Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Borwinbrunnen: Warten auf das Geld
Mecklenburg Rostock Borwinbrunnen: Warten auf das Geld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:32 14.04.2018
Die Stadtverwaltung hat den Bauzaun dichter an den beschädigten Brunnen herangerückt. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Güstrow

Die Brunnensaison in Mecklenburg-Vorpommern ist gestartet – überall im Land sprudelt es wieder. Nur am Pferdemarkt in Güstrow bleibt es vorerst still. Denn der Borwinbrunnen ist nach der Pyro-Attacke in der Silvesternacht weiter stark beschädigt (die OZ berichtete). Ein Teil der Wasserschale wurde weggesprengt. Kosten für die Reparatur: mindestens 100

Sprengattacke zerstörte Denkmal / Güstrower bangen um Förderung / Spendenaktion läuft weiter

000 Euro. „Wir wollen den Brunnen so schnell wie möglich sanieren. Aber wir müssen erst abwarten, ob wir Fördermittel bekommen“, sagt Andreas Ohm (CDU), Präsident der Stadtvertretung. Laut Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) hat es dazu in der vergangenen Woche Gespräche mit dem Land gegeben. „Ergebnisse liegen noch nicht vor.“ Doch egal, wie Schwerin auch entscheide: „Wir werden den Brunnen auf jeden Fall wieder sanieren. Er ist ein Einzeldenkmal und Teil unserer Stadtgeschichte“, betont Schuldt.

Der Brunnen war 2003 schon einmal durch Pyrotechnik stark beschädigt und mit Spendengeldern repariert worden. Auch Fördermittel flossen. Und genau das könnte bei der Bewilligung von Geldern nun ein Problem sein. „Der Brunnen ist schon zweimal gefördert worden“, sagt Schuldt. Und so ein Förderprogramm sei nun einmal keine Versicherung für Vandalismus. Dennoch hoffe er, „dass wir die Förderung bekommen“.

Auf dem Spendenkonto der Stadt sind bisher 9708,70 Euro für den Brunnen eingegangen. „Das ist eine tolle Sache. Das Geld stammt allein von den Bürgern“, sagt Schuldt. Er rechnet mit weiteren Spenden durch kommunale Unternehmen. Auch laufe parallel eine Aktion der Ostseesparkasse.

Für Diskussionen sorgte zuletzt der Vorschlag, den Brunnen vorübergehend mit einer Plane verhüllen zu lassen. Darauf könnte dann das Spendenkonto aufgedruckt werden, hieß es. Andere Stadtvertreter brachten ein, dass Kinder die Plane zum Brunnenfest am 6. Mai bemalen könnten. Keiner der Vorschläge setzte sich durch. Ein Argument in der Diskussion war dabei auch, dass die Folgen der Tat in der Silvesternacht als mahnendes Beispiel vorerst weiter sichtbar bleiben sollen. Zudem sollte die Verhüllung zwischen 750 und 1500 Euro kosten – was der Steuerzahler zusätzlich zur Reparatur gezahlt hätte. Am Ende ist nun der Bauzaun verkleinert worden und dichter an den Brunnen herangerückt.

Gegen den Verursacher des Schadens, einen 30 Jahre alten Güstrower, ist es noch zu keiner Anklage gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft Rostock mitteilt, ist der Mann zwar geständig gewesen, dennoch dauern die Ermittlungen an. Es gibt wohl einen möglichen zweiten Beschuldigten. Kommt der Fall vor Gericht, müssen die Tatverdächtigen mit einer Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren rechnen.

Leiser geworden sind die Rufe nach einem Pyro-Verbot zu Silvester in der Innenstadt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme rund um den Borwinbrunnen. Vor 14 Jahren etwa standen dort noch Stände vom Weihnachtsmarkt. Einige gingen durch Pyrotechnik in Flammen auf, Feuerwehrleute wurden beim Löschen mit Raketen beschossen. Durch erhöhte Polizeipräsenz hat sich die Lage in den darauffolgenden Jahren entspannt. „Wäre jetzt der Vorfall am Brunnen nicht gewesen, hätten wir eine ruhige Silvesternacht gehabt“, sagt Schuldt. Nächste Woche tagt der Güstrower Präventionsrat – dort könnte das Thema noch einmal aufgegriffen werden.

Spenden für die Sanierung des Brunnens bitte auf Konto mit der IBAN: DE16130500000605777772, Ostseesparkasse Rostock, BIC:

NOLA DE21ROS, Verwendungszweck: „Spende Borwinbrunnen“. Die Stadt stellt auf Wunsch Spendenquittung aus.

1889 erbaut

Der Borwinbrunnen ist 1889 am -Pferdemarkt in Güstrow errichtet worden. Erst 20 Jahre später floss auch Wasser aus dem Brunnen. Das Bauwerk soll an die Gründung der Stadt 1228 erinnern und gilt als Denkmal für den Gründer der Stadt. Der sechseckige, aus Sandstein gehauene Brunnen zeigt Fürst Heinrich Borwin II. mit der Urkunde zur Stadtgründung in seiner rechten Hand. Mit der linken Hand stützt er sich auf einen Schild, auf dem der Rostocker Greif dargestellt ist. Der Brunnen wurde 1999 restauriert. Nach einer Beschädigung in der Silvesternacht zu 2004 wurde er mit Unterstützung durch Spenden wieder repariert.

André Wornowski

Mehr zum Thema

Beim Wanderfrühling vom 13. bis 22. April stehen 60 kostenfreie Angebote auf dem Programm

14.04.2018

Junge Familien beleben den abgelegenen Ort zwischen Greifswald und Stralsund

16.04.2018

Tägliche Kalendereinträge und das Lesen der Zeitung gehören auch heute noch zum Alltag von Dora Höfs

18.04.2018

Internationales Kunstprojekt hofft auf Helfer / Schiff ab 19. Mai im Stadthafen

18.04.2018

Ausschuss fordert: Wohnungsgesellschaft muss Niedrigenergiehäuser errichten / Wiro: Dann würden die Mieten steigen

19.04.2018

Linken-Chef Dietmar Bartsch fordert Transparenz und Klarheit im Umgang mit dem Schutzgebiet „Wolfsberger Seewiesen“

14.04.2018