Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Rostock wächst – und hat dennoch Platz für alle.
Mecklenburg Rostock Rostock wächst – und hat dennoch Platz für alle.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 15.03.2019
Im Bündnis für Wohnen arbeiten sie engagiert zusammen: Kai-Uwe Glause vom Mieterverein, Verena Herfort vom Verband der privaten Immobilienwirtschaft, Andreas Breitner vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen, Bauamtsleiterin Ines Gründel und Oberbürgermeister Roland Methling (v. l.) Quelle: Claudia Labude-Gericke
Rostock

Die Hansestadt wächst – und hat dennoch Platz für alle. Davon ist zumindest Roland Methling (parteilos) überzeugt. „Wir haben für jeden eine Wohnung“, sagt der scheidende Oberbürgermeister. Im gleichen Atemzug schränkt er allerdings ein: „Es wird aber auch künftig so sein, dass wir nicht jedem seine Wunschwohnung anbieten können.“ Um den angespannten Mietmarkt in der Hansestadt trotz weiteren Zuzugs ein bisschen zu beruhigen, arbeiten seit einem Jahr Vertreter der Verwaltung zusammen mit Investoren und Verbänden der Wohnungswirtschaft sowie Kammern in einem Bündnis für Wohnen.

Am Donnerstag wurde nun eine gemeinsame Vereinbarung unterschrieben, die bis 2023 gilt und eine aktive, sozial verträgliche und nachfragegerechte Weiterentwicklung des Wohnungsmarktes garantieren soll. Ziel aller Beteiligten sei es, pro Jahr mindestens 1200 neue Wohnungen zu schaffen – bis 2035 sogar insgesamt 26 000. Dies umzusetzen, verlange von allen Beteiligten ein hohes Engagement. Das unterzeichnete Papier soll die Rahmenbedingungen dafür festhalten.

Bauherren wollen Vertrauen von der Stadt

„Für uns ist diese Vereinbarung die Arbeitsgrundlage dafür, dass Rostock künftig an den richtigen Stellen für den richtigen Preis wächst. Davon haben dann auch alle Bürger etwas“, sagt Andreas Breitner. Er ist Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, dessen Mitglieder allein in der Hansestadt 60 000 Wohnungen besitzen. Die angegebenen Neubau-Ziele seien zwar ehrgeizig: „Aber wenn sich alle an das Papier halten und Abweichungen mit uns auf Augenhöhe besprochen werden, dann kann das klappen“, so Breitner.

Gruppenbild der Bündnispartner. Quelle: Claudia Labude-Gericke

Die von seinem Verband vertretenen Unternehmen wollen auch bauen, allerdings vor allem dann, wenn sie die entsprechenden Grundstücke besitzen. Erbbaupacht sei für ihn deshalb keine erstrebenswerte Grundlage der Zusammenarbeit. „Wir sind die Bestandshalter, die nicht spekulieren und sich so anständig verhalten, dass sie das Vertrauen für den Kauf geben und verdienen“, sagte der Verbandsdirektor.

Bürger gehen vermehrt auf die Barrikaden

Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) freute sich über die bisher gute Zusammenarbeit des Bündnisses, dessen Gründung im September 2017 durch das Stadtparlament beschlossen worden war. „Allerdings dürfen wir nicht vergessen, die Bürger mitzunehmen“, sagte er – wohlwissend, dass eine Vielzahl von Bauvorhaben Initiativen von Gegnern auf den Plan rufen könnten, wie es auch aktuell schon bei der Diskussion um den neuen städtischen Flächennutzungsplan der Fall ist.

Investoren wünschen sich Rückendeckung

Dass die Bürgerbeteiligung wichtig ist, aber auch Verfahren verlängert sowie teurer macht, weiß Verena Herfort, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der privaten Immobilienwirtschaft. „Der Widerstand ist größer geworden“, sagt sie. „Der Dialog war früher aber auch ein anderer und fand nur zwischen Unternehmen und Politik statt“, ergänzt Hartmut Thede von der Firma Semmelhaack, die seit 2015 in Rostock Wohnungen baut.

In der Hansestadt hätte sein Unternehmen bisher noch keine negativen Erfahrungen gemacht –und das vor allem deshalb, „weil wir heute als Investoren von Anfang an nicht nur die Politiker, sondern auch die Bürger direkt überzeugen müssen“, sagte Thede, der sich diesbezüglich mehr Mut und Rückendeckung von öffentlichen Entscheidern wünschen würde. Die Vereinbarung gebe ihm diesbezüglich aber ein gutes Gefühl. „Und es ist positiv, dass immer wieder zwischendurch geschaut werden soll, wie es läuft.“

Bezahlbarer Wohnraum im Fokus

Dass sich die Vereinbarung auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum konzentriert und auch geförderte Mietwohnungen sowie altersgerechtes Bauen einbezieht, freut Kai-Uwe Glause. Mit Blick auf unter einen Prozent Leerstand hatte der Geschäftsführer des Mietervereins am Mittwoch noch von einer Wohnungsnot in Rostock gesprochen, relativierte das aber kurz darauf. „Und jede Vergrößerung des Angebotes sorgt ja auch für eine gewisse Entspannungswirkung auf dem Mietmarkt“, so Glause. Das Bündnis-Papier stimme ihn optimistisch, dass in der Hansestadt in absehbarer Zeit neue Wohnungen jeden Segments sowie in allen Preislagen und Ausstattungen entstehen.

Claudia Labude-Gericke

Auch die neuen Entwürfe von Stadt und Wiro stoßen auf Widerstand. Der Ortsbeirat stimmte dennoch für das Vorhaben. Es sei ein Kompromiss.

14.03.2019
Rostock Moderatorin stellte Buch über ihr Leben ohne Zucker vor - Anastasia Zampounidis: „Ich habe 37 Jahre lang meine Leber misshandelt!“

Sie sieht jünger aus, hat weniger Falten und keinen Heißhunger mehr. Die zuckerfreie Ernährung hat ihr Leben umgekrempelt, erzählt die Moderatorin Anastasia Zampounidis.

15.03.2019

Den ganzen Tag im Freien toben, Tipis bauen, Vögeln lauschen: Für die Kindergartenkinder aus Roggentin wird dieser Traum nun Wirklichkeit. Der Verein Auf der Tenne hat eine Waldgruppe gegründet. Und für die gilt: Drinnen gespielt wird nur im Notfall.

14.03.2019