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Rostock DRK-Retter haben die Strände im Griff
Mecklenburg Rostock DRK-Retter haben die Strände im Griff
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00:16 17.05.2018
Lukas Knaup, Arian Baume und Alexandra Sievert (v. l.) halten als Rettungsschwimmer in Warnemünde die Stellung. Quelle: Foto: Christina Milbrandt
Warnemünde

Die Tourismussaison hat gerade erst begonnen und schon füllen sich die hiesigen Strände immer mehr mit Ostseeliebhabern. Das bedeutet wieder ordentlich Arbeit für die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht Rostock. In dieser Woche haben die ersten von ihnen Stellung auf den Türmen in Warnemünde und Markgrafenheide bezogen.

Bislang hatten die Retter noch nicht allzu viel zu tun, höchstens einige Schnittwunden, die immer mal auftauchten, erzählt Lukas Knaup, der in Warnemünde eingesetzt ist. Der 25-Jährige ist einer der beiden Hauptamtlichen, die das DRK bei der Wasserwacht angestellt hat. Seine Aufgabe: Ansprechpartner und Unterstützer für die Ehrenamtlichen sein. Von denen gibt es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche. „Über das ganze Jahr verteilt sind es meistens um die 160 Leute. Das ist schon eine ganze Menge“, sagt Knaup. Das Durchschnittsalter der Ehrenamtlichen liege zwischen 20 und 30, es gebe aber auch Ältere, die immer noch topfit sind und bei der Wasserwacht mitmachen.

Während die ersten Schichten derzeit mit Rostockern besetzt werden, stoßen in den kommenden Monaten ehrenamtliche Retter aus ganz Deutschland dazu. „Viele nehmen dafür sogar extra Urlaub“, erzählt Arian Baume. Für den 22-jährigen Studenten ist es bereits das achte Jahr bei der Wasserwacht. „Ich verbringe immer sehr viel Zeit in den Semesterferien hier.“

Die ersten Tage der Strandabsicherung sind zwar ruhig verlaufen, doch die Rettungsschwimmer wissen aus Erfahrung, wie schnell tatsächlich etwas Schlimmeres passieren kann. „Gerade ältere Leute kommen gern aus der Stadt mit dem Fahrrad nach Warnemünde. Wenn sie dann ausgepowert in das zur Zeit noch relativ kalte Wasser gehen, machen schnell mal die Muskeln schlapp“, sagt Arian Baume. Daher sei es wichtig, sich nicht selbst zu überschätzen, nicht überhitzt ins Wasser zu gehen, betont der Rettungsschwimmer.

Besonders gefährlich: die Stelle direkt an der Westmole. „Direkt neben den Steinen ist das Wasser drei bis fünf Meter tief, ein Stück weiter wieder ziemlich flach“, sagt Arian Baume. „Dort wird es schneller gefährlich als man denkt.“ Erst im vergangenen Jahr ist an dieser Stelle ein 13-jähriges Mädchen ertrunken, 2013 war dort ein elfjähriger Junge ums Leben gekommen.

Solche Unglücke sind auch für die Rettungsschwimmer eine Belastung. In dem Moment des Einsatzes laufe im Grunde nur das ab, was in der Ausbildung vermittelt wurde, sagt Lukas Knaup. Die Emotionen und Gedanken kämen dann später. „Es wird eine Betreuung im Nachhinein sichergestellt, da ist das DRK gut aufgestellt. Es wird sehr stark auch darauf geachtet, ob sich der Retter nach einem solchen Vorfall verändert“, erzählt Knaup. „Das ist sinnvoll, denn wenn jemand ertrinkt, ist es schrecklich. Besonders wenn es sich um Kinder handelt.“

Im Falle eines Notfalls müssen die Retter so schnell wie möglich vor Ort sein. Dafür nutzen sie auch dieses Jahr wieder ihr Quad. Außerdem können sie erstmals auch auf Unterstützung aus der Luft bauen. Denn ganz neu im Equipment sind Drohnen, die die Rettung im Wasser erleichtern sollen. „Noch sind wir in der Vorbereitungsphase. Aber wir freuen uns schon darauf“, sagt Lukas Knaup, der schon in frühester Kindheit mit dem Rettungsschwimmen in Kontakt kam.

Bislang ist in Warnemünde nur ein Wachturm von sieben, der Hauptturm auf Höhe des Hotel Neptun, besetzt. Aber schon in den kommenden Tagen und Wochen werden auch die anderen nach und nach geöffnet.

„Das Pfingstwochenende wird auf jeden Fall gut abgedeckt sein“, versichert Lukas Knaup.

Kontakt

Freiwillige und Besucher sind bei der Wasserwacht immer gern gesehen. Wer möchte, kann ab 12 Uhr persönlich beim Turm vorbeischauen oder anrufen. In Warnemünde sind die Rettungsschwimmer unter 0381/290 698 26 erreichbar, in Markgrafenheide unter 0381/290 687 06. E-Mails können an info@wasserwacht-rostock.de geschickt werden.

Der aktuelle Ausbildungskurs läuft bis zum 8. Juni. Das heißt, für die Sommersaison ist die Wasserwacht abgesichert. Wer dennoch dabei sein will, kann ein Praktikum machen oder sich schon für den Herbstkurs anmelden, der im September startet.

Christina Milbrandt

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