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Rostock Bluthochdruck: Krankheit auf leisen Sohlen
Mecklenburg Rostock Bluthochdruck: Krankheit auf leisen Sohlen
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14:29 26.10.2018
Axel Pudimat, Apotheker und Chef des Apothekerverbandes MV, misst Blutdruck bei Alin Ahrens (29). Quelle: Werner Geske
Rostock

„Das Problem bei hohem Blutdruck ist, dass man selbst zunächst nichts davon merkt. Doch wenn er auf Dauer auftritt, wird er zu einer Gefahr für die Gesundheit“, sagt Axel Pudimat (50). Der Vorstandsvorsitzende des Apothekerverbandes MV, selbst Inhaber einer Rostocker Apotheke, lässt keine Chance aus, um auf die Risiken eines beständig zu hohen Blutdrucks hinzuweisen und Ratsuchenden Tipps zu geben.

„Manchmal werde ich gefragt: Wie konnte es dazu kommen, dass ich jetzt so hohe Werte habe? Meine Antwort darauf lautet, dass unsere normale, häufig ungesunde Lebensweise oft die Ursache für dauerhaft hohen Blutdruck ist.“ Der Fachmann betont: „Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf, Rauchen und regelmäßiger Alkoholgenuss in Verbindung mit Dauerstress bilden eine unheilvolle Mischung.“ Und wenn gewünscht, machen er oder eine seiner Mitarbeiterinnen gleich die Probe aufs Exempel: Ralf Borchert (46) ist einer von denen, die es genau wissen wollen und sich von Pudimat den Blutdruck messen lassen. Fünf Minuten später kennt der Hansestädter seine aktuellen Werte - 150/90 mm Hg. Der Apotheker wiegt bedenklich den Kopf: „Sie sollten sich unbedingt beim Arzt vorstellen und ihre Lebensweise überdenken“, gibt er dem Untersuchten mit auf den Weg.

„Die Gefahr besteht, dass die Aufregung über einen erhöhten Messwert dann zu einem noch höheren Blutdruck führt“

Gleichzeitig räumt er ein: „Die Lebensweise für einen besseren Blutdruck zu ändern, ist für die meisten Frauen und Männer sehr schwierig!“ Doch nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sollte man ein Auge auf seinen Blutdruck haben, empfiehlt Pudimat. „Ich kann nur dazu raten, spätestens ab einem Alter von über 50 Jahren seinen Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren.“ Generell ist ein regelmäßiger Check beim Hausarzt für jeden empfehlenswert. Wer nicht häufig in hausärztlicher Behandlung ist, der kann in fast jeder der etwa 400 Apotheken hierzulande schnell und unkompliziert seinen Blutdruck messen lassen.

Danach ist häufig erkennbar, ob beispielsweise ein Arztbesuch dringend zu empfehlen ist. Ob man sich ein eigenes Messgerät anschafft, muss jeder für sich selbst entscheiden. Manchmal gibt es Probleme mit der Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der Messungen. Und zu Hause findet man meistens niemanden, mit dem man die Ergebnisse besprechen kann. „Die Gefahr besteht, dass die Aufregung über einen erhöhten Messwert dann zu einem noch höheren Blutdruck führt“, sagt Pudimat.

Vorgehen beim Blutdruckmessen

Der Fachmann erläutert das Vorgehen beim Blutdruckmessen: Bevor der Check beginnt, sollte man einige Zeit ruhig sitzen und dabei eine entspannte Sitzhaltung einnehmen. Zu empfehlen ist, dass die Beine nebeneinander stehen, nicht übereinander liegen. Der Grund: Ansonsten steigt der Blutdruck durch die Anspannung der Muskulatur. Wichtig ist, dass der Messpunkt am Arm sich immer in Herzhöhe befindet. Liegt er tiefer, so ist der gemessene Wert zu hoch, bei einem höher liegenden Messpunkt fällt er zu niedrig aus. Dabei gilt: Je zehn Zentimeter unterhalb der Herzhöhe liegt der systolische (obere) Messwert etwa acht mm Hg und der diastolische (untere) rund sechs mm Hg zu hoch.

Es empfiehlt sich, den Blutdruck zweimal nacheinander zu kontrollieren, dabei aber eine Pause von ein bis zwei Minuten einzulegen. Der Wert der zweiten Messung fällt in der Regel niedriger aus. Er sollte aufgeschrieben werden.Von Bedeutung ist auch, dass die Manschette nicht locker angelegt wird. Ist das der Fall, sind die Messungen manchmal ungenau. Das trifft auch zu, wenn die Manschette über dickerer Kleidung liegt oder wenn der Oberarm durch enge Kleidung eingeengt ist. Ein dünnes, lockeres Kleidungsstück am Arm ist dagegen für moderne Geräte meistens unproblematisch.

Abweichungen von Messung zu Messung sind normal

Wer den Blutdruck am Oberarm misst, sollte darauf achten, dass sich der aufblasbare Teil der Manschette an der Innenseite des Oberarms befindet. Viele Patienten nutzen Messgeräte für das Handgelenk. Wenn alles funktioniert, messen auch diese Modelle recht exakt. Es können bei Handgelenksmessungen jedoch mehr Fehler als bei herkömmlichen Geräten auftreten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Arm in verschiedenen Positionen gehalten wird oder bei der Messung angespannt ist. Deshalb sollten unbedingt die Bedienungshinweise des Herstellers beachtet werden.

Wer sichergehen möchte, dass sein Blutdruck zuverlässig erfasst wird, sollte sich für Geräte entscheiden, die von der Deutschen Hochdruckliga überprüft wurden. Diese tragen ein Prüfsiegel. Am besten probiert man vor dem Kauf, ob man mit dem Gerät zurechtkommt. In der Apotheke lassen sich Vergleichsmessungen durchführen.

Kostenloser Blutdruck-Pass

20 Millionen Erwachsenein Deutschland haben einen zu hohen Blutdruck. Besorgniserregend ist die hohe Dunkelziffer derer, die nichts von dem „stillen Killer“ in ihrem Körper wissen: etwa 20 Prozent der

Betroffenen. Für diese vier Millionen Menschen verstärkt sich das Risiko für Herzinfarkt,

Schlaganfall, Nierenschädigung und Minderung des Sehvermögens erheblich.

Damit Hochdruckpatienten und Betroffene, bei denen ein zu hoher Blutdruck gerade

diagnostiziert wurde, eine gute Blutdruckeinstellung erreichen, empfehlen die Experten den kostenfreien Blutdruck-Pass der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/Blutdruckpass.html zur täglichen Eintragung der Blutdruck- und Pulswerte. Mit dem Blutdruck-Pass lässt sich die Blutdrucksituation des Patienten der letzten Wochen oder Monate auf einen Blick erfassen und eine optimale Blutdruckeinstellung erreichen.

Abweichungen von Messung zu Messung sind aber normal. Allein schon deshalb, weil das Messverfahren keine ganz exakten Werte liefern kann und sich unser Blutdruck oft sehr schnell verändert. Die Abweichungen zwischen verschiedenen Messmethoden und Geräten sollten aber nicht mehr als zehn mm Hg ausmachen! Ansonsten sind weitere Vergleichstests nötig. Messungen können immer fehlerhaft sein.

Deshalb sollte man sich nur auf die durchschnittlichen Werte von mehreren Untersuchungen – am besten über mehrere Tage – verlassen, bevor wichtige Änderungen vorgenommen werden. Die Blutdruck- und Pulswerte am besten in einen Blutdruckpass (siehe Kasten) eintragen und regelmäßig mit dem behandelnden Arzt auswerten!

Werner Geske

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