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Rostock Bonsai-Tage: fernöstliche Kultur an der Ostsee
Mecklenburg Rostock Bonsai-Tage: fernöstliche Kultur an der Ostsee
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19:23 02.11.2018
Mitglieder des Arbeitskreis Bonsai MV bei den Vorbereitungen zu den 15. Bonsai-Tagen. Quelle: Anh Tran
Rostock

Die Rostocker Kunsthalle steht seit Freitagabend ganz im Zeichen fernöstlicher Kultur. Dort eröffneten der Arbeitskreis Bonsai MV und die Deutsch-Japanische-Gesellschaft (DJG) die 15. Bonsai-Tage. Vom 3. bis 4. November können Besucher über 65 Bonsaibäume bestaunen. Damit fällt die Veranstaltung auf denselben Zeitraum wie die Art Rainbow Ausstellung, ein Projekt der DJG, die den Austausch zwischen Rostock und der Partnerstadt Kyoto fördert. „Es ist zwar eher der Terminplanung geschuldet, dass beides auf ein Wochenende fällt, aber es ergänzt sich sehr gut“, sagt Johannes Kunze, Vorstand der DJG und Initiator beider Veranstaltungen. Die Bonsai-Tage fanden in den letzten Jahren unabhängig vom Kunstprojekt statt.

Die Ausstellung gibt es seit 2003. Damals konnten sich nur wenige für die kleinen Bäume begeistern. „Die Schau fand die ersten Male im chinesischen Garten im IGA-Park statt, und es waren nur eine Handvoll Leute da“, erinnert sich Manfred Labitzke. Der Ausstellungsleiter beschäftigt sich seit 1986 mit Bonsai und übernahm 2007 die Leitung der Veranstaltung. „Da hat sich viel getan. Es gibt Höhen und Tiefen, aber mittlerweile sind wir sehr zufrieden“, ergänzt er. Letztes Jahr waren rund 560 Besucher anwesend.

Manfred Labitzke beschäftigt sich seit 1986 mit Bonsaibäumen und übernahm 2007 die Leitung der Ausstellung. Quelle: Anh Tran

Künstler lassen sich über die Schulter gucken

Um das Interesse weiterer Besucher zu wecken, setzten die Veranstalter auf zusätzliche Mittel. „Wir haben versucht, passend zu den Bonsai, andere Elemente aus der japanischen Kultur einzubringen“, sagt Johannes Kunze. So gab es neben klassischen Gemälden auch Kalligrafie zu sehen – die japanische Kunst der Schönschrift. Auch sogenannte Cosplayer in bunten Kostümen und Flötenspieler ergänzten die Ausstellung bereits. Dieses Jahr kommt die Papier-Faltkunst Origami zum Einsatz und schmückt die Halle mit bunten Figuren.

Mit der Eröffnung der Bonsai-Tage begrüßte die Kunsthalle auch fünf japanische Künstler, die für das Art Rainbow Projekt anreisten. Sie arbeiten ab Sonnabend ein Stockwerk unter der Bonsaiausstellung an ihren Werken, die am 10. November ausgestellt werden. Besucher können den Künstlern dabei über die Schulter schauen. „Es ist ausdrücklich erwünscht, dass ihnen dabei zugeguckt wird“, betont Kunze. Von Holzschnitt und Fotografie bis zu Eisenskulpturen und klassischer Malerei ist alles dabei. „Wir sind unglaublich froh, hier zu sein. Es ist sehr aufregend“, sagt Jo Ishida, Leiter der japanischen Kunstgruppe. Es habe sehr viele Bewerbungen gegeben. Deshalb sei es umso freudiger für die Ausgewählten, an dem Projekt teilnehmen zu dürfen, ergänzt er.

Die japanischen Künstler Jo Ishida und Ryo Wakabayashi arbeiten ab dem 3. November für die Art Rainbow Ausstellung in der Kunsthalle. Quelle: Anh Tran

Deutsch-japanische Kontakte tief verwurzelt

Die Zusammenarbeit zwischen DJG und der Partnerstadt Kyoto geht bis 1988 zurück. Damals reisten Freunde des deutsch-japanischen Malers Heinrich Johann Radeloff aus Kyoto nach Rostock und begeisterten viele Kunstliebhaber mit ihrer Arbeit. Das Art Rainbow Projekt wurde 2006 ins Leben gerufen. Seitdem reisen deutsche und japanische Künstler jedes Jahr ins jeweils andere Land, um zu arbeiten und ihre Werke zu präsentieren. „Unsere Zusammenarbeit ist tief verwurzelt“, sagt Michaela Selling, Vizepräsidentin der DJG.

Die Beteiligten beider Ausstellungen stört es nicht, dass sie das Rampenlicht teilen müssen. Die größere Vielfalt würde mehr Besucher anlocken, findet Frank Radomski, Mitglied beim Arbeitskreis Bonsai. „So kommen auch Besucher, die sich nur für Bonsai oder nur für japanische Kunst interessieren. Jetzt kommen sie für eines her und gucken sich beides an.“ Gemeinsam mit Manfred Labitzke und anderen Ausstellern wird er am Sonntag die Bearbeitung und Gestaltung seiner Bäume demonstrieren.

Ursprünglich war auch die Anreise von Sei Ichi Ou, dem Enkel des letzten koreanischen Kaisers, geplant. Dieser leitet in Kyoto das Museum für kulturellen Austausch. Aus gesundheitlichen Gründen fällt der Besuch jedoch aus.

Anh Tran

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