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Rostock Buckelwal hatte vollen Magen – keine großen Plastikstücke
Mecklenburg Rostock Buckelwal hatte vollen Magen – keine großen Plastikstücke
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15:47 11.06.2018
Der gestrandete Buckelwal wird auf Gelände des Nautineums in Stralsund seziert. Quelle: Stefan Tretropp
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Stralsund/Graal-Müritz

Nach der Sektion des bei Graal-Müritz gestrandeten toten Buckelwals beginnt für die Forscher des Deutschen Meeresmuseums jetzt die wissenschaftliche Kleinarbeit. Von dem Kadaver seien hunderte Proben von Muskel-, Fett- und Organgewebe genommen worden, sagte der Biologe Timo Moritz am Montag in Stralsund. Gesichert wurde auch der komplette Magen- und Darminhalt des Giganten.

„Wir haben Krebse und Kleintiere im Magen gefunden, aber keine größeren Plastikstücke“, sagte der Forscher. Auch sechs Bandwürmer seien gefunden worden - dies sei aber für Wale ein „sehr geringer“ Parasitenanteil. Ergebnisse von toxikologischen Untersuchungen stünden noch aus. Plastik gilt als großes Problem in den Meeren. Anfang Juni war in Thailand ein Kurzflossen-Grindwal mit 80 Plastiktüten im Bauch gestorben. Zuvor hatte das Tier fünf Tüten erbrochen. Eine Rettungsaktion misslang.

Erst der zweite Fund dieser Art

Der am Samstag tot gestrandete Buckelwal ist erst der zweite dokumentierte Todfund dieser Spezies an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern, wie Moritz sagte. Im Jahr 2003 wurde bei Groß Schwansee in der Lübecker Bucht ein 6,04 Meter langes totes Buckelwal-Weibchen entdeckt und zur Analyse ins Deutsche Meeresmuseum gebracht.

Durch die Analyse der Proben erhoffen sich die Forscher Hinweise auf die Todesursache. Ein Verhungern, eine größere Krankheit oder eine Schiffskollision schließen sie bislang aus. Möglicherweise habe Stress oder eine andere bislang nicht sichtbare Krankheit zum Tod des jungen Weibchen geführt. Auch ein Ertrinken könne bislang nicht ausgeschlossen werden.

Skelett kommt ins Museum

Die Gewebeproben wurden nach der Entnahme in Formalin oder Alkohol eingelegt und so für weitere Forschungen konserviert. Der Magen- und Darminhalt wurde eingefroren, ebenso die grob vom Fleisch befreiten Knochen des 8,64 Meter langen Kadavers, wie Moritz sagte. Die Knochen sollen später zur Reinigung in ein so genanntes  Mazerationsbad mit bioaktivem Waschmittel gelegt werden, wo Bioenzyme in wochen- bis monatelanger Arbeit die Knochen von Fleischresten befreien. Danach komme das Skelett in die Sammlung des Museums, eventuell sogar in die Ausstellung. „Das ist Skelett ist in einem sehr guten Zustand“, sagte Moritz.

Besuche von Buckelwalen in der Ostsee wurden häufiger dokumentiert, so 1978 der Wal „Ossi“, der sich monatelang in der Ostsee aufhielt. Auch für 2008 ist ein Buckelwal in der deutschen, dänischen und schwedischen Ostsee nachgewiesen. Im Jahr 2014/2015 hatte offenbar eine Buckelwal-Mutter mit ihrem Jungtier in der Ostsee überwintert. Forscher sprachen damals von einer „Sensation“. Auch 2016 wurde ein Buckelwal im Greifswalder Bodden beobachtet. Normalerweise paaren sich Buckelwale in subtropischen Gewässern, bekommen ihr Junges und schwimmen im Sommer in den Norden.  Das Tier hatte sich offenbar in die Ostsee verirrt.

Martina Rathke / Dpa

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