Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Bundestag will Rostocker Schleuse erhalten
Mecklenburg Rostock Bundestag will Rostocker Schleuse erhalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:50 10.05.2017
Dichtes Gedränge an der Mühlendammschleuse in Rostock: Die Bundestagsabgeordneten Peter Stein (v. l.), Kerstin Kassner und Gero Storjohann informierten sich über das Bauwerk. Quelle: Foto: Ove Arscholl

Die Chancen auf Rettung der historischen Mühlendammschleuse in Rostock sind deutlich gestiegen: Der Petitionsausschuss des Bundestages in Berlin hat sich gestern nach einem Vor-Ort-Termin für den Erhalt des Wasser- Bauwerks an der Warnow ausgesprochen. „Die Schleuse gehört zu einem schönen Ensemble, das wir für erhaltenswert halten“, erklärt Gero Storjohann, CDU-Abgeordneter aus Schleswig-Holstein und Vize-Chef des Ausschusses. Der Bundestag fordert Stadt, Land sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) auf, eine Lösung zu finden.

Hintergrund: Das WSA will die Schleuse aufgeben, weil sie für die Schifffahrt keine Bedeutung mehr habe und die angeblich bis zu vier Millionen Euro teure Sanierung nicht zu rechtfertigen wäre. Damit Wassersportler dennoch den Mühlendamm queren können, will das Amt stattdessen eine sogenannte Bootsschlepp-Anlage bauen. Doch das stößt auf Widerstand: Seit Jahren kämpft die Initiative „Rettet die Mühlendammschleuse“ für den Erhalt, hatte dafür 11000 Unterschriften gesammelt. Auch den Bundestag hatten die Schleusen-

Retter eingeschaltet.

Und das Parlament macht Druck: „Wir haben uns überzeugt, wie wichtig die Schleuse für viele Rostocker ist“, sagt Kerstin Kassner (Linke), Bundestagsabgeordnete von Rügen. „Dieses Zeugnis der technischen Geschichte muss erhalten bleiben.“ Die Stadt und das Land zur Rettung zwingen kann der Petitionsausschuss aber nicht: „Aber wir können die Beteiligten an den Tisch holen. Das ist uns gelungen.“ Der Termin der Abgeordneten war gestern von rund 200 Schleusen-Freunden begleitet worden. Sie forderten lautstark: „Macht die Schleuse auf“.

Tatsächlich kommt Bewegung in das Thema: Stadt und Land haben für 100000 Euro beim Planungsbüro Inros Lackner eine Machbarkeitsstudie für eine mögliche künftige Nutzung in Auftrag gegeben. Bausenator Holger Matthäus (Grüne): „Die Studie soll Wege aufzeigen, wie wir die Schleuse touristisch nutzen und die Warnow wieder schiffbar machen können.“ Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Der Bund hat bereits zugesagt, die Hälfte der Sanierungskosten zu zahlen – wenn die Stadt die Schleuse übernimmt. „Aber selbst die Hälfte von vier Millionen Euro ist zu viel“, betont Finanzsenator Chris Müller (SPD). Detlef Krause, Sprecher der Schleusen-Retter, jedoch sagt, eine Sanierung würde nur 2,4 Millionen Euro kosten. Und es ginge sogar noch billiger – mit einer Selbstbedienungs-Schleuse. „Die Sportler müssen die Tore dann von Hand und allein öffnen.“

Andreas Meyer

Mehr zum Thema

Mit Gespür für den Moment schoss der Stralsunder Fotografen Harry Hardenberg einzigartige Bilder

06.05.2017

Günter Semmerow, Geschäftsführer der Lübecker Nachrichten, reiste im Dezember 1989 nach Rostock / Partner von OZ und LN entwickelten 1990 eine gemeinsame Idee zur Zukunft der „OSTSEE-ZEITUNG“

06.05.2017

38 Jahre wirkte die OSTSEE-ZEITUNG als Organ der SED-Bezirksleitung Rostock, danach seit gut 27 Jahren als unabhängige Tageszeitung. Ein Gespräch mit den Chefredakteuren Andreas Ebel und Dr. Siegbert Schütt.

06.05.2017
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 10: Die Werkstattschule in Rostock - Eine Schule zum Wohlfühlen

Werkstattschule vereint pädagogische Ansätze / Fächerübergreifendes Arbeiten in „Werkstätten“

07.02.2018
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 9: Die Waldorfschule - Epochen, Kunst und Handwerk

Ästhetik und künstlerisches Schaffen prägen Lehreinrichtung / Eltern zeigen viel Initiative

07.02.2018
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 8: Das Förderzentrum am Wasserturm - Schule so individuell wie ihre Schüler

Im Förderzentrum am Wasserturm geht die emotionale und soziale Entwicklung vor

07.02.2018
Anzeige