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Rostock Buga 2025: Rostocks OB Methling verzichtet auf Chefsessel
Mecklenburg Rostock Buga 2025: Rostocks OB Methling verzichtet auf Chefsessel
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13:32 17.12.2018
Die Bewerbung für die Bundesgartenschau 2025 hat er auf den Weg gebracht, Chef der Gartenbauausstellung will er aber definitiv nicht werden: Oberbürgermeister Roland Methling. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Dass Roland Methling sich ab Mitte 2019 einfach so ins Privatleben zurückziehen wird – in Rostock können sich das nur die Wenigsten vorstellen. Seit Monaten wird spekuliert, was der Noch-Oberbürgermeister nach dem Ende seiner Amtszeit machen wird. Einen Job jedenfalls will Methling nicht haben: „Ich werde garantiert nicht Chef der Bundesgartenschau 2025“, sagt er jetzt der OZ.

Beraten ja, leiten nein

Methling sagt „Nein“ zum Chefsessel der Bundesgartenschau 2025 in Rostock – das kommt überraschend. Denn genau das galt in den vergangenen Monaten als wahrscheinlichste Zukunftsoption für den Noch-OB, spätestens seit er nach Meinungsverschiedenheiten den bisherigen Buga-Koordinator Matthias Horn entmachtete. Doch nun sagt Methling: „Diejenigen, die auch Verantwortung für die Planung und Koordination der Buga tragen, sollten auch in der Betriebsgesellschaft am Ruder sein.“ Er werde aber nicht dazugehören.

„Ich stehe der Buga gerne bis 2020 als Berater zur Verfügung. Ich bin bereit, auch weiter Verantwortung zu übernehmen – bis alles auf dem Weg ist und es keinen Zweifel gibt, dass die Buga wieder geplant stattfinden wird.“ Schließlich kenne er das Projekt von der ersten Idee an, viele einzelne Ideen für den neuen Stadthafen stammen von Methling selbst. „Aber wenn die Buga angeschoben ist, sollen andere die Entscheidung treffen. Ich werde garantiert nicht Buga-Chef.“ Er werde auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt keine Langeweile haben, versichert Methling: „Ich habe daheim meine eigene kleine Buga, um die ich mich kümmern muss.“

So soll der neue Stadthafen aussehen – mit dem Archäologischen Landesmuseum und der Brücke nach Gehlsdorf. Quelle: Sinai - Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Stadt-Tochter leitet Planungen

Insgesamt mehr als 100 Millionen Euro will die Hansestadt – unterstützt von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land – rund um den Stadthafen verbauen. Am Gehlsdorfer Warnow-Ufer soll ein neuer Stadtstrand entstehen, auf der ehemaligen Deponie ein Sport- und Freizeitpark. Am Osthafen der Warnow sehen die Planungen eines neues Kreativ-Quartier vor – mit modernen Wohnungen und Raum für innovative Unternehmen. Über die Warnow soll eine Fußgängerbrücke gebaut werden und die L 22 „überdacht“ werden. Nach dem Zuschlag vor gut drei Monaten laufen nun die Planungen an. Zehn Ämter im Rathaus, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, Planungsbüros und die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) sind daran beteiligt.

Die komplette Steuerung liegt bei der RGS und ihrer Chefin Sigrid Hecht. Die Stadt-Tochter ist zudem für die Umgestaltung des Stadthafens und das neue Warnow-Quartier direkt verantwortlich. Das Amt für Verkehrsanlagen hat den „Deckel“ für die L 22, die Fußgänger-Brücke über die Warnow und den Warnow-Rundweg auf dem Tisch, das Grünamt befasst sich mit dem Stadtstrand, der Hechtgrabenniederung, dem neuen Stadtpark und Grünanlagen.

Erste Ergebnisse noch 2018

„Wir arbeiten strukturiert an den einzelnen Teilprojekten“, sagt Methling. Zwischenfazit: „Wir liegen sowohl im Zeitplan als auch im Kostenrahmen für die Buga 2025. Zum Teil kommen wir sogar schneller voran als geplant.“ Aber diesen „Zeitvorsprung“ brauche man auch. Das Rostocker Ingenieur- und Planungsbüro Inros Lackner soll noch in diesem Jahr eine bautechnologische Studie für die Projekte im Stadthafen und die Verkehrserschließung vorlegen. Das Büro Wastra-Plan soll ebenfalls noch vor dem Jahreswechsel ein Gutachten vorlegen, ob die Ideen für die ehemalige Mülldeponie in Gehlsdorf umsetzbar sind. Und das Katasteramt der Stadt hat bereits mit Vermessungen im Bereich des neuen Osthafens begonnen. Im nächsten Schritt soll nun europaweit nach einem Generalplaner für die Warnow-Querung gesucht werden. Der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) will zudem im Januar 2019 einen Planungswettbewerb starten.

Auch innerhalb des Rathaus beschäftigt die Buga 2025 die Verantwortlichen: Methling und seine Amtsleiter gehen davon aus, dass die Planungen nicht „nebenbei“ zu erledigen sind – und auch in den Ämtern personell aufgerüstet werden muss. Um wie viele Stellen es gehen wird, werde gerade ermittelt. Der OB dämpft aber die Erwartungen, was die Gründung der Buga 2025-Gesellschaft angeht: „Das ist erst 2020 oder 2021 sinnvoll. Wir brauchen jetzt noch keine Betreibergesellschaft, die sich über Eintrittspreise, Absperrungen und konkrete Bepflanzungen Gedanken macht. Erstmal müssen wir die großen Projekte anschieben.“

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Andreas Meyer

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