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Rostock Bombensuche am neuen Behördenzentrum
Mecklenburg Rostock Bombensuche am neuen Behördenzentrum
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17:52 07.09.2018
So könnte das neue Behördenzentrum an der Blücherstraße in Rostock nach der Fertigstellung aussehen. Die Planungen laufen aber noch. Quelle: Arge Buttler + Brenncke Architekten
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Rostock

In dem kleinen Büro im ersten Stock saßen früher mal die Beamten des Kriminaldauerdienstes (KDD). Geblieben sind nur eine Pinwand – mit Visitenkarten Rostocker Bestatter – und ein Stadtplan an der Wand. Denn seit geraumer Zeit steht der Raum leer – seit dem 11. September 2015, um genau zu sein. Das ist jedenfalls der letzte Tag, der im vergilbten Kalender noch markiert ist. Danach sind die Polizisten umgezogen, in die KTV. Und nicht nur das Büro des KDD, sondern das komplette ehemalige Präsidium an der Blücherstraße ist seitdem – seit drei Jahren – verwaist. Ein Schandfleck mitten in Rostock. Doch das soll sich nun ändern: Der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) hat mit den ersten Arbeit an der Blücherstraße begonnen. In den kommenden Jahren soll das Gebäude zum neuen Zentrum für die Landesbehörden in der Hansestadt umgebaut werden.

Neubau kostet bis zu 40 Millionen Euro

Fast 35 Millionen Euro hatte das Land bereits 2017 für den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Polizeipräsidiums genehmigt. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, die Raumordnung sowie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr sollen spätestens 2022 in den Bau einziehen. Alle Ämter haben bisher ihren Sitz in Behörden-Hochhaus in der Südstadt. Dort muss das Land aber rund eine Million Euro Miete pro Jahr an den privaten Eigentümer zahlen. Das Geld möchte sich die Landesregierung in Zukunft sparen. „Noch sind die Planungen aber nicht abgeschlossen, die letzten Details werden noch besprochen“, sagt BBL-Projektleiter Frank Meyer. Immerhin habe jede Landesbehörden andere Anforderungen. „Die müssen wir alle unter ,einen Hut bringen’.“Gearbeitet wird an der Blücherstraße aber schon jetzt – „um Geld und später dann auch Zeit zu sparen“, erklärt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. „Wenn wir ,grünes Licht’ für den Bau bekommen, wollen wir auch direkt starten können.“ Bis Ende Februar sollen deshalb nun unter anderem alte Garagen, Mauern, Anbauten sowie Beton- und Pflasterflächen abgerissen werden. „Wir schaffen Platz für Neues“, so Hoffmann. Auch Asbest und andere Schadstoffe sollen bereits entfernt und entsorgt werden.

8000 Löcher für die Bombensuche

Und außerdem: Fachleute werden auf dem Gelände der alten Polizei nach Kampfmitteln suchen – nach Bomben oder Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwar wurde der Bau an der Blücherstraße nach dem Krieg, in den 1950er Jahren errichtet – im Stile des sozialistischen Historismus –, nach alter Munition sei damals aber offenbar vor dem Bau nicht gesucht worden. „Das müssen wir jetzt nachholen“, so Projektleiter machen. Die Fachleute wollen dafür blaue Plastikrohre in die Erde treiben – jeweils sechseinhalb Meter tief. „Dann kann das Erdreich sondiert werden.“ Insgesamt seien bis zu 8000 Bohrungen auf dem 16.000 Quadratmeter großen Areal an der Blücherstraße nötig. „Das wird bis Februar dauern“, so Frank Meyer. Rund 2,4 Millionen Euro kosten allein diese vorbereitenden Maßnahmen. Zu den weiteren Kosten – wenn laut Plan Ende 2019 der „richtige“ Umbau beginnt – sagt der BBL noch nichts. Das hänge noch von verschiedenen Faktoren ab. Nur so viel sei klar: Der Altbau müsse komplett entkernt werden, an der Seite zur Ferdinandstraße entsteht ein Neubau. Vermutlich wird hier das Landesamt für Gesundheit einziehen – mit eigenen, neuen Laboren. „Das Ensemble wollen wir erhalten. Das Gebäude selbst aber steht nicht unter Denkmalschutz“, sagt Meyer. Und: Vermutlich leben in dem alten Gemäuer auch Fledermäuse. Die müssten umgesiedelt werden.

Gebäude wird wieder überwacht

Und auch für ein anderes Problem hat der BBL bereits eine Lösung: Nachdem sie sowohl aus der ehemaligen Allende-Klinik, als auch aus der ehemaligen Straßenmeisterei an der Stadtautobahn vertrieben worden waren, hatten sich Jugendliche die alte Liegenschaft als neuen, illegalen Treffpunkt ausgesucht. Der BBL hat nun Kameras und Überwachungsmasten aufstellen lassen: „Binnen weniger Minuten ist die Polizei vor Ort, wenn jemand illegal das Gebäude betritt“, sagt Christian Hoffmann.

Andreas Meyer

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