Die Voraussetzungen dafür sind:

- Sie pflegen ehrenamtlich einen oder mehrere Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2. Das heißt, Sie erhalten keine Vergütung vom Pflegebedürftigen für Ihre Arbeit. Der Pflegebedürftige darf Ihnen aber das Pflegegeld überlassen.

- Sie arbeiten gar nicht oder nur maximal 30 Stunden pro Woche in Ihrem Beruf.

- Sie betreuen einen oder mehrere Pflegebedürftige(n) und wenden dafür insgesamt mindestens zehn Stunden wöchentlich auf, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage die Woche.

Ich möchte mir die Pflege meines Vaters erleichtern. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten, zum Beispiel für die Pflegehilfsmittel, die die häusliche Pflege erleichtern. Dabei wird zwischen zwei Arten von Pflegehilfsmitteln unterschieden:

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe. Hierfür zahlt die Pflegekasse bis zu 40 Euro monatlich.

Technische Hilfen sind nicht zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel und werden bevorzugt geliehen. Hierzu gehören beispielsweise Pflegebetten oder Hausnotrufsysteme. Hierbei trägt der zu Pflegende (ab 18 Jahren) grundsätzlich zehn Prozent der anfallenden Kosten, maximal 25 Euro.

Um passgenaue Hilfen und Unterstützung zu erhalten, empfiehlt sich bei dieser Frage das Beratungsgespräch, in dem Ressourcen und erforderliche / gewünschte Hilfestellung, Angebote, usw. gemeinsam mit Ihnen besprochen werden können. Lassen Sie sich von der Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt beraten.

Ich bin Alleineigentümer eines Einfamilienhauses. 2012 habe ich geheiratet. Ist mein Ehemann durch die Eheschließung Miteigentümer am Grundstück? Ich möchte ihn absichern für den Fall meines Todes.

Durch eine Eheschließung erwirbt der Ehepartner nicht automatisch die Stellung eines Miteigentümers. Auch in der Ehe behält jeder Partner grundsätzlich sein eigenes Vermögen. Zur Absicherung Ihres Ehemannes im Todesfall wäre ein Testament denkbar, in dem Sie Ihren Ehemann zum Erben bestimmen, danach würde er Eigentümer am Grundstück werden.

Mein Mann hat ein voreheliches Kind. Wir möchten dieses von der Erbfolge ausschließen. Wir haben ein Hausgrundstück. Ist das Berliner Testament für uns günstig?

Die gegenseitige Erbeinsetzung, die das Berliner Testament vorsieht, ist in Ihrem Fall nicht günstig. Sollten Sie als Ehefrau zuerst versterben, geht Ihr Vermögen auf den Ehemann über und würde bei seinem Tod den Pflichtteilsanspruch des vorehelichen Kindes erhöhen. Dies kann durch andere testamentarische Gestaltungen verhindert werden.

Mein Mann hat aus erster Ehe drei Kinder, zu denen wir seit Langem keinen Kontakt mehr haben. Gemeinsam haben wir zwei Kinder. Wer erbt, wenn mein Mann zuerst stirbt und kein Testament vorliegt?

Verstirbt Ihr Mann zuerst, erben Sie und alle fünf Kinder. Sie bilden dann eine Erbengemeinschaft und müssen sich selbst über den Nachlass auseinandersetzen, was unter Umständen schwierig werden könnte. Errichtet Ihr Mann zu Ihren Gunsten ein Testament, erben Sie allein. Alle fünf Kinder haben dann jedoch einen Pflichtteilsanspruch.

Mein Mann brachte drei und ich zwei Kinder mit in die Ehe. Gemeinsam haben wir einen Sohn. Er soll das Haus erben. Muss er die anderen auszahlen? Können wir das verhindern?

Sie können das Grundstück Ihrem gemeinsamen Sohn vererben. Dazu müssen Sie ein Testament errichten. Die anderen Kinder wären dann pflichtteilsberechtigt. Pflichtteilsansprüche verhindern oder zumindest den Anspruch reduzieren können Sie, indem Sie das Haus zu Lebzeiten Ihrem Sohn schenken. Nach geltendem Recht würde der Wert des Grundstücks bei der Pflichtteilsberechnung dann nur anteilmäßig hinzugerechnet. Jährlich werden zehn Prozent des Wertes abgezogen, sodass der Sohn, wenn Sie noch zehn Jahre leben, keine Pflichtteile auszahlen müsste. Die Schenkung stellt jedoch dann keine empfehlenswerte Lösung dar, wenn Sie lebzeitig in der Immobilie wohnen bleiben möchten und hierfür ein Wohnungs- oder Nießbrauchsrecht vereinbaren, da sich dann die Pflichtteilsansprüche gerade nicht verringern. Durch eine entsprechende Testamentsgestaltung kann möglicherweise die Höhe des Pflichtteils gegenüber der gesetzlichen Erbfolge verringert werden.

Penne Volker

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