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Rostock Erster Bürgertalk: Anwohner ärgern sich über Müll im Wald
Mecklenburg Rostock Erster Bürgertalk: Anwohner ärgern sich über Müll im Wald
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18:00 06.12.2018
Erster Bürgertalk im Rathaus Graal-Müritz, moderiert von Bürgermeisterin Benita Chelvier (stehend) Quelle: Axel Büssem
Graal-Müritz

Den Graal-Müritzern geht es offenbar gut. Das zeigte sich beim ersten Bürgertalk, zu dem die neue Bürgermeisterin Benita Chelvier am Dienstagabend geladen hatte: Nur knapp 15 Einwohner hatten sich im Rathaussaal eingefunden, um über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen. Und auch die vorgebrachten Anliegen schienen zu belegen, dass das Ostseebad nicht mit existenziellen Problemen konfrontiert ist: Am heftigsten wurde über das illegale Entsorgen von Gartenabfällen im Wald diskutiert.

Doch was sich für Außenstehende vielleicht banal anhört, ist für die Anwohner tatsächlich ein dringendes Anliegen. Denn ihnen geht es nicht nur um die Vermüllung der Wälder: Angesichts der extremen Trockenheit in diesem Jahr fürchten sie, dass der Grünschnitt mögliche Brände noch zusätzlich anfachen könnte. „Wir hatten ja im Sommer Glück, dass es kein Feuer gab, sonst hätte der ganze Ort gebrannt“, betonte eine Rednerin.

Benita Chelvier will sich nun der Sorgen annehmen: „Ich werde das Thema in den zuständigen Fachausschüssen ansprechen.“ Die Debatte habe ihr auch gezeigt, dass den Bürgern teilweise ganz andere Dinge unter den Nägeln brennen als in der Gemeindevertretung besprochen werden. „Darum bieten mir solche Gespräche wie heute die Gelegenheit, diese Themen mitzunehmen.“ Allerdings seien die Befugnisse der Behörden beschränkt, da nur ein Teil des Waldes der Gemeinde gehöre, dämpfte sie die Hoffnungen und empfahl den Bürgern, ihre Nachbarn über die Risiken der Müllentsorgung aufzuklären. Gleichzeitig verwehrte sich Chelvier gegen den Eindruck, Graal-Müritz sei insgesamt vermüllt: „Das kann ich so nicht stehen lassen.“

Bei der Beantwortung der Fragen wechselte sich Chelvier mit Bürgervorsteher Jörg Griese ab. Ein Redner berichtete von einem Vorfall, bei dem er auf eine verwirrte Frau traf und die Polizei rufen wollte. Doch die kam nicht, weil kein Streifenwagen zur Verfügung stand. Griese verwies auf den Personalmangel bei der Polizei, der sich wohl auch weiter zuspitzen werde. Die Gemeinde habe daher einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. „Aber als Bürger kann ich mich nicht an den Sicherheitsdienst wenden“, warf der Mann ein.

Bürgermeisterin trifft Babys

12 Familienin Graal-Müritz haben in diesem Jahr mit der Geburt ihrer Babys ein Anrecht auf das Begrüßungsgeld der Gemeinde in Höhe von 200 Euro erworben. Zehn von ihnen kamen am Mittwoch zum adventlichen Baby-Café mit Bürgermeisterin Benita Chelvier, bei dem das Geld feierlich ausgereicht wurde. Dazu gab es kleine Geschenke von Sponsoren. „Es ist sehr schön, dass wir uns auch 2018 über zahlreiche Neu-Graal-Müritzer freuen durften. Die 200 Euro geben wir gerne für einen guten Start ins Leben dazu“, sagte Chelvier.

Ein anderer Bürger stellte die Frage, wie es um den Bau von neuen Mietwohnungen im Ort stehe. Hier konnte Chelvier nicht viel Hoffnung machen: „Das ist ein schwieriges Thema. Das Beste, was wir tun können, ist den aktuellen Bestand zu halten und keine Wohnungen zu verkaufen.“ Derzeit gebe es sehr wenige freie Flächen, höchstens in der Birkenallee könnten einige Wohnungen entstehen, die jedoch voraussichtlich sehr teuer werden dürften. Ansonsten soll die Neubebauung des „Anker“-Grundstücks neben Eigentums- auch Mietwohnungen umfassen. Und es gebe Überlegungen, die Bebauung der Gartenstraße fortzusetzen. „Aber das wird den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nicht decken“, kündigte die Bürgermeisterin an. Daher solle geprüft werden, welche Flächen künftig eventuell noch bebaut werden könnten.

Am Ende des Bürgertalks zog Chelvier ein positives Fazit: „Das ist ein guter Weg, miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Ein paar mehr Teilnehmer hätte sie sich allerdings gewünscht, dabei hatte sie doch im Gemeindebrief und in den Schaukästen darüber informiert. Im Internet war die Veranstaltung allerdings nicht angekündigt – was auch ein Grund dafür sein könnte, dass keiner der Anwesenden unter 30 war. Eine Veränderung soll es bis zum nächsten Termin geben: Dann heißt die Runde nicht mehr Bürgertalk sondern Bürgergespräch.

Axel Büssem

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