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Rostock Blick in die Produktion: Bei TRW geht der Airbag auf
Mecklenburg Rostock Blick in die Produktion: Bei TRW geht der Airbag auf
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03:44 05.09.2013
Ingo Haarnack (3. v. r.) führte Gruppen über das Firmengelände. Besucher konnten hinter die Kulissen schauen. Quelle: Mathias Otto
Laage

Seit Anfang der 80er Jahre verhindern Airbags oft schwere Verletzungen nach einem Aufprall, Autofahrer vertrauen seitdem auf dieses Sicherheitssystem. Nur wissen viele nicht, wie der Schutzmechanismus funktioniert. Einen Einblick hinter die Kulissen bekamen Gäste nun bei TRW Airbag Systems in Laage-Kronskamp.

Besonders für junge Leute mit Blick auf einen Ausbildungsberuf kam diese Gelegenheit wie gerufen. Benjamin Felgner (16) war besonders aufmerksam, will er doch Elektroniker oder Mechatroniker werden.

„Die Firma gefällt mir. Ich kann mir gut vorstellen, hier zu arbeiten“, sagt der Rostocker, der zusammen mit seinem Vater das Unternehmen besuchte. Der Schüler will nun seine Bewerbung nach Kronskamp schicken.

Falls die Voraussetzungen stimmen, kann er sogar im kommenden Jahr seine Ausbildung dort beginnen — denn TRW Airbag Systems ist auf der Suche nach Nachwuchs. „Wir bilden auch Industriemechaniker aus und erstmalig Industriekaufleute", sagt Personalleiter Ingo Haarnack (33). Wer bei dem Tochterunternehmen eines amerikanischen Konzerns die Ausbildung beginnt, hat auch gute Chancen übernommen zu werden. „Die Fluktuation liegt unter einem Prozent, wir bilden für den eigenen Bedarf aus und streben zudem die Übernahme nach der Ausbildung an“, so Haarnack.

Mehrere hundert Gäste wurden erst kürzlich in kleinen Gruppen bei laufendem Betrieb durch die Produktion geführt. Hier entstehen Gasgeneratoren, die dafür sorgen, dass sich der Airbag aufbläst.

Mehrere Schritte sind nötig, um das Gasgemisch in Generatoren zu bringen. Von der Halle, wo die chemischen Komponenten vorbereitet werden, gelangen die Einzelteile zum Vermischen zur Mühle und anschließend zur Presse. Hier entstehen kleine Tabletten. Auf einer automatischen Produktionsanlage werden sie in die Generatoren verbaut. „Bei einem Aufprall werden dadurch die Tabletten entzündet.

Das dadurch entstehende Gas füllt den Airbag in knapp 50 Millisekunden“, erklärt Haarnack. Die Sicherheit spielt bei bei TRW die größte Rolle. 70 Prozent der Arbeit in der Produktionsanlage geht für die Prüfung drauf, nur 30 Prozent für Montageschritte . „Da wir nicht wie bei einem elektrischen Gerät die Gasgeneratoren prüfen können, ist der Aufwand so hoch“, sagt Prüfstandleiter Torsten Berg.

Den Gästen hat der Rundgang gefallen. „Wir arbeiten eng mit der Firma zusammen, allerdings war ich noch nie in der Produktion", berichtet Verena Schmidt von der AOK.

Mathias Otto

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