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CSD-Panne: Schelte von Schauspieler Walter Plathe

Stadtmitte CSD-Panne: Schelte von Schauspieler Walter Plathe

Kritik kommt auch von den Grünen. Demo findet statt. Verwaltung beharrt auf Rechtshinweis zur Vermummung.

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Als Gerichtsdiener steht Schauspieler Walter Plathe derzeit in Schwerin auf der Bühne.

Quelle: OZ

Stadtmitte. Prominente Unterstützung für die Macher des gefährdeten Christopher Street Days: Schauspieler Walter Plathe hat empört auf die strengen Auflagen für die Parade von Schwulen, Lesben und Transsexuellen (die OZ berichtete gestern) reagiert, ebenso Bundespolitiker Volker Beck (Grüne). Auch dessen Rostocker Parteifreunde sind „mehr als irritiert“ vom Verhalten der Verwaltung. Die weist Vorwürfe, dass unverhältnismäßig hohe Auflagen erteilt worden seien, zurück.

„Verhältnisse wie im finstersten Mittelalter“ diagnostiziert Plathe. Als Gerichtsdiener tritt er derzeit in der „Fledermaus“-Inszenierung des Schweriner Staatstheaters auf, lässt dabei die aktuelle Politik in seine Improvisation einfließen. Er kündigt an: „Den Schwerinern werde ich bestätigen, dass Rostock keinesfalls die heimliche Hauptstadt MVs ist.“ Engstirnigkeit und Intoleranz vermittle die Hansestadt stattdessen mit ihrer Bürokratie.

Als „Angriff auf das demokratische Demonstrationsrecht einer Minderheit“ bewertet Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen, das Verhalten der Stadt:

„Eine queere Demonstration, bei der man die Auflage macht, man dürfe sich nicht verkleiden und das Geschlecht müsse eindeutig erkennbar sein, führt das Versammlungsrecht ad absurdum.“

Unverständlich für die Rostocker Grünen: das Verbot von Bänken. Der CSD sei „ein gelungenes politisches Symbol, dass Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle mitten in unsere Gesellschaft gehören“, sagt Simone Briese-Finke. „Dazu gehört zu feiern und auf Bänken ins Gespräch zu kommen.“

Nach einer Aussprache gestern soll der CSD am 20. Juli mit rund 3000 Teilnehmern stattfinden. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) sagte, er sei sich sicher, dass der Tag auch in diesem Jahr „laut und bunt“ werde. Wenn es in den Auflagen heiße, Lautsprecherdurchsagen seien erlaubt, bedeute das nicht, dass Musik verboten sei, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze: „Man kann Durchsagen ja auch singen.“

Und was das Vermummungsverbot angehe, sei das „lediglich ein Rechtshinweis“, wie er bei jeder Veranstaltung ergehe. Über das Verbot von Sitzplätzen und den Verkauf von Getränken entscheide das Amt i nächste Woche.Tourismusdirektor Matthias Fromm sieht den CSD als Aushängeschild von internationaler Bedeutung, als touristische Werbung „für eine weltoffene Region“.

 

Katrin Starke

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