Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Brinckmansdorfer in Sorge: Bäume sollen Baugebiet weichen
Mecklenburg Rostock Brinckmansdorfer in Sorge: Bäume sollen Baugebiet weichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 08.06.2017
Die Anwohner Monika Meier und Rainer Cammann wollen auch, dass die alte Kaufhalle verschwindet – nicht aber die Bäume . Quelle: Foto: André Wornowski
Brinckmansdorf

Wie viele neue Häuser sind im Hüerbaasweg geplant? Wie viele Bäume sollen gefällt werden? Das sind die Fragen der Anwohner. „Wir bekommen aber keine vernünftigen Antworten“, sagt Monika Meier. Der Brinckmansdorfer Ortsbeirat sieht das anders. Mit großer Mehrheit hat er jetzt der Rostocker Bürgerschaft empfohlen, dem Abwägungs- und Satzungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan zuzustimmen. Dieser sieht eine Wohnbebauung auf 0,6 Hektar vor.

Nach jahrelanger Diskussion will die Stadt im Hüerbaasweg Baurecht schaffen

Nur in einem Punkt sind sich Anwohner, Planer und Ortsbeirat einig: Die alte Kaufhalle im Hüerbaasweg ist ein Schandfleck und muss weg. Dafür muss der neue Bebauungsplan her. Wie dieser ausgestaltet wird, darüber gibt es Streit.

„Ich verstehe nicht, warum der Abriss der Kaufhalle mit einer Waldrodung gekoppelt werden muss“, sagt Rainer Cammann (75), Anwohner im Hüerbaasweg. Ohne große Not würden gesunde Bäume abgesägt, um dann woanders neue anzupflanzen. „Das ist schon kurios“, sagt Cammann. Er nennt das Vorgehen „unverhältnismäßig“.

Auch würden die Anwohner gern die Verkehrsflächen aus dem Bebauungsplan heraushalten. Ihre Sorge: Wird die heutige Einbahnstraße mit einbezogen, könnte sie bald verbreitert werden. Denn das langfristige Ziel hinter den ganzen Planungen sei es doch, viele weitere Wohnungen und Häuser am Hüerbaasweg bauen zu lassen. Und die Kosten für den Straßenbau würden dann auf sie abgewälzt werden, befürchten die Anwohner.

Die Stadt verspricht jedoch: „Es wird keine Veränderung an der bestehenden Straße und damit auch keine finanziellen Folgen für die Anwohner geben“, sagt Thorsten Hortig-Delaunay vom Stadtplanungsamt.

Anwohner Cammann ist skeptisch: „Warum müssen die Verkehrsflächen dann unbedingt mit in den Bebauungsplan? Das zeigt doch nur, dass weiter geplant wird.“ Laut Hortig-Delaunay könnte die Straße tatsächlich weggelassen werden. „Dass wäre dann aber kein qualifizierter Bebauungsplan mehr.“ Es sei üblich, die Verkehrsflächen mit einzubeziehen.

Der Ortsbeirat pflichtet der Stadtverwaltung bei. „Es muss vorausschauend geplant werden. Wir wissen nicht, was in 30 Jahren passiert“, sagt Beiratschef Karl Scheube (SPD). Die Diskussion um den Hüerbaasweg dauere bereits seit Jahren an. Schon 2009 war dort ein Netto geplant – was am Widerstand der Brinckmansdorfer scheiterte. Dann sollte eine 1,8 Hektar große Fläche in den Bebauungsplan einfließen. „Jetzt sind es 0,6 Hektar“, sagt Scheube. Doch die Verkleinerung beruhigt die Anwohner nicht. „Für den Investor Lutter Immobilien lohnt es sich doch gar nicht, die Kaufhalle abzureißen, wenn er dort nur zwei Häuser hinstellen darf“, sagt Anwohnerin Meier.

Dass Wald gerodet werden soll, macht die Anwohner noch stutziger. Doch laut Stadt sei es gesetzlich vorgeschrieben, dass bei einem Baugebiet im Umkreis von 30 Metern die Bäume gefällt werden müssen.

„Die Behörden und das Landesforstamt hatten hier wenig Einwände“, sagt Stadtplaner Hortig-Delaunay. Wie viele Bäume gerodet werden, könne jedoch erst gesagt werden, wenn später ein konkreter Bauantrag vorliege. Klar sei: Als Kompensation müssen an deren Stelle neue Bäume angepflanzt werden. „Wann und wo das passieren wird, muss dann im Detail geklärt werden“, sagt Hortig-Delaunay. Die Entscheidung treffe das Landesforstamt.

Ortsbeiratschef Scheube mahnt die Anwohner indes noch in einem anderen Punkt: „Ich kann nur allen empfehlen, ihre Hecken zurückzuschneiden, wenn die Vorgärten auf öffentlichem Verkehrsraum stehen.

Das muss nicht sein.“

André Wornowski

Rostock OZ-Schulnavigator Teil 13: Die Integrierte Gesamtschule Baltic-Schule - Schule setzt Segel Richtung Zukunft

Baltic Schule auf innovativem Kurs / Berufseinstieg durch praktische Angebote

07.02.2018
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 12: Der Schulcampus Evershagen - Zwei Schulen unter einem Dach

Gesamtschule in Evershagen bietet Vielfalt und passenden Schulabschluss für jedes Kind

06.02.2018
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 11: Das Schulzentrum Paul-Friedrich Scheel - Beste Bedingungen für jedes Kind

Schulzentrum Paul-Friedrich Scheel legt Schwerpunkt auf körperliche und motorische Entwicklung

02.02.2018
Anzeige