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Rostock Bullauge und Affenfaust: Das ist das Seemanns ABC
Mecklenburg Rostock Bullauge und Affenfaust: Das ist das Seemanns ABC
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16:29 09.08.2018
Blick durch ein Bullauge der „Santa Barbara Anna“ auf den Rostocker Stadthafen Quelle: Arscholl Ove
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Rostock

In der Seemannssprache gibt es viele an Land unbekannte Vokabeln und Phrasen. Während Begriffe wie Kaventsmann, Bullauge und Kombüse ihren Eingang in die Alltagssprache gefunden haben und den allermeisten bekannt sind, gibt es viele Exoten. Wem ist etwa die Affenfaust bekannt? Man muss schon Berührungspunkte mit der Seefahrt haben, um zweifelsfrei zu erkennen, dass es sich keineswegs um das Körperteil eines Gorillas handelt, sondern um einen speziellen Seemannsknoten.

Analog zu alltäglichen Wörtern der Festlandsprache haben die Seefahrer zudem ihre eigenen Entsprechungen. Über den Feudel als Putzutensil und Wischlappen wird man kaum diskutieren müssen.

Schwieriger ist es da schon um die Messe bestellt, die mit besagtem Feudel stets staubfrei und sauber gehalten werden sollte. Am ehesten verbinden Festländer diesen Begriff noch mit dem Gottesdienst einer katholischen Kirche. Tatsächlich handelt es sich aber um das Wohn- und Speisezimmer an Bord, das meist üppig ausgestattet mit TV, Sofagarnitur, Schankanlage und Snackbar zum Entspannen und Wohlfühlen einlädt.

Ein Bett sucht man auf See ebenfalls vergeblich. Das seefahrende Personal spricht dabei von einer Koje. Dieser Begriff kam einst aus dem Niederländischen ins Deutsche. Übersetzt bedeutet er soviel wie „Käfig“ und „Stall“. Die realen Platzverhältnisse einer solchen Schlafstätte lassen sich dabei gut mit den beiden Übersetzungsmöglichkeiten in Einklang bringen: durch die kompakte Bauweise steht dem Seemann an Bord eines Schiffes oft deutlich weniger Liegefläche als in einem konventionellen Einzelbett zur Verfügung. Eine Koje ist meistens weniger als 60 Zentimeter breit.

Diese Begriffe sollten Sie kennen

Abwettern: Einen Sturm abwettern bedeutet so viel wie ihn überstehen. Eine geeignete Maßnahmen kann die Reduzierung der Geschwindigkeit sein. So schont der Kapitän insbesondere das Vorschiff, das sonst ständig gegen die hohen Wellen ankämpfen müsste und enormen Kräften ausgesetzt wäre. Auch Kursänderungen helfen ein Sturmtief zu umfahren.

Affenfaust: Ein Spezialknoten, der zum Beschweren einer Wurfleine eingesetzt wird. Seine kugelrunde Form erinnert mit etwas Phantasie an die geballte Faust eines Primaten. In der Praxis findet dieser durchaus anspruchsvolle Knoten nur noch selten Anwendung. Als Alternative kommen heute mit Sand gefüllte Lederbeutel, so genannte Wurfbeutel, zum Einsatz.

Ankerball: Der Ankerball ist vergleichbar mit dem Standlicht eines Autos. Er signalisiert, dass ein Schiff vor Anker liegt und sich nicht mehr durch eigene Maschinenkraft bewegt. Es handelt sich um zwei aus einfachem Kunststoff gefertigte Scheiben, die ineinandergesteckt und offen sichtbar im Vorschiffsbereich ausgebracht werden.

Aufklaren: An Bord wird niemals aufgeräumt. Findet der Kapitän sein Schiff dennoch einmal im desolaten Zustand vor, kann er die Besatzung stattdessen aufklaren lassen. Daher auch der Begriff „Klar Schiff machen“.

Aussingen: Mit tönender Stimme ausrufen. In der zivilen Schifffahrt kaum noch gebräuchlich, findet diese Prozedur hingegen auf Kriegsschiffen Anwendung. Das Navigationspersonal kann auf Befehl etwa die gemessene Wassertiefe oder die Peilung zu einem Objekt an Land im Sekundentakt aussingen. So wird der Kommandant regelmäßig mit aktuellen Updates versorgt.

Backbord & Steuerbord: Die linke und rechte Seite eines Schiffes. Die Ursprünge finden sich in der altnordischen Sprache der Wikinger. Das Ruder zum Steuern befand sich bei dem Seefahrervolk immer auf der rechten Seite. Gleichzeitig drehte der Steuermann der linken Seite den Rücken (= althochdeutsch „baka“) zu.

Bullauge: Kreisrundes Schiffsfenster. Übersetzt aus dem Englischen „bull’s eye“, wörtl. „Ochsenauge“. Der Vergleich kommt daher, dass das Bullauge über eine typische Auswölbung in der Mitte verfügt.

David: Beweglicher Kran an Bord. Benannt nach König David aus dem Alten Testament. Der Grund für diese Namensgebung ist bis heute ein Rätsel. Mit der Krananlage werden insbesondere Rettungsboote zu Wasser gelassen.

Fender: Meist aus Gummireifen oder Kunststoff gefertigter Puffer zum Schutz der Außenhaut eines Schiffes bei An- und Ablegemanövern.

Großer Teich: Wer auf den Meeren dieser Welt zu Hause ist, dem erscheint der Atlantische Ozean nur noch wie ein „Großer Teich“. Die 106,5 Millionen Quadratkilometer Fläche können echte Seeleute nicht beeindrucken.Ein noch etwas größerer Teich ist übrigens der Pazifik.

Kai: Auch Kaje. Befestigte Anlegestelle am See- oder Flussufer. Entlehnt aus dem Niederländischen „kaai“. Im Unterschied zum Kai ragt die Pier als Ausläufer meist rechtwinklig zum Kai ins Wasser.

Kombüse: Schiffsküche. Von niederländisch „kombuis“ für „Vorratskammer“. Es handelte sich nicht zwangsweise um einen festen Raum mit Kücheninventar. Schon ein beweglicher Herd konnte als Kombüse bezeichnet werden.

Lenzen: Wasser aus dem Schiff pumpen. Aus niederländisch „lensen“ für „leeren“.

Pantry: Kleine Kombüse oder Anrichtekammer, wo die Speisen zum Servieren vorbereitet werden. Geht zurück auf altfranzösisch „paneterie“, übersetzt „Brotkammer“.

Smutje: Schiffskoch. Aus niederländisch „smut“ für „Schmutz“. Die Sauberkeit in der Küche war nicht immer ein so zentrales Thema wie heute. Zusammen mit der niederländischen Verkleinerungsform „-tje“spricht man wörtlich von einem „Schmuddelchen“.

Tauwerk ist der Oberbegriff für sämtliche Seile in der Seefahrt. Der Tampen bezeichnet das Ende eines Taues. Eine Leine wird zum Ziehen oder Festmachen von Schiffen oder zum Transport von Gegenständen verwendet (z.B. Schleppleine).

Warschau: Aus mittelniederdeutsch „warschuwinge“ für „Warnung“. Der Ausdruck wird bis heute als Warnruf verwendet und kann als Kombination der Wörter „wahrnehmen“ und „schauen“ gesehen werden. An Land sagt man stattdessen „Achtung!“ oder „Vorsicht!“.

OZ

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