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Brinckmansdorfer kämpfen für Brunnen

Brinckmansdorf Brinckmansdorfer kämpfen für Brunnen

Vorplatz und Denkmal am Weißen Kreuz sollen endlich saniert werden, fordert der Ortsbeirat in einem Antrag

Brinckmansdorf. Der neue Haushaltsplan der Hansestadt hält für die Brinckmansdorfer in den Jahren 2018 und 2019 einige Verbesserungen bereit. So sind zum Beispiel Gelder dafür vorgesehen, an besonders dunklen Ecken die Beleuchtung zu verbessern. Auch sollen für die grundhafte Sanierung der Neubrandenburger Straße immerhin die Planungen begonnen werden. Doch was aus Sicht des Ortsbeirates wieder einmal fehlt, ist die Sanierung des Brinckmanbrunnens inklusive des Vorplatzes. Mit einem Änderungsantrag wollen die Brinckmansdorfer dies nun noch nachträglich in den Haushaltsplan hineinbekommen. „Die Sanierung ist mehr als wichtig“, sagt Ortsbeiratschef Karl Scheube (SPD). Zumal der Stadtteil bald sein hundertjähriges Bestehen feiern will.

 

OZ-Bild

Brinckmansdorfs Ortsbeiratsvorsitzender Karl Scheube sitzt vor dem John-Brinckman-Brunnen am Weißen Kreuz.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

„Der Brunnen ist ein Dauerbrenner. Wir haben das Problem immer wieder angesprochen und bekommen keine Antwort dazu. Das ist etwas unbefriedigend, gelinde ausgedrückt“, sagt Scheube. Zwar sei der Brinckmanbrunnen im neuen Haushaltsplan erwähnt. „Aber da geht es nur um den wassertechnischen Teil“, so der Ortsbeiratschef. Aus Sicht der Brinckmansdorfer ist eine komplette Umgestaltung des Platzes notwendig. Der Brunnen soll mehr in den Vordergrund rücken. Stadtplaner müssten Ideen entwickeln, damit der Ort wieder mehr zu einem Treffpunkt werde. Andernfalls sei die ganze freie Fläche rund um das Denkmal nutzlos, so der Tenor.

Der Brunnen selbst war erst im Jahr 2009 saniert worden. Aus Scheubes Sicht sei dadurch jedoch keine Besserung eingetreten. Im Gegenteil. „Schon drei bis vier Wochen später sah er schlechter aus als vorher“, sagt der Ortsbeiratschef. Die Mosaike – Illustrationen aus Romanen von John Brinckman (1814-1870) – seien völlig verblasst.

Restaurator Wolfram Vormelker hat diesen Effekt in der Vergangenheit gegenüber der OZ mit einem physikalischen Phänomen erklärt. Denn vor der Sanierung 2009 seien sämtliche Fugen ausgespült und offen gewesen. Dies hatte den optisch positiven Nebeneffekt, dass das Licht an den Seiten der undurchsichtigen Gläser eindringen konnte – und die Mosaike zum Leuchten brachte.

Bei der Sanierung habe Vormelker dann aber die Fugen wieder schließen müssen. Andernfalls hätten die Mosaike nicht mehr lange gehalten. Der Restaurator versuchte, die Bilder mit Mikrowachs wieder zum Leuchten zu bringen – dieser witterte jedoch nach einem halben Jahr ab. Auch sprach Vormelker mit Glasmachern. Alles ohne Erfolg. Es gebt nichts, was den Brunnen dauerhaft zum Glänzen bringe, so der Restaurator. Auch handle es sich bei den Mosaiken nicht um die Originale. Die jetzigen seien erst in den 1970er Jahren angebracht worden.

Auch der Kalkstein am Brunnen sei nicht zu entfernen, ohne dass die Granitoberfläche leiden würde, so Vormelker. Ohnehin würde das Problem stets wiederkehren. Das Rostocker Wasser sei zu kalkhaltig.

Dem Restaurator tue das alles sehr leid; er ärgere sich jedes Mal darüber, wenn er am Brunnen vorbeifahre. Aber er habe einfach keine Lösung, so Vormelker.

Die Stadt hat sich beim Brunnen zuletzt auf die Verkehrssicherungspflicht und den Erhalt der Funktionstüchtigkeit beschränkt. Schilder warnen vor Gehwegschäden. Bausenator Holger Matthäus (Grüne) räumte gegenüber der OZ ein, dass die Kritik am Gesamtzustand von Brunnen und Platz berechtigt sei. Für eine umfassende Sanierung habe aber bisher das Geld im Haushalt der verschuldeten Hansestadt gefehlt.

Nun ist Rostock schuldenfrei. Und der Ortsbeirat hofft, mit seinem Antrag noch erfolgreich zu sein. „Es muss etwas passieren“, sagt Scheube.

Mit in den Haushalt aufgenommen werden sollen zudem noch die Gehweganbindung Neubrandenburger Straße und Fritz-Mackensen-Weg, die Beleuchtung des Weges von der Neubrandenburger Straße nach Kassebohm parallel zu den Bahngleisen, die Oberflächensanierung der Straßen in Brinckmanshöhe und Kassebohm sowie die Instandhaltung sandgestemmter Geh- und Radwege.

Ältester Brunnen der Stadt

Der Brinckmanbrunnen, im Jahr 1914 erbaut, ist der älteste noch existente Brunnen der Stadt. Ursprünglich hat er am Schröderplatz Wasser gespien, wurde dann aber wegen des stetig wachsenden Verkehrs 1935 in die Grünanlagen des Vögenteichplatzes versetzt. Als dort die Bebauung begann, wurde der Brunnen 1969 abgebaut und eingelagert. 1974 ist er am Weißen Kreuz wieder aufgebaut worden.

Der Brunnen stammt vom Rostocker Maler und Bildhauer Paul Wallat (1879-1964).

André Wornowski

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